Redidi't von Dr. Potoiii^. Docenten der Pilanzeiipalaeontologie an der Kgl. Bei'gakademie zu Berlin und Geologen an der Kgl. Preuss, geologischen Landesanstalt. -^m^- ZWOELFTER BAND ^ (Januar bis December 1897). 4^ BERLIN. Ferd. Dnimlers Verlagsbuchhandlung. Inhalts -VeFzeiehniss. Die Orig-inal-Abliaudhingen, -Mittlieiluiis'fn und -Abbildungen sind diircli die Beifg-ung der Abkrzung Orig." gekcnn- zeiclmet: ausserdem sind viele Autoren an den Eeferaten ber ihre Arbeiten dadureh betheiligt gewesen, dass sie die Correcturen gelesen haben. Seilf Allgemeines uiul Verschiedenes. DiMiuert, lieber die Natur der Ge- rusche 307 llennig, Charakteristik der Tonarten (Orig. mit einem Noten-Beispiel) . 121 Nansen auf der Wallross- nnd Bren- jagd _ 12., 20() Potonie und Raub er, Krystall uncl Organismus 65 Verworn, Erregung und Lhmung . 97 Wegen er, Webers Gesetz und seine Bedeutung fr die Biologie (<-)rig.) 397 Bemerkungen zur Syusthesie . . . 178 Philosophie. Hennig, Die Psychologie als Krbin der Pliilosophio (Orig.) 449 Schmidkuuz, Herrenmoral und ethi- sche Evolution (Orig.) 169 Teleologie der Vorurtheile (Orig.) . 445 Anthropologie und VerM'andtes. Achelis, Vlkerkunde und Psycholo- gie (Orig.) ... 229 Vlkerkunde und Ethik (<-rig.) . . 373 Brandt, Hundenionschen 246 Bart des Menschen 273 Cohn, Sehleistungeu der Helgolnder 29 Flechsig, Gehirnrinde und geistige Vorgnge ,.-. ^^^ Lepsius, Cultur und h^iszeit 73, Schneider, Rud., Bemerkungen dazu 330 Ljubimot'f, Geschmack der Elektri- citt 89 Martin, Rassenkunde in der Sclnveiz 79 Mercer, Durchforschung der nord- amerikanischen Plhlen 7 Me wes, Die Ablingigkeit der Nerven- reizbarkeit der Vlker von terrestri- schen und kosmischen Erscheinungen (Orig.) 541 Petri, Ursachen derAnthropophagie . 487 Wallis, Behaarung, Grsse und Stel- lung des menschliehen Ohres . . 464 Weiss, Die Zukunft der Menschheit (Orig.) 361, 395 Zoologie. Alberts, Die Entwiekelung des Ge- sichtssinnes (Orig.) 29 Der Gehrsinn (Orig.) 139 Seite Alberts, Entwiekelung derchemischen Sinne (Orig.) ......... 211 Agassiz u. Woodworth, Unter- suchungen ber Abnormitten . . 56 Allen, Alter- und Krankheits- Wir- kungen auf Knochen 247 A u r i V i 1 1 i u s,Z wischenformen zwischen socialen und solitren Bienen . . 416 Baker, Wirkung der Musik auf ge- fangene Tliiere 429 Beaurcgard, Entstehung der grauen Ambra 500 Bell, Ein nestbauender Fisch . . . 478 Binney, Zucht von Amoeben . . . 477 Bitting, Pferdedassolfliege im Maul der Pferde 487 Bouvier, Krankheiten der Crustaceen 510 Chun, Theorie des Sehens in grossen Meerestiefen 91 Clayton u. Fergusson, Flugge- schwindigkeit der Ente 164 Glessin, Eintluss der Umgebung auf die Gehuse der Mollusken . . . 477 C u u n i n g h a m , Hummerzucht in Eng- land 524 Dahl, Lebensweise des Ameisenigels 415 Der Dingo 415 Bedeutung der Copepoden fr das marine Plankton 498 Decaux, Die Orchideen-Wespe . . 557 Dollfuss, Verbreitung einiger Land- asseln 575 Drigen, Leben und Treiben der Makropoden 545 Edinger, Entwiekelung des Sehens 260 Fiscliel, Variabilitt und Wachsthum des embryonalen Krpers .... 367 Gemmill, Hermaphrodit, bei Patella 283 Giard, Parasitismus einiger Monstril- liden 487 Goeldi, Lepidosiren paradoxa an der Mndung des Amazonas .... 319 Graff. System und Verbreitung der Landplanarien 261 Grassi, Fortpflanzung des Aales . . 212 Grieg, Arktische Vagabunden . . . 260 d'Hammon ville, Winter und Vgel 383 Hausmann, Zur Biologie der Sss- wasserfisch-Saugwrmer 465 Heger 1727 ber" den Aal 283 He3'king, Biologisches vom Fluss- krebs 332 Hjort, Untersuchungen ber die Or- ganismen und Stromverhltnisse im norwegischen Nordmeere (m. Karten und Schematas) 518 Ihering, Biologie der socialen Wespen Brasiliens 141 Ike da, Fortpflanzungs-Gepflogenheiten bei einem japanischen Laubfrosch 524 Seite Itzerodt, Molchfauna des Nieder- eibischen Gebirges 127 Jan et, Beziehungen der myrmeko- philen Lepismiden zu den Ameisen 105 , Anthorophorus Uhlmanni .... 357 J anson. Scheinbare Geschlechts-Meta- morphose einer Henne 590 Johnson, Das Auge des Menschen und von Primaten 391, 431 Joubin, Ueber die Kopffsser . . . 273 Karutz, Zweck und physiologische Bedeutung der Ohrmuschel . . . 509 Kathariner, Bildung und Ersatz der Giftzhne bei Schlangen .... 282 Keith, Schlafstellung des Orang-Utans 575 Kobelt, Zur Theorie der Protoplasma- und Zellstructur (Orig. mit Orig.- Abb.) 565 Krassilstschik, Gefhrliche Krank- heiten der Seidenraupe 30 Kreide, Angebliches Hren eines Glockenzeichens durch Fische . . 17 Kkenthal, Litoralfauna von Ternate 103 Kuhn, Das Sterben der Individuen als Auslese-Vorgang (Orig.) . . . 193 Kundsen u. Ostenfeld-Hansen, Plankton und Sauerstoff'- Kohlen- sure-Gehalt dos Meeres .... 126 Lang, Dexiotrope und laeotrope Schneckenschalen 402 Lendenfeld, Neues ber Korallen- riife (Orig.) 224 List er, Entstehung der Milioliden-Ge- huse 415 Lorenzi'n, Aesculap-Natter in Dne- mark (Orig.) 250 Lucas, Die Tunicaten-Sammlung des Museums fr Naturkunde zu Berlin (Orig. mit Abb.) 388 , Die Crustaceen-Sammlung des Mu- seums fr Naturkunde zu Berlin (Orig. mit Abb.; 457 Marchai, Parasitismus einer Hyme- nopt.- Larve in der Larve der Ge- treide-Gallmcke 308 , Das numerische Gleichgewicht der Arten bei den Insecten und seine Bezieh, zu den Parasiten . . 465 V. Martens, Mollusken -Schausamm- lung des Museums fr Naturkunde zu Berlin (Orig.) .253 , Kobelt's Mollusken der palarkti- schen Region (Orig.) 525 Matschie, Geographisches aus der Sugethierkunde 307 Meissner, Die Bryozoen-Schausamm- lung des Museums fr Naturkunde zu Berlin (Orig. m. Abb.) .... 389 Merel, Bastard zwischen Haus- und Steinhuhn 224 'AHH'22 IV Tiilialts-Verzeichniss. Seile Mingaud, Der auf dem Biber woh- nende Platypsylhis cast 200 Moore, Zur Fauna des Tanganyika- Sees 430 Murray. Verbreitung der pelagiselien Foraminiferen 402 Nordenskild , Winterleben unserer Ssswasermollusken 623 Osborn, Bedeutung der Nagethiere fr die Entwickelungs-Lelire . . . 368 de Palluel, Stimmapparatd. Kuckucks 464 Penecke, Xerobdella Lecomtei . . 141 Raspail, Ueberwinterung der Schwal- ben 537 Rivel, Regeneration des Vorder- und Endarmes bei einigen Ameliden . 357 Rollinat und Trouessart, Fort- pflanzung der Fledermuse .... 369 Schaudinn, Das Centralkorn dor Heliozoen 308 Schenkling-Prevt, Die Fische der zoologischen Sammlung des knigl. Museums fr Naturkunde (Orig. m. Orig.-Abb.) . . . 14) , Vernderungen im Kloide der Vgel (Orig.) 460 Schreiner, Ueber die Lebensweise des Strausses 22-1 Seourfield u. Brice, Mikro-Flora und -Fauna Spitzbergens .... .556 Simroth, Ueber Stimme und Gehr und ihre Abhngigkeit vom Land- leben (Orig.) . . . . . . ... 332 , Landpflanzen und Thiere im heimi- schen Ssswasser . 402 Spengel, Neotenie und unvollstndi- ger Albinismus bei Salamandra ma- culosa 319 Stadelmann, Die Reptilien der zoo- logischen Sammlung des knigl. Mu- seums fr Naturkunde (Orig. ni. Abb.) 13 Stone, Mimicry einer Kferlarve zu einer Flechte 23.3 Storm, Riesentintenfischc an der nor- wegischen Kste 370 S tu der, Zur Geschichte unserer Hunderassen (zum Tlieil Orig mit Abb.) 325 Tenishikawa, Augen der Plattfische 537 Thayer, Versuche ber Schutz- frbung 590 Thomas ii. Lydckker, Anzahl der Backenzhne von Manatus .... 575 Tornier, Die Amphibien dns zoologi- schen Museum fr Naturkunde zu Berlin (Orig. mit Abb.) 39 Vorill, Schutzftirbung der Thion' whreud der Nacht 378 Vorworn, Der krnige Zerfall ... 7 , Polare Erregung der lebenden Sub- stanz cliireh den constanten Strom 79 , Polare Wirkung des constanten Stromes auf Amocbon 234 Wasmann, Myrmecophylen und Ter- mitophilen 308 Weber, Hirngewicht der Sugethiere 249 Werner, Schuppenbekleidung des re- generirten Eidechsenschwanzes . . 116 Willey, Fortpflanzung von Nautilus armacromphalus 24C Winton, Zwei Arten von Giraffen . 404 Wiren, Selbstverstmmelung von Car- duus Maenas 437 Ziegler, Flug der Brieftaube . . . 510 Die zoologische Sammlung des Knigl. Museums fr Naturkunde zu Berlin (mit Abb.) 13 Malte's Fischzuchtanstalt (mit Abb ) . 547 Neuer Fund von Clilamydoselachus an- guineus 141 Sind die Anthropoden eine natrliche Gruppe? 24G Wamhitaube im Aussterben begriffen 344 Seite Botanik. Beyer, Europische Ueborpflanzen (Orig.) 22 Bonnier, Absonderung von Zucker ni Tropfenform an den Blttern der Pflanzen 105 Brauer, Lodoicea Seycliellarum . . 152 Choda t. Die rothen Algen des Schnees 201 Davis, Flora der heissen Quellen des Yellowstonparks 512 Frank u. Krger, Neueres aus dem Gebiet der Pflanzenpathologie und Physiologie (Orig) 605 Frenzel, Die Diatomeen und ihr Schicksal (Orig.) 157 Grisard, Ravensara 344 Godlewski u. Polzeniusz, Alko- holbildung bei der intramoleclen Athmung der Erbsen-Keimlinge . ."'12 Goebel, siehe Haberlandt. Haberlandtu. Goebel, Physiologie der Rhizomschuppen von Lathraea 344 Heckel, Ueber den Biitterbaum . . 439 Hennings, Vernichtung der Raupen von Liparis chrysorrhaea durch Em- pnsa (Orig.) 290 Hirase u. Ikeno, Samenfden bei Phanerogamen 153 K 1 k w i t z , Ueber die Bewegung mikro- skopisch kleiner Organismen (Orig. mit Orig.-Nachb.) 277 Krabbe, Einfluss der Temperatur an den osmotischen Processen lebender Pflanzenzellen 18 Kraus, Bedeutuug des Oxalsuren Kalkes in den Pflanzen 235 Kusnezow, Die russischen Steppen . 319 Lang, Prothallien mit Sporangien . 141 Lindau, Ueber Insectenbewohnende Pilze (Orig. mit Orig.-Abb.) . _. . 304 Loew, Neuere Forschungsergebnisse der Bltheubiologie 607 Loprior e, W^irkung organischer Su- ren auf das Wacbsthum der Pflanzen- zelle 524 , Einwirkung der Rntgenstrahlen auf Protoplasma 537 Nest I er, Ausscheidung von Wasser- tropfen an den Blttern 164 Oltmanns, Scheincopulation bei nie- deren Pflanzen 403 Potonie, Die Metamorphose der Pflanzen im Lichte pulaeontologischer Thatsachen (Orig. mit Abb.) ... 608 Prantl, Leclorc d u Saljlon, Stein- brinck u. s. w., Oeffnungs- und Schleuder -Mechanismus der Farii- Sporangien (mit Orig.-Abb. und Nachb.)' .' 629 Reid, Pflanzenverbreitung du: ch Vgel 69 Reinke, Phylogenetisches Flechten- system 7 , Phylogenetische Untersuchungen bei den Leguminosen 161 , Untersuchungen ber die Assimila- tions-Organe der Leguminosen . . 392 Seourfield u. Brice, siehe Zoologie. Stahl, Der sogenannte Pflanzen^chlaf -103 Steinbrinck, Hygroskopischer Me- chanismus des Laubmoosperistoms 453 Townsend u. Haberlandt, Meni- branwachsthum und Zellkern (mit Abb.) 401 Thomas, Durch Englena sanguinea erzeugter Blutsee 225 Volkens, Die tropisclien Oultur- und Nutzpflanzen, unter besonderer Be- rcksichtigung unserer Colonien (Orig.) . 607 Webber, Eichhornia crassipes als Wasser-Wucherpflanze 499 Zinsser, Bacterien in pflanzlichen Ge- weben 358 Nomenclatur-Regeln fr die Beamten des Knigl. botanischen Gartens und Museums zu Berlin Womit beschftigt sich die Phnologie? 563, Palaeoutologie. Boule, Cadurcotherium Forsyth Major, Neuer fossiler Affe Gaillard, Eine rniocne Harpyie . . Nohring, Fossile Alactaga-Reste im Lss Nordbhmens (Orig.) .... Pabst, Thierfhrten in dem mittleren Rothliegendon von Kabarz (Orig. mit Orig -Abb.) , Fhrten von Ichniotherium Cottae (Orig. mit Orig.-Abb.) Potonie, Eine Alethoptoris aus der Kreide (Orig.) , Stammbaum der Filiccs .... Rothplctz, Flysch-Chondriten . . . Volz u. Leonhard, Elephautenreste und Elephantus trogontherii in Schlesien W o r t m a n , Stammesgoschichte der Edentaten Seite 280 603 345 56 576 333 85 313 119 287 309 127 556 Geologie und Mineralogie. Chalmers, Quartre Vergletscherung von Neufundland und Neubraun- schweig 18 Dahms, lieber Bergmehl und Diato- meen fhrende Schichten in West- preussen (Orig.) 385 Dames, Ueber Gebirgsbildung . . 599 Derby, Vulkanhnliche Ausbreitung bei Santos in Brasilion 297 D rag h i e e n u , Erdbebenphnomene im Gebiete der unteren Donau . . . 117 Lacroix, Mineralbildung in Bli'i- srgen 358 Lang", Von Vulkanismus, Oberflchen- Gliederung unabhngige Bewe- gungen und Erschtterungen dos Erdbodens (Orig. mit z. Th. Orig. Abb.) 409 Michael, Alter der Sadewitzer Ge- schiebe 20 Rssel. Diamanten des Stahles . . 128 Rothpletz, Geologischer Bau des Glrnisch (Orig. init Orig.-Abb. "I . 31 Suess, Entwickelungsgeschichte der Oceano 165 Zache, Die Grundzge einer Bildungs- geschichto der Erdrinde, erlutert an der geologischen Wand im Humboldthain zu Berlin (Ori;. mit Abb.) . 141 Kanadische Mineralproductiou ... 32 Silberblock, grsster 404 Physik. Ba ndrowsky. Licherscheinungen bei der Krystailisation . . . . . . 142 Epstein, Elemente der elektrischen Arbeitsbertragung (Orig.) . . . 352 Foinm, Wellenlnge der Rntgen- strahlen 45 Knig, Neue physikalische Demon- strationen (Orig.) 339 Langer. Ueber Erzeugungvon X-Strah- len. IL (Orig.) ..:..... 188 Le vi -Dorn, Tiefenschtzungen bei Rntgeii-Aufnahmen 226 Lummer, Ueber Grau- und Roth- glutli 576 Lummer, Neuere Untersuchungen aus dem Gebiet der Lieht- und Wrme- strahlung mit besonderer Berck- sichtigung der Photometrie (Orig.) . 593 Inlialts-Verzeicliniss. Mewea, Uebei- Fernwirkungen und die Fortpflanzungsgesclnvinrligkeit der Scliwerkniftstrahlen (Orig.) . . . Ros e nb c i'ger, Aus der Eutwii-ke- lungsgeschichte der elektrischen Piincipieu (Orig.) Wellmann, Beziehungen zwischen Licht und Gravitation (Orig.) . . Seite 493 341 62(i Mathematik. Aruaudoau, Neue Hlfstat'el fr numerisches Keclnien 153 Astronomie. Brenner, Thiltigkeit der Manora- Sternwarte 1896 (Original mit Abb) 181 , Percival Loweli und dii Venus- rotation 562 Gaudibert, Zur Keuntniss unseres Mondes (Orig.) 46 Hnatek, Percival Lowell und die Venus-Rotation (Orig.) 505 Seeliger, Vergrsserung des Erd- schattens bei Mondfinsternissen . 500 Meteorologie. Assmann, Die internationalen wissen- schaftlichen Ballonfahrten .... 8 van den Broeck, Mistpoeffer . . . 297 Errera, Demonstration von egen- bildung 18 E s c h e n h a ge n , Gegenwrtiger Stand der erdmaguetischon Forschungen (Orig,) 582 H a r i e s , Arktische Gewitter und Hagel- flle 141 Hennig, Wolkenbruch im Riesen- gobirge (Orig.) 404 , Ungewhnliche Regen in Europa (Orig ) . . 441, 455 Lancaster, Tropische Regen . . . 441 Lickfeld, ErklrungdesMistpoeffers" 430 osenbach, Beziehungen zwischen Luftdruck und elektrischen Ent- ladungen 406 Wendt. Eine Theorie des Polarlichtes _ (Orig.) ^ 469 Niederschlge im Kreise Teltow . . 34 Wetter-Monats-Uebersichten mit graphi- schen Darstellungen 32, 80, 128, 189, 236, 285, 345, 392, 440, 501, 549, 615. Chemie. A b egg, Vernderung von Salzen durch Kathodenstrahlen 558 Barriere, Lucium 19 B er t h e 1 o t u. V i e 1 1 e , Explosive Eigen- schaften des Aeetj'lens 250 Bredichin, Helium im Schweif der Kometen 394 Buchner, Alkoholische Ghning ohne Hefezeflen 127 Charpy, Metalllegierungen .... 333 Dewar, Verflssigung der Luft und Untersuchungen bei niederer Tempe- ratur 57 Drossbach, Monacitbestandtheile . . 165 Emnierling, Zersetzung von Fibrin durch Streptococcen 537 E r d m a n n , AmmoniakstickstoiF im Ur- gestein 106, 131 Fischer u. Ach, Synthese des Caffeius 116 , Synthese der Harnsure, des Hy- droxycaffeins und des Aminodioxy- purins . . 284 Seite Fischer u. Ach, Synthese des Theo- bromins , 512 , Die 2 Methyltrichlorpurine . . . 568 Franck, Ueber einige Stickstoffmetalle (Orig.) 291 Freund, Chemische Vortrge . . . 355 Fritzsche, Knstlicher Alkohol . . 465 Gal, Castoreum 418 Hentschel, Chlorstickstoff . ... 489 van't Hoff, Neues in der Stereo- chemie (Orig.) 598 van't Hoff's Theorie der Lsungen . 355 Krhnke, Chemische Untersuchungen an vorgeschichtlichen Bronzen Schleswig-Holsteins 488 Lauger, Gift der Honigbiene . . . 318 Linde, Verflssigung der Luft (mit Abb.) _ 81 Losanitschu. Jowitschitsch, Che- mische Synthesenmittels der dunklen elektrischen Entladung 214 Moissan, Darstellungen und Eigen- Schften des Urans 105 Olszewski, Helium-Verflssigung . 261 Rssler, Die modernen Methoden der Goldgewinnung (Orig.) 363 Scholtz, Bebirin 32 Spiess, Neue Versuche mit flssiger Luft 188 Wendt, Zur Theorie der Glirungs- Erschcinungen (Orig.) 507 Argon und Helium 355 Elektricitt und chemische Industrie . 356 Experimentiren mit flssigem Gase . 356 Neue Methoden zu Molekulargewichts- bestimmungen 355 Geograpliie und A'ernandtes. B a s c h i n , Aussichton der Andree'schen Ballon-Expedition 536 Bluzet, See Faguibine, ein neuer afri- kanischer Landsee 56 David, Entstehung der Koralleninseln 538 V. Drygalski, Die Polargebiete auf Grund der neuesten Forschungen (Orig.) 599 Folgher alter. Magnetische Inclina- tionen zur Etrusker-Zeit .... 274 Kttkenthal, Das Reich Sarawak auf Borneo (mit Abb.) 109 Mewos. Aufgaben und Stand der Sd- polarforschung (Orig.) 208 Pettersson, Stand der Meeresfor- schung 213 Regel, Reisebrife aus Colonibia (Orig. mit Orig.-Abb.) 1, 37, 231, 265, 289, 301, 349 Reusch, Insel And 225 Rrdam, Hydrographische Unter- suchungen in den dnischen Ge- wssern 379 Ryder, Eisgrenze zwischen Grnland, Island und Spitzbergen 560 Ule, Wasserhaushalt im Stromgebiet der thringischen Saale (Orig.) . . 4 Walser, Vernderungen der Erdober- flche im Kanton Zrich .... 56 Unterricht. Bodo, Der 2. naturwissenschaftliche Feriencursus fr Lehrer an hheren Schulen in Frankfurt a. M. (Orig.) 337 Brendel, Botanische Modelle . . . 508 Scliwalbc, Der 7. naturwissenschaft- liche Feriencursus fr Lehrer an hheren Schulen , abgehalten in Berlin (Orig.) 581 , Zur Methodik des Experimentes (Orig.) 621 Seite Szymnski, Schul versuche aus der Elektricitt mit Bercksichtigung der Elektrotechnik (Orig.) .... 597 Vogel, Lieber die Bedeutung der ge- schichtlichen Erkenntniss bei dem physikalischen Unterricht (Orig.) . Ausstelhing von Unterric'.itsmitteln im Dorotheenstdtischen Realgymna- sium Feriencurse in Jena Naturwissenschaftlicher Feriencursus fr Li'hrer an hheren Schulen 382, 621 622 250 581 Medizin, Hygiene nnd Verwandtes. Arloing, Der Schweiss ist giftig . . GOO Below,' Praktische Ziele der Tropen- hygiene 1-1 B u c h n e r , Biologie und Gesundheits- lehre ... 49 Essipov, Aderlass und Immunitt . 391 F i r k e t , Filariose bei den Congonegern 2 1 1 Fr ick er, Fremdkrper im mensch- lichen Magen , ""^ Guiraud, IP'athogene Microben auf Hlsenfrchten nnd Gemse . . . 498 Heubner, Erreger der epidemischen Genickstarre 5ir Julien, Eine ParasitenkranUheit der Schafe '-8 Kirchner, Tubcrkelbacillen im Staub einer Montirnngskammcr .... 102 Koch, Neue Tuberculiu-Prparate . 496 Kraepelin und Hoch, Wirkung des Thees '*^ Leyden, Behandlung Tuberculser . 486 Megnin, Gefhrliche Milbe von Mau- _^ ritius ^' N c n c k i , S i.e b e r u. W y z n i k i e w 1 c z , Microben der Rinderpest .... 615 Nocard, Tetanus-Heilserum . . . -1' Pettenkofer, Eine wichtige directo Selbstreinigung der Flsse . . 57o Petri, Gegenwrtigerstand der Pest- frage ,., "^ Phisilix, Die immuuisirende Wn-kung des Salamandergiftes gegenber dem Schlangengifte ^^fg Poehl, Spermin rflS Rodet und Nicolas, Gehalt des Holzpflasters an Bacterien . . "o Sabourand, Ursache der Kahlkpfig- keit f.r^ Sauer, Maltonwein ,' ^ S c h i e v e k , Sake, das Nationalgetrnk der Japaner . Schumburg, Herstellung von kenn- _ freiem Trinkwasser '^1 Valiin, Pellagra j Weigert, Neue Fragestellung in der ^^ jiathologischen Anatomie . - ''*' Wendt, Naturheilkunde und wissen- ^ schaftliche Medicin (Orig.) .... -3 Zelle, Durch Aderlass verliehene Im- munitt gegen lufectionskrankheiten (Orig.) ^^^ Scharlach-Epidemie durch Genuss von Milch 6-^8 Nationalkononiisches, Laudwirth- schaft u. s. w. Baudouin, Seefischzuchtanlage zu Floedewig -1'^ Bell. Verheerung derCanadisehen al- der durch Brnde -'^^ d'Hammonville, Ntzliche Vgel Frankreichs . '"^''^ Hennings, siehe Botanik. HoUrnng, Mageninhalt der Saat- krhe ^^- Jacob, Die Cichorie '^^^ VI Inlialt8-Vcrzeielini(>s. Seite Milne Edwards, Bebrten der Eier durch Vogehnilnnclien 479 Morris, Haarausfall bei Tbieren naob Geuuss von Leueaena glauca . . 9 P o u n d , Verniebtung der Kaninchen in Australien 3G9 Kaffray. Straussenzuebt 115 Kas))ail, Schutz der Feldlerche . . 379 Roche, Austernzucbt in Europa . . IJOl Selons, Heuschreckenplage In Sd- afrika 557 S p a 1 i k o w s k i , Vertilgung von Raupen 297 Venukoff, Sibirische Mineralkohlen 93 Badeschwanimkultur 102 Institut zur Erforschung der Maul- unil Klauenseuclie 536 Stickstofl' der Luft als Dngemittel . 453 Wanderbeuschreckenplage in Argen- tinien 68 Wasserstrassennetz in Canada . . . 106 Zubereitung des Opiums 30 Tecliuik und IiistrHmeiiteiikiiiKle. Archenhold's Riesenfornrohr . . . G2 A n d r e o 1 i , Ozon 393 Bender, Die Wasserversorgung von Frankfurt a. M. (Orig) 363 Blum, Formol als Conscrvirungsflssig- keit 394 Brenner, C'hronodeik von St. Re.ssel ( spreciienden Rabatt. Beilagen nach Uebereinkunft. Inseratenannahme BringeKeld bei der Post 15 -4 extra. Poatzeitunersliste Nr. 4954. " bei allen Annoncen bureaux wie bei der Expedition. Abdruck ist nnr mit voll8tndl8;er 4(nellenangabe gestattet. Reisebriefe aus Colombia. Von l'rof. Dr. Fritz Regel in Jena.*) 1. Voll Jena nach Barranquilla. Durch die hochherzige Untersttzung- seitens eines Thringer Grossindustriellen wurde diese Reise ermglicht. Die Wahl des Zieles, sowie die Ausfhrung der Reise selbst, waren ganz meiner Entscheidung berlassen. Nach reiflicher Ueberleguug und Bcrathnng mit sachkundigen Freunden, insbesondere den Herren A. Hettner in Leipzig, Geheiirath W. Reiss auf Schloss Knitz bei Saalfeld, G. yteinmauu in Freiburg i. Br., A. Stttbel und L. Wolf in Dresden fiel meine Wahl auf die von deutschen Forschern noch weniger bercksichtigten Theile von Co- lombia, woselb.st namentlich die Central- und West- kordillere mit ihren mannigfachen Verzweigungen im Berglaudc von Antioquia interessante Ergebnisse zu liefern versprach. Im Laufe des Sommersemesters wurden die persn- lichen und sachlichen Vorbereitungen getroffen und am 23. Juli der bis zum Beginn des folgenden .Sommers ge- whrte Urlaub angetreten. In Bremen und Hamburg mit guten Empfehlungen fr die amerikanischen Kstenpltze, sowie fr Medellin, Manizales, Cali Popayen und Bogota versehen, ging ich von Hamburg am 28. Juli auf der Flandria" (Kapitn Mestermann), einem Kargodampfer der Hamburg-Sd- amerikanischen Packetfahrt-Actiengesellschaft" in See und erreichte nach einer sehr gnstigen Fahrt ber Havre am 15. August die dnische Insel St. Thomas. Meine Wahl war trotz der lngeren Fahrzeit auf diese Linie gefallen, weil dieselbe Gelegenheit bietet, auf der Hinreise ver- schiedene Hfen von Westindien und Venezuela kennen zu lernen. Ich wurde sowohl von Seiten der Direction in Hamburg, wie von dem trefflichen Kapitn und seinen Officieren auf das Zuvorkommendste aufgenommen und verfehle nicht hierfr auch an dieser Steife meinen ver- bindlichsten Dank abzustatten. Die Schiffe dienen in *) Der obige Brief ist d.atirt: Medellin den 4. Nov. 1896. Red. erster Linie dem Waarenverkehr und knnen dalier-Wa--"^'^ sichtlich ihrer Einrichtung fr rersouenbcfrderung natr- lich nicht mit den heutigen Schuelldamprern wetteifern, mir war aber die Ruhe und Gemchlichkeit der Reise besonders erwnscht, da ich noch mancherlei litterarische Vorbereitungen auf die beabsichtigte grssere Landreisc hier vornehmen konnte. Ich gehe ber die Einzelheiten der vom herrlichsten Wetter begnstigten Fahrt ber den Atlantischen Ocean hinweg: dio fliegenden Fische, die zarten Qualleu, das Meeresleuchten, treibende Sargasso- tange wurden natrlich tlcissig auf der Ueberfahrt von Europa beobachtet; hohen Genuss boten die herrlichen Abende besonders bei Mondbeleuchtung. Bald Hessen die zunehmende Sonnenhhe und der immer tiefer sinkende Polarstern, der strkere Glanz der Gestirne, sowie die wachsende Luft- und Wasserteniperatur ber die An- nherung an die Tropen keine Zweifel mehr. Die folgende kleine Zusammenstellung mge ber die Temperaturzu- nahme eine Vorstellung geben. (Die Beobachtungen wurden frh und abends um 8 Uhr zwischen Havre und St. Thomas angestellt): Datum Zeit Luft Grad C. Wasser 1 Grad C. Datum Zelt Luft Grad C. Wasser Gra d C 2, August 8 a. m. 8 p. m. 19 19 9. August 8 a. m. 8 p. m. 26,5 26,5 26,5 26,5 3. n 8 a. m 8 p. m. 23 19 19 19,25 10. 8 a. m. 8 p. m. 26,25 26,25 27 27 4. n 8 a. m. 8 p. m. 20,5 21 20 21 11. 8 a. m. 8 p.m. 27 29 5. n 8 a. m. S p. m. 25 22,5 22 23 12. 8 a. m. 8 p. m. 27 30 29 28,5 (i. B 8 a. m. 8 p. m. 26- 23,5 23 24 13. 8 a. m. 8 p. m. 27 27 7. 8 a. m. 8 p. m. 25 24 25 20 14. 8 a. m. 8 p. m. 29 28 28,2.1 28,5 8. 8 a. m. 8 p. in. 27 26 26 26 15. St.Thomas 8 a. m. 29,.5 28,75 Naturwissenschaftliche Wocheuschrift. XII. Nr. 1. Am Morgen des 15. Aui^ust kam zunchst die kleine Insel Sombrero mit dem Leuchtthurm liuker Hand in Sicht, dann von Mittag ab auf der rechten Seite Virgin Corda, mehrere kleinere Eilande der Jungfern-Inseln, im Hintergrunde die Berge von Tortola und St. John, bis sich der herrhche Naturhafen von St. Thomas in inmier deutlicheren Umrissen zeigte. Mir wird die Einfahrt in diesen Hafen, den ersten Platz im Tropenland nach der zweiwchentlichen Seereise unvergesslich bleiben! Wir konnten nach Erledigiwg der blichen Formalitten noch an demselben Abend das Land betreten un, Die Niederschlags- und Abflussmengen wurden zu- nchst fr die einzelnen Monate und Jahre bereclniet. Allein zur Bestimmung des Verhltnisses von Abfluss zum Niederschlag waren diese gleichzeitigen Werthe nicht verwendbar. Denn beide Vorgnge sind nicht gleich- zeitig, das Abstrmen des Wassers vom Boden erfhrt eine Verzgerung, ebenso das Fliessen im Strome selbst bis zur Messstelle. Ein genaues Maass fr diese Ver- zgerung ist natrlich nicht zu erlangen; allein eine ficihe von Erwgungen und Untersuchungen der Wasserbewe- gung in der Saale fhrten zu der Annahme, dass ilie Dauer des Regenabflusses bis zur Messstelle rund zehn Tage betrgt. Es mag dieser Werth, so willkrlich wie er gewhlt erscheint, von der Wirklichkeit nicht allzusehr abweichen. Das geht aus der guten Uebereinstinnnung zwischen der Zu- und Abnahme des Niederschlags und den Schwankungen der Wasserfhrung in der Saale recht deutlich hervor. Auf Grund dieser Annahme wurden auch die Abflussniengen der um 10 Tage verschobenen Monate festgestellt und diese Werthe dann in Proeenteu der Niederschlagsmengen in den zugehrigen Kalendermonaten berechnet. Das Ergebniss war folgendes: , S S j J3 D j^ ^ ;= tz^ Fi .= H fi ;!^ p. Ol) CS 1-5 0) S < = - 3 < CD o O o Q '^ Mittlere Niederschlags- hhen im gesammten Stromgebiet in Milli- metern 30 25 45 41 60 76 92 57 44 59 48 45 606 Mittlere AbHusshhen in Millimetern 17 15 26 23 16 11 U 10 8 12 12 18 177 Abfluss unter Dekaden- verschicbunt; in Pro- centen desNiederschla- 56 60 64 45 23 15 12 13 21 19 31 41 m Iliernach Verlast inPro- centen des Nieder- schlages 44 40 36 55 '77 85 88 87 79 81 69 59 VI In diesen Zahlenreihen gielit sich ein auffallender Gegensatz zwischen Winter und Sommer zu erkennen. Einem regenarinen Winter steht ein regenreicher Sonuiier gegenlier. Theilen wir das Jahr nach den Niedcrschlags- hheu in den einzelnen Monaten, so mssen wir die Scheidung unabhngig vom Kalender und von dem meteorologischen Jahr vornehmen; denn wir haben deut- lich ein Halbjahr mit im allgemeinen geringer Nieder- schlagshhe von November bis April und ein solches mit strkerem Regen von Mai bis October. Auf ersteres Halbjahr fallen nur 37,5 7o) auf das zweite dagegen 62,5 "/o der Jahressumme. Dieselbe Scheidung ist auch nach den Abflusshhen geboten. Aber da tritt umgekehrt einem abflussreichen Winter ein abflussariner Sommer gegenber. Auf die Zeit November bis April fallen 62 "/ der Jahressumme, auf Mai bis October 38 %. Dieses Bild wiederholt sich in der Zahlenreihe, welche dem Abfluss unter Dekaden- verschiebung in Procenten des Niederschlages darstellt. Wir finden im Mittel der bezeichneten 6 Monate einen sommerlichen Abfluss von nur 17 o,,,; einen winterlichen dagegen von 48 Vo- Hier liegt ein so schrofter Gegensatz vor, wie er uns nur in dem jahreszeitlichen Wechsel der gesammten Natur wieder begegnet. In den meteorologischen Erscheinungen kennen wir solche Unterschiede zwischen Sommer und Winter kaum. Es darf die Ursache dieser Gegenstzlich- keit der beiden Halbjaiire darum auch gewiss nicht in den meteorologischen Vorgngen allein gesucht werden, viel- Naturwissenscliaftlicbe Wocbcnsclirift. XI i. Nr. 1 inclir iiiuss dabei die Aufmerksamkeit sich von selbst auf die alli;emeiiieu biologischen Verbltnisse richten. In erster Linie kommt die Vegetation hier in Betracht. Durch die Ent Wickelung derselben wird weit mehr als durch die meteorologischen Factoren die Entwsserung beeinflusst. Einmal verbrauchen die Gewchse zu der Entfaltung- ihrer Organe sowie zum Wachsthum eine bedeutende Wasscrmenge, ferner veinicbrt sich durch die Pflanzen die Verdunstungsmglichkeit und endlich erhlt das Pflanzenklcid dem Boden die Feuchtigkeit. Dadurch nmss aber der Abflugs in hohem Maasse behindert werden. Natrlich tritt noch eine Reihe meteorologischer That- sachen hinzu, al)er in erster Linie scheint doch die Vege- tation fr den Wasserhaushalt bestimmend zu sein. Es drckt sich in den obigen Zahlen eine Gesetzmssigkeit aus, die ihr Abbild recht gut in der Gesetzmssigkeit findet, mit welcher alljhrlich sich die Pflauzenentvvicke- lung vollzieht. Der bedeutende Einfluss der \'egetation spricht sich wohl schon in dem Uebergang vom Winter zum Sommer und vom Sommer zum Winter aus. Vom April zum Mai be- steht ein Sprung von 22 " , vom October zum November nur ein solcher von 12 7o- Im Friijahr entwickelt sich eben die Vegetation ziemlich schnell, im Herbst stirbt sie allmhlich al). Man drfte nicht ohne Grund die rasche Abnahme des Abflusses im Frhjahr allerdings auch auf das Ende der Schneeschmelze beziehen. Allein diese tritt ja im Mrz ein und ist im April sicher schon beendet. Etwas erklrt sich die hohe Procentzahl des Abflusses im Mrz und April auch aus dem Umstand, dass in diesem Monat der Niederschlag gering ist, die Verhltnisse aber fr einen starken Abfluss sehr gnstig sind. Der Boden ist vom Winter her mit Feuchtigkeit gesttigt, vielfach noch ohne Vegetation und oft noch in der Tiefe gefroren. Aber alles das kann den so pltz- lichen Sprung zum Mai und Juni nicht allein hervor- bringen. x\uch die zunehmende Verdunstung kann incht die Ursache dieser Erscheinung sein. Denn in Mitteldeutsch- land fllt das hchste Maass der Verdunstung gar nicht in die eigentlichen Sommermonate, sondern auf April, Mai und Juni. Es msste also auch der A\m\ schon den Ein- fluss erkennen lassen. Das ist aber nicht der Fall. Gleichwohl steht der Verfasser auch hier nicht an, in der zunehmenden Verdunstung ebenfalls einen betheiligten Factor zu erblicken. Als Hauptgrund der schnellen Aenderung der Ab- flussverhltnisse erscheint daher doch die Entwickelung der Vegetation. Man bedenke, welche ungeheure Menge von Wasser in den Maitrieben der Nadelhlzer und in den Blttern der Laubbilumc aufgespeichert wird und dass diese Aufspeicherung gerade im Mai am strksten erfolgt. Auf die gleiche Zeit aber fllt das Wachsthum des Getreides sowie der Wiesengrser und Kruter, die ebenfalls bedeutende Wassermengen verzehren. Die in- tensivste Pflanzencntwickelung hrt dann im Juni auf, die Bedingungen des Abflusses, soweit sie von der Vegetation l)estimmt werden, bleiben von da ab whrend des ganzen Sonnuers die gleichen. Erst im Herbst mit dcnrLaub- lalle endet alimhlich das vegetative Leben und damit die Vermehrung des Wasserverbrauches. Das spiegelt sieh in der allmhlichen Zunahme der Abflussproccntc deutlich ab. Diese wird nur im October unterbrochen. Die Ursache davon ist zweifellos in er.ster Linie die Trockenheit im Herbst. Vielleicht drften aber auch hier die vegetativen Zustnde wenigstens zu einem kleinen Theil mitwirken. Sie knnen recht gut die Steigerung des Abflusses im Septcml)er erklren. Auf Juli und August fllt die Haupternte. Eine nicht unbetrchtliche Flche Landes wird dann der wasserhaltendcn Pflanzen- decke beraubt und damit der Abfluss beschleunigt. Im September selbst aber treten huflg lngere Drren ein. In Folge dessen trocknet der Boden sehr stark aus, namentlich dort, wo er bereits nicht mehr Vegetation trgt. Dadurch vermindern sich die Abflussi)rocente im October. Wenn sich dieser Einfluss der Vegetation auch an anderen Flssen besttigen sollte, so wrde das von grosser Bedeutung sein. Es wre damit der klare Nachweis geliefert, dass Aenderimgeu in dem Pflanzen- klcid Verschiebungen in dem ganzen Wasserhaushalt eines Gebietes hervorbringen mssen. In Lndern, die stark entwaldet worden sind, ist eine solche Umwandlung auch stets beobachtet worden. Mau hat dann aus der Aenderung der Wassermasse in den Flssen oft auf eine solche des Niederschlags geschlossen. Dieser .Schluss ist jedoch nach unseren obigen Ausfhrungen nicht zulssig. Nicht der Niederschlag, sondern das Verhltniss vom Abfluss zum Niederschlag kann sich gendert haben. In diesem Gegensatz finden wir nun den gesuchten Anhalt zur Bestimmung der einzelnen Factoren, welche die Ausgabe im Wasserhaushalt ausmachen. Die Aus- gabe setzt sich aus dem Abfluss im Saalestrom, aus der Verdunstung und dem \'erbraucli durch die Organismen zusammen. Den Betrag der Verdunstung kennen wir zu- nchst nicht. Da jedoch im Winter von der Lebewclt nur wenig Wasser verbraucht wird, so drfen wir annehmen, dass in dieser Jahreszeit der von der Niederschlagsmenge nicht im Fluss abgefhrte Theil fast ganz der Ver- dunstung zuzurechnen ist. Es fliessen aber in der Zeit November-A])ril rund 5U })Gt. ab; 50 pCt. also fallen im Winter der Verdunstung anheim. Im Sommer, Mai-(Jc- tobcr, verdunstet nun nach Messungen mittelst eines Eva- porimeters in Chemnitz, deren Ergebnisse wohl als maass- gebend fr Mitteldeutschland angesehen werden drfen, etwa die doppelte Menge als im Winter. Das virde fr das Saalegebiet, in dem im Winter rund "2000 Jlill. Cbm. Wasser verloren gehen, fr den Sommer eine Verdunstung von 4000 Cbm. oder 55 pCt. des Niederschlags ergeben. Erwgen wir jedoch, dass die Messungsergebnisse eines Evaporimeters den natrlichen Verhltnissen nicht voll- kommen eutsjjrechcn, dass vielmehr eine ganze Reihe von Umstnden darauf hinweisen, dass die Verdunstung whrend des Winters wohl kaum in dem ^'erhltniss von 1 : 2 hinter derjenigen whrend des Sommers zurcksteht, so mssen wir den obigen Werth fr den sommerlichen Verlust etwas herabsetzen und drfen ohne grossen Fehler auch im Sommer die directc Verdunstung zu 50 pCt. des Niederschlages ansetzen. Damit sind uns aber thatschlich die Mittel gegeben, den Wasserhaushalt im Saalegebiet zift'ernmssig zu be- stimmen. Im Jahresdurchschnitt fallen rund oO pCt. tlcr Niederschlagsmengen auf den Abfluss, 50 pCt. auf die Verdunstung, und etwa 20 pCt. werden bei der Ent- wickelung der Organismen verbraucht. Der letzte Ver- lust gehrt haupfsehlich dem Sommer an, wo er auf ber 30 pCt. steigt. Der Abfluss von 30 pCt. in dem Flussbett der Saale setzt sich aus dem direct abfliessenden und dem als Quellwasscr hervortretenden Regenwasser zusammen. Auch hier ist es UKiglich, den Betrag der beiden Ab- flussmengen annhernd zu bestimmen. Das einsickernde Wasser speist den Fluss in Zeiten der Trockenheit ganz allein, es verhindert ein vlliges Versiegen des Flusses, bewirkt somit das Vorhandensein eines constanten Niedrig- wassers. Aus den niedrigsten Wasserstnden jeden Monats ergiebt sich nun nach der 10jhrigen Periode etwa ein Niedrigwasserabfluss von 1500 Mill. Cbm., XII. Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. das sind aber rund M pCt. der Al)tiussnieng'e ber- haupt. Denniach wrden in der Saale von dem gesammten Niederschlag 15 pCt. direct abfliesseu und 15 pCt. durch Absickern, also als Queilwasscr zum Fluss gelangen. Die vorstehenden Ergebnisse haben natrlich nur einen sehr bedingten Werth. Man darf bei der e- urtbeilung derselben nicht vergessen, dass das benutzte Material wie die Methode der Berechnung mit vielfachen Fehlern behaftet sind. Das Ganze ist eben nur ein Ver- such, den Wasserhaushalt innerhalb eines Stromgebietes in seinen einzeln im Betrgen zu ermitteln. Wie weit den gefundenen Resultaten eine allgemeine Gltigkeit zuo-e- sprochcn werden kann, werden weitere Unter.suchunnen an Flssen zeigen. Mgen die vorstehenden Ausfhrungen dazu die Anregung geben! Der krnige Zerfall, ein Beitrag- zur Physiologie des Todes nennt Prof. M. Verworu eine Arbeit (PHger's Archiv fr ges. Physiologie, Bd. 63), welche die Er- scheinungen des krnigen Zerfalls oder der trben Schwellung an dem homogenen Protoplasma der Pseudo- podien von Hyalopus (Gromia) duj'ardini, einem marinen Rlii/.opodcn, untersucht hat. Schneidet man von einem Individuum, das in einem flachen Schlchen reichlicii Pseudopodien ausgestreckt hat, eine grssere Protoplasma- masse durch einen scharfen Druckschnitt ohne Zerrung ab, so hat man einen Klumpen wasserklaren Proto- plasmas, der meist noch einige Stunden lang am Leben bleibt, seine Gestalt durch Pseudopodicnliildung und Ein- ziehung verndert und sich verhlt wie die Pseudopodien eines intacten Individuums. Erst nach Verlauf mehrerer Stunden beginnt das bis dahin vollkommen homogene und hyaline Protoplasma in sich eine Flssigkeit in Form usserst feiner Vacuolcn auszupressen, so dass es eine feiuwabige Struetur annimmt. In den Wabenwnden sammelt sich das Protoplasma zu klumpigen Anhufungen, deren Verbindungsbrcken zerreissen. In Folge dessen platzen die Vacuolen und das Protoplasma der Waben- wude zieht sieh zu isolirtcn Klmpchen und Kgelchen zusammen, die nur noch durch eine feine, schleimartige, dem Inhalte der Vacuolen entstammende Substanz lose an einander gehalten werden. Das ist die typische Er- scheinung des krnigen Zerfalls. Bei mechanischer Reizung der Pseudopodien durch Berhrung mit einer Nadel nimmt das Protoplasma ganz dasselbe hckerige und krnige Aussehen an, wodurch das gereizte Proto- plasma im Gegensatz zu dem ungereizten, hyalinen vllig undurchsichtig eischcint. Das Pseudopodium verkrzt sich ein wenig und die gereizten Massen gleiten ganz allmhlich dem Zcllkrpcr zu. Dann aber, meist ehe sie noch den centralen Krper erreicht haben, beginnen sie sich wieder allmhlich zu gltten, das Protoplasma wird durchsichtiger und schliesslich hat die Stelle ihre frhere Beschaft'euheit wieder. Verfasser hlt daher die Vorgnge, welche zum krnigen Zerfall fhren, fr energische Contractions- vorgnge des Protoplasmas, in denen sich bis in alle Einzelheiten das allgemein aller Contraction und aller Nekrobien nackter Protoidasmamassen zu Grunde liegende Princip ausspricht, dass nackte Protoplasmamassen, falls nicht von Aussen her hindernde Momente einwirken, im Con- tractionszustande alisterben und denigemss im Grossen wie im Kleinen die Neigung haben, mehr oder weniger vollkommene Kugelform anzunehmen. Der krnige Zer- fall i.st der Ausdruck einer bermaximalen contractorischeu Erregung. R. Das natrliche phylogenetische Flechtensysteni hat neuerdings durch Prof. Rein ke in Kiel eine umfang- reiche Bearbeitung erfahren. (Pringsheim's Jahrb. fr wissenschaftliche Botanik 1896, S. 171.) Bei der Aufstellung desselben Hess sich R. durch folgende allgemeine Gesichtspunkte leiten. 1. Die Flechten als solche, also als specifische Ver- einigung von Pilz und Alge, haben schon eine phyloge- netische Entwickelung durchgemacht. Sie leiten sich phy- logenetisch von Pilzen ab, aber nicht alle Pilze vermgen Flechten zu bilden. 2. Die Flechten, wenigstens die meisten, sind aus Ascomycetenfamilien hervorgegangen und polyphyletischen Ursprungs. 3. Die Einthcilung der Eichenes in Strauch-, Laub- und Krustenflechten ist vom Staudpunkt der Blutsver- wandtschaft unhaltbar, weil sie nicht hauptschlich auf morphologischer Basis (Homologien) beruht, sondern auf rein physiologischer (Analogien). Die Entscheidung dar- ber, ob man es bei einem bestimmten Merkmal mit Ho- mologie oder Analogie zu thuu hat, kann nur durch um- fangreiche vergleichende Studien getroffen werden. 4. Das oberste Eintheilungsprincip bei der Aufstellung des Systems liefern die Apothecien, weil solche schon die erste Flechte, welche entstand, haben musste. Erst in zweiter Reihe stehen die Merkmale, welche das Flechten- consortium als solches im Laufe seiner phylogenetischen Entwickelung erworben hat." Die Askosporen knnen nur dann zur Einthcilung und nheren Abgrenzung der Gruppen verwendet werden, wenn andere wichtige Merkmale nicht dagegen sprechen. Dasselbe gilt von den Gonidien. 5. Die einfachsten Flechten (Krustenflechten) sind die Urformen, also die ltesten; aber reducirte Formen drften bei den Flechten auch vorkonnnen. Die treibenden Factoren bei der phylogenetischen Entwickelung sucht der Verfasser in der natrlichen Zuchtwahl. Natrliche Familien sind nach R. unter anderen die Graphidacei mitGraphis, Opegiapha, Roccella etc., die Lecideacei, Cladoniacei mit lemadophila, Stereo- caulon, Baeomyces, Cladonia, Sphyridium, die Parme- liacei mit Lccanora, Parmelia, Cetraria, Evernia, Usuea, Cornicularia, Ramalina, die Physciacci mit Physcia und Anaptychia, die Lichinacei, Ephebacei, Stictacei, Peltigeracei und Collemacci. R. K. Henry C. .Merccr, der sich in den letzten Jahren die Durchforscluiiig der nordamerikanischen Hhlen auf prhistorische Reste zur Hauptaufgabe gemacht hat, hat seine Untersuchungen im letzten Jahre auch auf Mittelamerika ausgedehnt und insbesondere Nachgrabungen in 29 Hhlen der Halbinsel Yukatan angestellt. In mehreren dieser Hhlen fand er die obere Bodenschicht auch reich an menschlichen Artefacten, besonders der Tpferei, sowie an Knochen. Die untere Schicht dagegen erwies sich allenthalben als vllig steril, und was den Culturtypus betrifft, den die Funde darstellen, so war derselbe durchgngig ein sehr vorgeschrittener, wie er nicht auf dem Boden der Halbinsel erwachsen sein kann, sondern von auswrts eingefhrt worden sein muss. Die Reste weisen auf keine eigentliche vorhistorische Rasse hin, sondern die Hhlenmenschen von Yukatan sind geologisch blutjung, und man kann aus den Spuren keinen anderen Schluss ziehen, als den, dass es die unmittelbaren Vor- Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 1. fahren iler .jetzigen Mayas, der bekannten uiittelameri- icanischcn >Stdteerbauer waren, die aus dem einen oder anderen Grunde i^elegeutiich in den Hhlen Zutluclit suchten. Zu einem hnlichen Ergebnisse hatten bekanntlich auch die Ibihlcnforschungen in Virginien, Kentucky, Indi- ana etc. geflut. Auch dort fand man in den H(ililen aus.'^chlicsslich Reste, die von den unmittelbaren Vor- fahren der heutigen Indianer herrhrten genau wie in den nordamerikanischen Mounds". E. D. Die iiitc'riiatioualen wisseii.schaftlicben Ballon- fabrteu in der Nacht auf den 14. November waren der Gegenstand eines Vortrags, welchen Professor Dr. Richard Assraann am 26. November im Deutschen Verein fr Luftscbift'fahrt" und am 1. Dezember im Ber- liner Zweigverein der Meteorologischen Gesellschaft" hielt. Nach den usserst ergiebigen Resultaten, welche die zahlreichen Luftfahrten der Ballons Humboldt", Phnix" und Cirrns" ergeben hatten und ber welche in dieser Zeitschrift mehrfach berichtet wurde, sollte zu- nchst eine lngere Pause eintreten, um das gewonnene berreiche Material erst einmal grndlich zu verarbeiten. Doch wurde zwischen Professor Assmann in Berlin und den Herren Hermite und Besanyon in Paris abgemacht, noch einmal eine gemeinschaftliche Fahrt von unbemannten Ballons zu veranstalten. Auch Russland interessirte sich fr diesen Plan und auf einer Zusammenkunft der Directoreu der meteorologischen Institute in Paris im September dieses Jahres wurde ein internationales aeronautisches Conte" gegrndet zum Zweck der Veranstaltung gleichzeitiger Auffahrten. Russlaud erbot sieh, gleichzeitig mit den Auffahrten in Paris und Berlin einen bemannten und einen unbemannten Ballon in Petersburg, sowie einen bemannten Militrballou in Warschau steigen zu lassen. Auch der Mnchener und der Oberrheinische Verein fr Luftschitffahrt schlssen sich dem Projeet an; der erstere wollte einen bemannten, der letztere einen unbemannten Ballon steigen lassen. In Paris, wo zuerst die Idee der unbemannten Ballons (ballon perdu, ballou sondc) angeregt und verwirklicht wurde, sollte ein unbemannter, in Berlin ein unbemannter und ein bemannter Ballon steigen. So sollten denn an 6 Orten 8 gleichzeitige Fahrten stattfinden, von denen man allerdings mit Recht einen genauen eberldick ber die Zustnde und die Luft- strmungen der hchsten Atmosphrenschicliten in einem bestinnnten Moment erwarten durfte. Damit die Registrir- Instrumente vor jeder Sonnenstrahlung vllig geschtzt seien, beschloss man, einer Anregung des Prof. Assmann folgend, die Fahrten zur Nachtzeit vorzunehmen. Paris machte nun den Vorschlag, das Experiment in der Nacht vom II-}. auf den 14. November vorzunehmen, weil man hoffte, durch die bemannten Ballons gleichzeitig ber den Radiationspunkt des in dieser Nacht flligen Sternschnup- ])enschwarmes der Leoniden" genauere Beobachtungen zu gewinm'n, eine Hoffnung, die sich brigens nicht erfllt hat. Thatschlich fand in dieser Nacht um 2 Uhr Pariser Zeit der gemeinsame Aufstieg- statt; nur in Jlnchen Hess man den Ballon erst um 7 Uhr Morgens steigen. Doch ist das Experiment als nur tlieilweise geglckt zu be- trachten. Mau hatte gehofft, dass die unbemannten Ballons ausnahmslos bis in Hhen von loOO 20 000 Metern .steigen wrden und glaubte aus frheren Erfahrungen, dass sie durchweg ziemlich weit (nach Osten) getragen werden wrden. Thatschlich aber erreichte "nur ein einziger Ballon die gewnschte Hhe. Der unbemannte Ballon, welcher in Berlin (auf dem Tempclhofer Felde) aufstieg, war der Cirrus", der schon (iinal Fainteu ber 12U00 Meter ausi^eflirt liattc. darunter eine bis zum Kloster Tavua in Bosnien (7. Juli IS'JI), eine zweite in die Gegend von Minsk (6. Sep- tember 1894) und eine dritte, die ihn bis auf eine Hhe von mehr als 20 000 Meter fhrte, nach den dnischen Inseln. In Folge dieser mannigfachen Abenteuer, auf denen er manche Wunde erlitten hatte, war er schon mehrfach gefliekt, und am 14. November nun bekam er bereits in etwa (5000 Meter Hhe einen Riss, trot/.deni er vorsichtshalber nur halb gefllt worden war, und das ausstrmende Gas Hess ihn nach nur einstndiger Fahrt schon im Grunewald, in der Nhe der Saubucht, herunter- sinken, wo er am 15. November in total demolirtem Zustande, aber mit unversehrten Instrumenten aufgefunden wurde. Es war die letzte Fahrt des berhmten Ballons gewesen. Der Petersburger unbemannte Ballon platzte gleich- falls in 5000 Meter, nach nur sehr kurzer Fahrt. Der Strassburger Ballon stieg dagegen bis fast zu SOOO Meter Hhe, sank dann aber auch ohne recht ersichtlichen Grund nach nur dreistndiger Fahrt im Schwarzwald nieder. Nur der Pariser Ballou erfllte die gehegten Er- wartungen. Er erreichte eine Hhe von 15 000 Metern, wo er eine Temperatur von 63 vorfand, und wurde erst nach wenigen Tagen in Belgien aufgefunden, nachdem man schon geglaubt hatte, er sei in die Nordsee ge- trieben und verloren gegangen. Der Mnchener bemannte Ballon flog Anfangs nach SSE, nderte dann nrdlich von Salzburg seine Richtung und landete schh esslich sUdstHch von Linz; seine Maximal- hhe betrug o400 Meter. Der bemannte Petersburger Ballon flog in sUdsdwestlicher Richtuug bis in die Gegend von Pskow, der Warschauer nach Galizieu. Am interessantesten gestaltete sich von den Fahrten der bemannten Ballons diejenige des Berliners. Es war ein Militrballon, der Bussard", den man aufsteigen Hess. Die Fhrung hatte wieder der bewhrte Herr Berson vom Berliner meteorologischen Institut ber- nommen, welcher au diesem Tage seine vierzigste Luft- reise unternahm; ausserdem war noch Preniierlieuteuant von Kehler von der Militr-Luftschiftcr-Abtheiluug an Bord. Man hatte die Absicht, eine mglichst weite und hohe Fahrt zu unternehmen. Deshalb hielt sich der Ballon 4 Stunden lang in sehr geringen Hhen (unter 2000 Meter). Mit Sonnenaufgang erfolgte dann erst der eigentliche Aufstieg, welcher den Ballon bis in eine Hhe von 5700 Metern fhrte. Da der Ballon in nordnord- westlicher Richtung flog, hatte man die feste Absicht, die Fahrt bis auf die dnischen Inseln oder gar nach Sdschweden auszudehnen. Da man einen ausser- ordentlich grossen Ballastvorrath bei sich hatte und bei Sonnenaufgang bereits die Ostsee in der Ferne erblickte, wre jeuer Plan bei gewhnlicher Windstrke unzweifel- haft geglckt. Gerade auf dieser Fahrt aber herrschte bis in grssere Hhen hinauf eine so geringe Luft- bewcjiung, wie sie Herr Berson auf seinen zahlreichen Fahrten noch nie zuvor angetroflen hatte. Nachdem daher der Ballon fast drei Stunden lang unbeweglich ber dem Mritzsee gestanden hatten, sahen sieh die beiden Luftschiffer zu ihrem grssteu Bedauern genthigt, ihren Plan fallen zu lassen und mit dem Ballon in der Nhe von Rybnitz an der mecklenburgischen Kste zu landen, wobei sie unerwarteter Weise in den untersten Regionen einen krftigen Wind antrafen, so dass sie noch eine Schleiffahrt zu bestehen hatten. Das wichtigste meteorologische Ergebnis der ge- sammtcn Fahrten war, dass man ber weite Strecken in gleichen Hhen fast genau die gleichen Temi)eraturcn antraf, in tieferen Kegionen fanden die beiden Berliner XII. Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Baiions eine ausgeprgte Temperaturumkehr: whrend in Berlin beim Aufstieg massiger Frost (durch starke Aus- strahlung des Erdbodens bei heiterem Himmel) herrschte, stieg das Thermometer in 2000 m Hhe ber den Null- punkt, und erst in 3000 m fand sich wieder die gleiche Temperatur von 4*^, die am Erdboden geherrscht hatte. Die Luftstrmungen in den fast berall erreichten mittleren Hhen von 4000 7000 Jletern Hhe waren durchaus dieselben, welche nach der vorhandenen Wetter- lage am Erdboden bedingt werden mussten. Es erstreckte sich in der Nacht vom 13. auf den 14. November ein ausgedehntes Maximalgebiet in leichtem Bogen ber Frankreich, Oesterreich, Deutschland, Jtland und Skan- dinavien. Ein tiefes Minimum lag bei Irland, ein zweites flacheres im westlichen Russland. Eine Zusammenstellung der AViudrichtungen, in welchen die Ballons sich be- wegten, ergiebt nun, dass der Pariser nach NE, der Ber- liner nach NNW (beide unter dem schwachen Einfluss des westlichen Minimums), dagegen der Petersburger nach SSW, der Warschauer nach SSE (beide unter dem Ein- fluss des stlichen Minimums) flogen, whrend die Richtung des Miinchener Ballons, welcher ziemlich im Centrum des Hochdruckgebietes aufstieg, wechselte und die im allge- meinen stlich gerichtete Fahrt des Strassburger Ballons eine zu kurze war, als dass man der Richtung eine be- sondere Bedeutung beilegen knnte. Der letztere Ballon hat noch besonders viel von sich reden gemacht in Folge seiner eigenthmlicheu Temperatur- kurve. Seine Registrirapparate zeigen nmlich die niedrigste Temperatur von 30 bei 5900 m Hhe. Dann springt die Temperaturcurve ganz pltzlich betrchtlich, und zwar dermaasseu, dass sie fr 8000 m Hhe den hchsten Temperaturwerth von -f- 7 aufweist. Es sind die ge- wagtesten Hypothesen aufgestellt, um diesen Aufzeich- nungen eine objective Berechtigung zuschreiben zu knnen. Doch kann absolut kein Zweifel darber bestehen, dass das Registrirthermometer ber 6000 m falsche Angaben gemacht hat, oftenbar weil es nicht fr sehr niedrige Temperaturen gengend geaicht war. Dass die Apparate in der bezeichneten Hhe schadhaft und unzuverlssig geworden sind, beweist auch ein gleichzeitiger, sonst ganz unerklrlicher Sprung in der Barographencurve, vor allem aber die Thatsache, dass der Thermograph beim Abstieg des Ballons fr 6000 m Hhe nicht etwa wieder 30, sondern etwa 0" registrirte. Dass die Apparate nach der Landung wieder richtig functionirten, ist nach frheren Erfahrungen durchaus kein Beweis gegen die Richtigkeit der geusserten Vermuthung. Prof. Assmann bezeichnete die Fahrten vom 14. No- vember ausdrcklich als erstes derartiges Unternehmen. Es steht also mit Sicherheit zu erwarten, dass dem ersten, nur theilweise gelungenen Versuch eine Reihe von anderen folgen werden, welche allerdings in ganz hervorragender Weise zur grndlichen Erforschung der oberen Atmosphren- schichten beizutragen vermgen, zumal bezglich der Luft- strmungen daselbst im Vergleich mit den gleichzeitigen Beobachtungen auf der Erde. Die zurckgelegten Strecken der einzelnen Ballons waren diesmal durchweg relativ klein; wenn man aber bedenkt, welche gewaltigen Strecken der Cirrus" auf seinen ersten Fahrten zurcklegte, oder wenn man sich gar erinnert, dass von den Ballons, welche im Jahre 1870 aus dem belagerten Paris, mit Briefen beladen, in die Lfte gesandt wurden, der eine bis nach Telemarken in Mittel-Skandinavien flog, ein anderer so- gar erst in Natal niederging, so wird man den weiteren internationalen Versuchen mit begrndeter Zuversicht auf ein gutes Gelingen entgegensehen knnen. H. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Gestorben: Geh. Ratli Emil Du Bois Keymoud, ordent- licher Professor der Physiologie au der Universitt Berlin. Wissenscliaftliche Abtheilung der Allgemeinen Gartenbau- Ausstellung in Hamburg 1897. - Im Jahre 1897 findet in Hamburg vom Mai bis September eine Allgemeine Gartenbau- Ausstellung statt, fr die schon seit lngerer Zeit umfassende Vor- bereitungen getroffen und zahlreiche Preise ausgesetzt worden sind. Seit kurzem ist auch fr dieselbe eine wissenschaftliche Abtheilung geplant, welche am "JS. Mai 1897 erffnet werden soll und bis zum Schlsse der Ausstellung Ende September dauern wird. Dem allgemeinen Programm, welches dieser wissenschaft- lichen Abtheilung zu Grunde liegen soll, ist seitens des hierfr gebildeten Ausschusses folgende Fassung gegeben. Zur Ausstellung sollen gelangen: 1. Durch mechanische, atmosphrische und Bodeneinflsse hervorgerufene Erkrankungen der Culturpflanzen: Verwundungen (Aestung, Inschriften), Wundheilung (Ueberwallung, Verwachsung), Wundbehandlung; Pfropfung und Oculirung; Etiolirung, Rindenbrand, Frostrisse, Frostkrebs, Sturm- beschdigung, Hagelschlag, Blitzschlag, Rauchbeschdigung, Chlo- rose, Verzwergung etc. 2. Die thierischen und pflanz- lichen Schdlinge des Garteubaues, Obstbaues sowie im Hin- blick auf die schwer zu ziehende Grenze des Land- und Forstbaues, eventuell mit Bercksichtigung exotischer Formen. Die von den Schdlingen hervorgerufenen Krankheiten, Missbil- dungen und Zerstrungen der Culturpflanzen. Die Vertilgungs- mittel der Schdlinge. 3. Die der Pflanzencultur ntzlichen Thiere und Pflanzen, a) Die wichtigsten blthenbestu- benden Thiere. Darstellung ihrer Thtigkeit an geeigneten Prparaten, Modellen, Tafeln etc. b) Die ntzlichen Wurzel- pilze (Knllchenbakterien, Mykorrhizen). c) Die Hauptfeinde der Cultui'schdlinge (Schlupfwespen, Braconiden, Tachinen etc.; insectentdtende Pilze). 4. Bild ungsab weich ungen und Missbildungen der Pflanzen: Verhnderungen, Maserbildung, Verlaubung, Fllung, Durchwachsung etc. 5. Vergleichende Dngungsversuche an lebenden Topfpflanzen: (Beginn der Ausstellung am 30. Juli). Culturen in Nhrlsungen. G. Wilde Stammformen unserer Culturpflanzen (getrocknet oder lebend). 7. Lebende exotische Nutzpflanzen in Tpfen. 8. Aus- wahlsammlungen der wichtigsten exotischen Nutzpflanzen in conseryirten Exemplaren (getrocknet, in Alkohol etc.), sowie in einzelne n Organ en und The ilen (Blthen, Frchte, Samen). 9. Nach morphologischen oder biologischen Gesichtsijunkten geordnete Auswahlsammlungen von Pflanzen und Pflanzentheileu (Blthen, Frchte, Samen, Keimpflanzen etc.) 10. Resultate wissenschaftlicher Bestub ungs versuche, wo mglich unter Vorfhrung der Stammeltern. 11. Wissen- schaftliche Hlfsraittel fr den grtnerischen Unterricht. a)Litteratur ber Grtnerei und Parkwirthschaft, Obstbau, Schdlinge, Bestubung durch Insecten etc. (Dieselbe wird seitens des Ausschusses beschafft und zusammengestellt.) b) Tafeln. Mo d eile, mikroskop ische Prparate, Glasphotogramme u. s. w. c) Graphische oder krperliche Darstellungen ber den Nhrwerth des Obstes und der Gemse. Platzmiethe oder Zulassungsgebhren werden fr diese Aus- stellung nicht erhoben, jedoch behlt sich der wissenschaftliche Ausschuss die Entscheidung ber die Zulassung der angemeldeten Objecte vor. Fr die von wissenschaftlichen Instituten oder Lehr- anstalten eingesendeten Ausstellungsgegenstnde wird auf Wunsch sogar Fracht und Versicherung rckvergtet. Ausser einer grossen Zahl goldener und silberner Medaillen sind auch eine Reihe von Geldpreisen ini Betrage von 100500 Mark z. B. fr Zusammen- stellungen pflanzlicher oder thierischer Schdlinge der Cultur- gewchse, fr Vertilgungsmittel von Pflanzenschdlingen, fr Dngungsversuche an Topfpflanzen, fr wissenschaftliche Pfropf-, Oculirungs- oder Bestubungsversuche etc. ausgesetzt; weitere Geldpreise sind noch in Aussicht genommen. Der Ausschuss ist gerne bereit, Interessenten auf Wunsch das Programm zuzusenden. Dr. C. Brick, Hamburg (IBotan. Museum). L 1 1 1 e r a t u r. Prof. Dr. Georg Elebs, Die Bedingungen der Fortpflanzung bei einigen Algen und Pilzen. Mit 3 Tafeln und 1-5 Text- tigureu. Gustav Fischer in Jena. 1896. Preis 18 M.*) Das umfangreiche Buch bildet den ersten Theil eines zwei- bndigen Werkes ber die Fortpflanzungsphysiologie der niederen Organismen. *) Ueber den Gegenstand ist zwar schon mehrere Male ein- gehend in der Naturw. Wochenschr. referirt worden; bei dem Interesse des Gegenstandes seien aber im Zusammenhange auch die 'schon erwhnten Dinge mit herangezogen. 10 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 1. Nach 9jhriger ununterbrochener Arbeit tritt Klebs mit diesem Werke an die Oeffentlichkeit, das berufen erscheint, unsere Ansichten ber die Physiologie der Fortpflanzung der niederen Pflanzen von Grund aus umzugestalten. Das Capitel ber Fortpflanzung, -nie es in den meisten Lehrbchern ber Pflanzenphysiologie dargestellt wird, enthlt eigentlich nur That- sachen der'Entwickelungsgeschichte, die unvermittelt neben ein- ander stehen. Das Weuige, was ber Generationswechsel bekannt ist, ist zum Theil selbstverstndlich, zum Theil aber werthlos, weil es nicht auf Experimenten beruht. In dieses dunkle Gebiet verbreiten nun die Untersuchungen des Verf. einiges Licht. Man mache sieh aber von vornherein klar, wie weit es zur heutigen Zeit berhaupt mglich ist, hier einzudringen. Wenn Verf. von der Fragestellung ausgeht, in welcher Weise die Organismen in Bezug auf ihre Fortpflanzung auf ussere Einflsse reagiren, so constatirt er damit, dass die Organismen auf bestimmte Einflsse in bestimmter Weise reagiren. Der eigeutliche Kernpunkt der ganzen Fortpflanzungslehre, nmlich zu erklren, wie die Beein- flussung vor sich geht und weshalb eine solche Beeinflussung gerade so uud nicht anders sich der Aussenwelt gegenber kund giebt, wird natrlich nicht dadurch berhrt. Das ist eben bei dem heutigen fragmentarischen Wissen ber die Plasmavorgnge im Innern der Pflanze ganz unmglich. Verf. hat sich deshalb auch nur auf das Erreichbare beschrnkt; hier aber hat er Resultate erreicht, die so bedeutend sind, dass das Erscheinen des vorliegenden Werkes einen Markstein in der Lehre der Fort- pflanzungsphysiologie bildet. Der bis jetzt erschienene Band erhlt nur die speciellen Resultate, also nur die durch die Experimentaluntersuchung ans Licht gefrderten Thats-achen ; alle Folgerungen allgeineiner Natur, sowie den Ueberblick ber die Fortpflanzung der niederen Pflanzen berhaupt bringt erst der demnchst zu erwartende allgemeine Theil. Einen Auszug daraus hat Klebs bereits in einem Vortrage gegeben, den er auf der Naturforscherversammlung in Lbeck im Jahre 1S95 gehalten hat. Dieser Vortrag ist in seinem wesent- lichen Inhalt in der Naturw. Wochenschr. 1895, S. 591 wieder- gegeben. Bei der ungeheuren Flle des Stofi^es, den der specielle Theil enthlt, kann natrlich nur eine begrenzte Zahl von Fllen hier zur Besprechung gelangen. Ref. mchte daher nur einige charakteristische Arten herausgreifen, um den Lesern der Naturw. Wochenschr. die Methodik und die erlangten Resultate vor Augen zu fhren. Ganz allgemein sei noch ber die Versuchsanstellung folgendes gesagt. Zur Verwendung kamen mglichste Reinkulturen der zu untersuchenden Organismen. Fr die Pilze ist die anzuwendende Methodik bekannt, dagegen waren fr die Algen neue Wege ein- zuschlagen. Wie man hierbei vorgeht, darber verbreitet sich Klebs ausfhrlich in dem Capitel ber Botrydium. Vor allen Dingen wollen die Algen eingehend in der Natur studirt sein, um die Bedingungen, welche ihnen zusagen, kennen zu lernen. Erst wenn diese bekannt sind, ist es mglich, eine Isolirung der Alge und eine Reinkultur vorzunehmen. Wie das anzustellen ist, muss in jedem speciellen Fall ausprobirt werden. Rathschlge allge- meiner Natur lassen sich dabei kaum geben. Erfahrung und Geduld sind die Haupterfordernisse fr das Gelingen derartiger Experimente. Um nun die Bedingungen kennen zu lernen, unter denen die verschiedenen Algen ihre Frnctificationsorgane ausbilden, wurden die Culturen unter verschiedenen usseren Verhltnissen gehalten. Es wurden also die Belichtungsverhltnisse, die chemische Zu- sammensetzung der Nhrmedien, die Temperatur etc. gendert und nun die Vernderungen constatirt, welche dadurch auf die Algen hervorgebracht wurden. Dabei ergab sich, dass die Algen im Allgemeinen leicht und sicher auf ussere Einwirkungen rea- giren, whrend bei den Pilzen diese Reaction weniger prompt und unter viel verwickeiteren Verhltnissen eintritt. Ein sehr gutes und lehrreiches Beispiel bieten die Vaucheria- Arten, die hier genauer berhrt werden sollen. Herausgegrifi'en sei Vaucheria repens. Diese Alge pflanzt sich ungeschlechtlich durch Zoospoi'en und geschlechtlich durch Anthoridien und Oogonien fort. Es galt nun, durch ussere Bedingungen eine dieser beiden Fortpflanzungsarten sicher hervorzurufen. Zur Erzeugung der Zoosporen sind folgende Methoden wichtig: 1. Die mehrere Tage feucht und hell cultivirte Alge wird mit Wasser begossen, 2. Die in 0.2 0,b " Knoopscher Nhrlsung hell cultivirte Alge wird in reines Wasser bergefhrt. 3. Kulturen in Wasser oder 0,1 bis 0,2 "/o Nhrlsung werden verdunkelt. Die besten Resultate er- giebt Combination von Methode 1 oder 2 mit 3. Es wird nun in einer Reihe von Capiteln besprochen, wie die einzelnen usseren Factoren auf die Alge einwirken. Mitgctheilt seien daraus folgende interessante Thatsachen. Im Dunkeln bildet die Alge noch eine geraume Zeit Zoosporen, wenn deren Bildung eingeleitet war, bis schliesslich ein solcher Mangel an Nhrstoffen eintritt, dass zwar noch Wachsthum, aber keine Zoosporen- bildung mehr stattfindet. Der pltzliche Uebergang von Luft in Wasser wirkt zoosporenbildend, nur inuss vorher gengende Feuchtigkeit in der Luft gewesen sein. Bildet eine Kultur im Dunkeln Zoosporen, so hrt der Process sofort auf, wenn die- selbe dem Licht ausgesetzt wird. Verminderung des Lichtes wirkt als Reiz fr Zoosporenbildung. Es fragte sich nun, ob be- stimmte Farben einen solchen Einnuss ausben. Hierbei ergab sich als Resultat, dass die hell erscheinenden Strahlen (gelb, roth) wenig oder nicht wirksam sind, whrend die dunkel er- scheinenden (blau) wie verringertes Licht wirken. Um mit Licht- quellen von constanter Intensitt zu arbeiten, wandte Klebs Auer- glhlicht an. Dabei ergaben sieh ganz hnliche Resultate wie fr Sonnenlicht. Fr die Zoosporenbildung liegt das Minimum bei 3", das Maximum bei 26" C. Durch starke Temperaturschwan- kungen kann bei Ausschluss aller anderen Reize die Bildung der Zoosporen veranlasst werden. Bei der vom Verf. angewandten anorganischen Nhrlsung wii-kte eine Steigerung der Concen- tration ber 0,7 /o als Hemmniss der Zoosporenbilduug. Der Auf- enthalt in der Nhrlsung erzeugt mit Ausnahme einiger be- stimmter Flle nur vermehrtes Wachsthum, findet aber pltzlicher Uebergang in Wasser statt, so wirkt dieser Wechsel als Reiz fr die Auslsung des Processes der Zoosporenbildung. Der Ueber- gang von Wasser in organische Nhrlsungen (Zuckerarten) wirkt fr sich nicht zoosporenbildend, wird aber die Alge z. B. aus feuchter Luft oder Nhrlsung in eine 2 4proc. Rohrzuckerlsung gebracht, so erfolgt die Zoosporenbildung wie im Wasser bei gleicher Abhngigkeit von Licht und Temperatur. Die Versuche ber Einwirkung des Sauerstoft'es und der Luftverdnnung er- gaben keine gengend prgnanten Resultate. Pltzlicher Ueber- gang aus strmendem in stehendes Wasser erzeugt Zoosporen- bildung, freilich wird der Process wohl nur durch die Verminderung des Sauerstoffgehaltes des Mediums veranlasst. Fr die Er- zeugung der geschlechtlichen Fortpflanzungsorgane ist das Vor- handensein von hellem Licht unerlsslich. Am sichersten gelingt die Erzeugung dieser Organe bei Kultur in 2 4proc. Rohrzucker- lsung bei hellem Licht. Ueber den Einfluss der Lichtintensitt sowie des farbigen Lichtes hat Verf, eine grosse Reihe von Ver- suclien angestellt, die hier bergangen werden knnen. Der Feuchtigkeitsgrad hat wenig Einfluss, es ist also gleichgiltig, ob die Kultur in feuchter Luft oder in Wasser sich befindet. Die Temperaturgrenzen sind dieselben wie fr die Zoosporenbildung. Im Allgemeinen wirken organische Lsungen (Zuckerarten) fr- dernd auf die Bildung der Geschlechtsorgane ein, whrend an- organische sie verhindern. Sauerstoff ist nur in beschrnktem Maasse nothwendig. Fliessendes Wasser verhindert die Bildung gnzlich. Sehr interessant sind ferner die Versuche, wodurch es gelang, die Zahl der mnnlichen Organe gegenber der der weib- lichen wesentlich zu erhhen. Die Untersuchung des Wassernetzes, Hydrodictyon utricula- tum, hatte zuerst die Bedingungen der verschiedenen Propagations- arten aufgedeckt und zugleich bewiesen, dass ein regelmssiger Generationswechsel nicht stattfindet. Hervorgehoben sei nur Folgendes. Die Zoosporenbildung findet statt, wenn die Alge bei heiler Beleuchtung aus einer 0,.5 1 proc. Nhrlsung in Wasser bergefhrt oder wenn sie aus fliessendem in ruhiges Wasser ver- setzt wird. Den Einfluss des Lichtes, der Temperatur, der Nhr- medien etc. bespricht Verf. in ganz hnlicher Weise wie bei Vaucheria. Fr die Gametenbildung kommen andere Bedingungen in Betracht, vor Allem, wenn gesunde Netze in relativ weuig Wasser sonnig gestellt werden. Besitzen die Netze erst eine Neigung zur Zoosporenbildung, so sind die Bedingungen viel ver- wickelter, unter denen sie Gameten bilden. Deshalb gelingen auch die Versuche nach dieser Richtung hin nicht mit absoluter Sicherheit, da noch hauptschlich die Gefahr hinzukommt, die Netze indift'erent zu machen. Ein sehr interessantes Capitel ist das ber Botrydium. Nach den Untersuchungen von Rostafinski und "S'V oronin glaubte man die Kenntniss des Entwickelungsganges fr vollstndig zu halten. Klebs weist nun nach, dass die Art aus zwei sehr leicht zu ver- wechselnden Arten besteht, die sich aber wesentlich im Ent- wickelungsgang unterscheiden und auch auf ussere Reize ver- schieden reagiren. Whrend Botrydium granulatum sich nur durch eine Art von Schwrmern fortpflanzt und nie Strke, sondern Oel bildet, hat Protosiphon botryoides (novum genus) unbeweg- liche Sporen und Gameten, ausserdem Strke in den Zellen. Die Diagnose, die Klebs fr Protosiphon giebt, kann als erstes Bei- spiel fr die von ihm aufgestellte Forderung gelten, dass bei niederen Organismen, deren morphologische Merkmale nicht immer hervortreten, die physiologisclieu Merkmale zur Beschreibung herangezogen werden mssen. Ueber die Gruppe der Conjugaten soll nur weniges mitgetheilt werden. Spirogyra inflata schreitet zur Copulation, wenn sie in 24 proc. Rolirzuckerlsung hell sonnig steht. Die Haupt- bedeutung fr die Conjusation kommt dem Lichte zu. Sehr interessant sind Versuche, die zur Erzeugung von parthenogenetisch gebildeten Dauersporen fhrten. Neben anderen Modificationen fhrte zum Ziele, wenn die Alge nach einer Cultur in 4 proc. Rohrzuckerlsung in 6 proc. versetzt wurde. Die Vorbedingung XII. Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 11 war, dass sich in der ersten Culturflssigkeit bereits die Copu- lationsfortstze gebildet hatten. Die Protoplasten, die im Begriff war zu copulireu, contrahirten sich, umgaben sich, soweit nicht vlliges Absterben stattfand mit einer Membran und verhielten sich ganz so wie normale Zygosporen. Cosmarium Botrytis trat in Copulation ein, wenn nach lngerer Wassercultur an khlem, schattigen Ort pltzlich helle Belichtung dargeboten wurde; daneben half Zuekerlsung sehr zur Beschleunigung des Processes. Bei Oedogonium diplaudrum kann durch Uebergang aus niederer in hhere Temperatur oder von fliessendem in stehendes Wasser Zoosporenbildung mit grsster Sicherheit erzeugt werden. Auch der Ersatz von Nhrlsung durch Wasser wirkt meist zoosporenbildend. Licht dagegen bt hier gar keinen Einfluss auf diesen Process aus. Fr die Erzeugung der geschlechtlichen Fortpflanzung sind ruhiges, stehendes Wasser, Licht und relativ geringe Zufuhr von Niu-salzen die Hauptbedingungen. Ausser- ordentlich interessant ist, dass bei einer anderen Art derselben Gattung, Oedogonium capillare, die Bedingungen zur Zoosporen- bildung total verschieden sind. Hier wirkt der Aufenthalt im Dunkeln oder Cultur in Rohrzuckerlsung von 4 10 pCt. bei massigem Licht oder endlich nach langer Wassercultur der Aufenthalt in verdnnter Nhrlsung (0,1 0,2 pCt.) bei Gegen- wart von Licht. Die Bedingungen dagegen fr die Bildung der geschlechtlichen Fortpflanzungszellen sind fast dieselben wie bei . diplandrum. Ulothrix zonata ist ebenfalls untersucht worden, doch ergaben die Versuche nur wenig sichere Resultate, da die Alge sich nur sehr schwer in knstlichen Culturen halten lsst. Bei Conferva bombycina konnte Verfasser feststellen, dass die Zoosporenbildung durch Verdunklung in Verbindung mit or- ganischen Substanzen hervorgerufen werden kann. Allerdings muss die Alge sich in reizbarem Zustande belinden, was durch lngere Cultur in fliessendem Wasser zu erzielen ist. Sehr interessant sind die Experimente mit zwei Arten der Gattung Bumilleria, von denen die eine neu ist. B. sicula pflanzt sich durch Spaltung der Fden in Theilzellen, durch Zoosporen und Dauerzellen fort. Die Spaltung lsst sich leicht hervorrufen, wenn die Alge eine Zeit lang fast trocken gehalten und dann mit Wasser bedeckt wird. Zoosporen werden ge- bildet, wenn die Alge aus feuchter Luft in Wasser oder aus Nhrlsung in Wasser bergefhrt wird; doch ist die Alge launenhaft und reagirt nicht immer mit absoluter Sicherheit. Um Dauerzellen zu erzeugen, braucht man blos eine Cultur der Alge auf Lehm bei hellem Licht langsam eintrocknen zu lassen. Auf Grund der von ihm gewonnenen Erfahrungen giebt Klebs dann eine neue Beschreibung der Gattungen der Ulo- tricheen. Es gehren dazu Ulothrix, Hormidium, Bumilleria, Conferva, Microspora und Schizogonium. Von den weiter behandelten Algen sei noch Draparnaldia herausgegriffen. Um Zoosporen zu erzeugen, gengt es, die Algen aus fliessendem in stehendes Wasser zu bringen. Ver- dunkelung befrdert den Prozess ausserordentlich. Auch der Uebergang von Nhrlsung in Wasser wirkt frdernd. Ausserdem erzeugt die Alge Mikrozoosporen, die Dauerzellen bilden. Bi.s- weilen geht dieser Bildung die Copulation zweier Schwrmer voraus. Der Copulationsaet ist von Klebs eingehend untersucht worden. Leider hat sich mit Sicherheit nicht feststellen lassen, unter welchen usseren Einflssen die Ausbildung dieser Mikro- zoosporen erfolgt. Die Volvocinee Chlamydomonas media Klebs bildet Gameten und Zygoten immer aus, wenn die Zellen von Nhrlsung in Wasser bergefhrt werden. Ausser den zur Untersuchung herangezogenen Algen hat Klebs auch einige Pilze verschiedenen Bedingungen unterworfen. Der allverbreitete Schimmelpilz Eurotium repens bildet Conidien- trger und Perithecien. Fr die Bildung der Conidientrger ist die Temperetur und das Vorhandensein gewisser Nhrstoffe maassgebend. Bei den Versuchen von Klebs lag das Minimum der Temperatur bei 7", das Maximum bei 37", whrend sich zwischen SG 30 eine sehr reichliche und bereits nach kaum einem Tage auftretende Conidienbildung zeigt. Um die Be- dingungen fr die Conidienbildung noch nher zu studiren, wurden Versuchsreihen mit allen mglichen Nhrstofien ange- stellt. Es^ ergab sich daraus, dass der Pilz nur dann reife und normale Conidientrger erzeugt, wenn das Mycel seiner Umgebung das ^yasser mit einer grossen Kraft entziehen muss; es findet also dann nur eine beschrnkte Wasseraufnahme statt. Es gelang sogar dem Verfasser, den Werth dieser Kraft durch den osmotischen Druck einer Traubenzuckerlsung von ca. 1.5 pCt bei einer lemperatur von iS" auszudrcken. Im Allgemeinen gilt hier wie tur alle Pilze, dass die usseren Bedingungen fr die Erzeugung einer Fruchtform ausserordentlich verwickelte sind. Whrend sich tur . Grssere AuftrRe ent- sprechenden Rabatt. Beilagen nach ebereinkunft. Inseratenannabme bei allen Annoncenbureaux wie bei der Expedition. Abdrack ist nur mit vollstndiger Quellenangabe gestattet. Die zoologische Sammlung des Kniglichen Museums fr Naturkunde zu Berlin. ') Die Reptilieu-Schausammlung:. **) Von Dr. H. Stadelmann. Einleituug. Die Reptiliensehausammluug des Museums ist in dem Quersaal aufgestellt worden, welcher neben dem rechten Trepiienhause liegt. Dieser Saal enthlt ausserdem die Amphibien- und Fischschausammlung. Die Reptilien- ausstellung beginnt gleich am Saal-Eingang und zieht sich von da nach rechts herum. Die Schaustcke sind in aufrechtstehenden Glasschrnken untergebracht und sind entweder ausgestopft oder in Spiritusglser ein- geschlossen. Den inneren Bau der Reptilien erlutern in der Schausammlung zahlreiche anatomische Prparate, Skelette und SkelettstUcke. Da einige Vertreter dieser Thierordnuug wegen ihrer riesigen Grsse in den er- whnten Glasschrnken nicht untergebracht werden konnten, so haben sie in dem benachbarten Treppen- hause ihre Aufstellung gefunden. Man sieht deshalb hier die schwarze Riesenschildkrte von den Galapagosinseln Testudo nigrita, die Suppenschildkrte Chelone mydas, die Lederschildkrte Dermochelys coriacea, das Nilkrokodil Crocodilus niloticus und den Mississippialligator, Alligator mississippiensis. Die Reptilien sind wechselwarme Wirbelthiere, d. h. Wirbelthiere, deren Blutwrme von der umgebenden Luft abhngt. In ihrer Haut liegen Hrn- oder Knochen- schilder. Sie athraen stets durch Lungen, legen Eier *) Fortsetzung von Band X, No. 45 Seite 541-544. Red. **) Bei Zusammenstellung des obigen Fhrers dieser Abtheilung wurden benutzt: 1. Synopsis der Zoologie von Leunis, 2. Brehm's Thierleben, 3. die Cataloge des British Museum. oder werfen lebendige Junge und zeigen in der Jugeud- Entwickelung keine Gestaltsvernderuugen , haben also keine Metamorphose. Wie bei den Vgeln hat ihr Hinter- haupt nur einen Geleukhcker. Erste Reptilieuordnung: Krokodile, Hydrosauria. Die Krokodile sind grosse, eidechsenhnliehe Thiere und smmtlich Wasserbewohner. Ihre Haut ist derb, und in ihr liegen auf dem Rcken grosse, verkncherte, meist gekielte Hautschilder. Die Hautschilder der brigen Krperregionen sind kleiner. Der Schwanz ist sehr lang und seitlich zusammengedrckt. Durch Erhebung der Kiele der oberen Schwanzschilder wird auf der Schwanz- firste ein zuerst paariger, gegen das Schwanzende hin nnpaarer Zackenkamin gebildet. Die Nasenlcher liegen vorn an der Schnauzeuspitze dicht bei einander und knnen durch eine Hautfalte gesaiilossen werden. Die Augen besitzen zwei Augenlieder und eine Nickhaut. Die vier Beine haben eine meist kurze, gedrungene Gestalt. Die Vorderfsse besitzen fnf, die hinteren vier Zehen. Ge- whnlich sind nur die Hinterzehen durch eine Schwimm- haut verbunden. Vom Skelett ist zu bemerken, dass die Halswirbel rippenhnliche Fortstze haben. Aehnlich wie bei den Vgeln tragen die Mittelbrnstrippen hakenfrmige Fortstze. Ausgezeichnet sind die Krokodile durch das Bauchsternuni. Dies ist eine dem Brustbein hnliche Knoehenbildung, die hinter diesem in der Bauchwand liegt und nach oben hin, jedoch nicht bis zur Wirbelsule rippenhnlichc Knorpelspangen entsendet. Die Kieferrnder sind mit kegelfrmigen Zhnen bewehrt, die in besonderen Hohl- rumen, Alveolen, sitzen. Vorstehend erwhnte Einzel- heiten sieht man in der Schausammlung am Skelett des Alligator mississippiensis, an den Kopfskeletten des Meer- 14 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 2. krokodiles, Crocodilus porosus und des Gaviais, Gavialis gangeticus und an Fig. 1. Die Krokodile knnen ihre Zunge nicht wie die Schlangen und Eidechsen hervorstrecken, da sie unten mit der Mundhhle vollstndig verwachsen ist. Der Darm, dem der Blinddarm fehlt, endet hinten in die lngs-gestellte Cloakentfnung. Die Krokodile bewohneu die Flsse und Seen der tropischen Gegenden. Einzelne gehen selbst in die Kstengewsser der Meere. Das Land betreten sie meist nur, um sich zu sonnen oder ihre Eier abzulegen. Die Eier, denen, wie das ausge- stellte des Nilkrokodiis, Crocodilus niloticus, zeigt, unsere Gnseeier hnlich sind, werden im Sande vergraben uud von der der Sonne ausgebrtet. Die Jungen Mutter ausgegraben. Ihre Nahrung, werden Fische von und kleinere Landsugethiere, erbeuten die Krokodile meist des Nachts. Zu den hervorragendsten Vertretern der Krokodile gehren : der Gavial. Er wird bis 6,5 m und ist bei den Indern Gavialis lang, lebt stand gttlicher rung. schnu wie die ist er gangeticus, im Gan^ Vereh- Er ist dem Wi- heilig. Ebenso folgende Art an dem langen Kopfe Gegen- an im 6 m lang, Amazonen- schnabelartigen kenntlich. Tomistoma schlegeli, der Sunda-Gavial, 4,8 m lang, lebt in den Fls- sen der beiden Sunda- inseln Borneo und Java. Crocodilus cataphrac- tns, Schnauzenkrokodil, Panzerkrokodil. Diese Art wird ber 9 m lang und lebt an der West- kste von Afrika vom Senegal bis zum Gabun. Crocodilus america- nus, Spitzschnauzeukro- kodil. Diese bis zu 6 m lange Art ist in der neotropischen Region weit verbreitet und findet sich in fast allen Lndern und grsseren Inseln vom 30. Grade nrdlicher bis zum 5. (irade sdlicher Breite. Crocodilus porosus, Leistcnkrokodil. Von dieser Art ist nur der Schdel aufgestellt. Diese Krokodile werden bis 9 ni lang und gehren zu den weitverbreitetsten den Mascarenen bis bis Korea und auch w^erden sie Fig. 1 Hufig angetroffen. m Krokodilarten. Man findet sie von zu den Fidjiinseln, von Vorderindien an der Nordkste von Australien, den Kstenmeeren dieser Gegenden Crocodilus palustris, Sumpfkrokodil. Diese Art hrt zu den kleineren Formen. Sie wird nur 34 m lang und bewolint Indien, Ceylon, Birma, Malakka und die indischen Inseln. Crocodilus niloticus, das Nilkrokodil. Ist die bekann- teste Art. Es soll ber 9 m lang werden. Es bewohnt das ganze tropische Afrika bis zum Kap. Die alten Egyjjter erwiesen dem Niikrokodil gttliche Ehren. Den Eiern wird vom Ichneumon und der Nileidechse nachgestellt. Alligator missi.ssippiensis, Mississippikaiman, Hecht- schnauzcnkrokodil. Lebt im Sden der Vereinigten Staaten von Nordamerika und wird bis zu 4,5 m lang. Die Haut wird verarbeitet. Aus dem Fett wird Wagen- schmiere gewonnen. Alligator sinensis, Yang-tse-Kiang. Chinesischer Alligator, lebt im Caiman niger, Mohrenkaiman, wird lebt im Norden Sdamerikas, namentlich Strom und seinen Nebenflssen. Caiman latirostris, Brillenkaimau, wird 2,5 m lang und lebt in Sdamerika, stlich der Anden vom Amazonen- strom bis zum La Plata. Das weisse, fisehhnliche Fleisch wird gegessen. Zweite Reptilieuorduung : h y u c h o e e p h a 1 i a ,*B r c k e n - echsen. Zu dieser Ordnung gehrt nur eine Art, die zugleich eine Familie ausmacht, die in Neu Seeland lebende Brckenechse, Sphenodon punctatus. Diese Art bildet die letzten Reprsentanten aus- gestorbener Reptilien. Sie hat Merkmale, die sowohl an die Eidechsen, als au die Krokodile, als auch an die Lurche erinnern. Das Quadratbeiu ist mit dem Schdel unbeweglich verbunden. Die Wirbel sind vorn und hinten trichterfrmg ausgehhlt. Die Rippen haben Seitenfortstze, processus uncinati. Ein Trommelfell fehlt diesen Thieren. Schls- selbein und Gabelbein sind vorhanden. Auch ist eine Art Bauchster- num vorhanden. Da- durch, sowie durch den Bau ihrer Hinterglied- maassen schliessen sie sich den Krokodilen an. Dritte Reptiiieuordnung: Schildkrten, Che- lonia. Bei den Schildkrten sind auf Rcken und Bauch die Knochenschil- der der Haut zu einer festen Kapsel verwach- sen, aus der der Kopf, die vier Beine und der Schwanz hcrausge- streckt werden knnen. Die Kiefer sind innner zahnlos und mit einer Hornscheide verschen. Der Rckenschild ist mit der Wirbelsule und den Rippen fest verbunden. Die den Rcken- und Bauchschild ber- ziehende Haut verhornt meist und bildet das sogenannte Schildpatt, das aus einer Reihe von regelmssig ange- ordneten Platten besteht. Der Ko))f ist meist deutlich beschuppt, doch ohne regelmssige Anordnung. Die Augen haben Lider uud eine Nickliaut. Das Trommel- fell liegt frei und ist deutlich sichtbar. Da der Hals ein- und ausgestreckt werden kann, so ist die ihn umgebende Haut faltig und schlaff. Gliedmaassen sind stets vier vor- handen. Die Fsse sind entweder Gangfsse ohne Schwimm- haut zwischen den Zehen (Landschildkrten) oder sie besitzen solche (Ssswasserschildkrten), oder der Fuss ist in eine Flosse umgewandelt (Seeschildkten). Die Zunge kann nicht vorgestreckt werden; sie ist am Boden der Mund- hhle festgewachsen. Die Schildkrten legen Eier, die sie im Sande des Strandes verscharren und von der Sonne ausbrten lassen. Sie nhren sich von kleineren Thieren und Pflanzen. In ihrer Bewegung sind .sie meist plumpe Thicre. Einige von ihnen verfallen in einen Winterschlaf. Die Mehrzahl der Arten sind tropische Thicre. In den gemssigten Zonen leben verhltnissmssig wenige. Meh- rere Arten finden eine technische Verwerthung. So werden einzelne gegessen, aus den Eiern anderer wird Oel be- reitet. Am meisten jedoch stellt man ihnen ihres Schild- XII. Nr. 2 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 15 patts wegen nach, das zu allerlei Gegenstnden verar- beitet wird. Von den Schildkrten-Familien, Gattungen und Arten sind folgende von besonderer Wichtigkeit: Erste Familie: Spargidae. Dermochelys eoriacea, Lederschildkrte. Wird ber 2 Meter lang-, lebt in allen tropischen Meeren. Aus den Eiern wird Oel bereitet. Zweite Familie: Chelydridae. Chelydra serpentiua, Alligatorschildkrte. Wird ber ein Meter lang und lebt in den Gewssern des sdlichen Nordamerika. Die Eier und das Fleisch junger Thiere werden gegessen. Macroclenmiys tcmminckii, Eierschildkrte. Lebt wie die vorige Art und wird bis 1,4 ni lang. Dritte Familie: Cinosternidae. Cinosternum ))ennsylvanicum , Nordamerikanische Klappscliildkrte. >Sie fllt durch den starken Moschus- geruch auf. Ihre Nahrung sind lebende Wasserthiere. Sie erreichl eine Lnge von 1.'') cm. Vierte Familie: Platysternidae. Platysternum megacephalum, Grosskopfschildkrte. Zeichnet sich durch ihre merkwrdige Gestalt aus, lebt in Hiuterindien. Fnfte Familie: Testudiuidae. Unter ihnen sind die wichtigsten Arten: Testudo tabulata, Sdamerikanische Waldschildkrte, ihr Panzer wird bis 55 cm lang. Sie ist ber das ganze Sdamerika verbreitet und vielfach sehr hutig. Ihr Fleisch dient als Nahrung. Testudo elegans, Sternschildkrte. Diese schne Art lebt in der indischen Region und wird bis 35 cm lang. Testudo elephantina, IClephautenschildkrte. Sie wird ber einen Meter lang und lebt auf den Inseln des Kanals von Mozambique. Testudo graeea, Griechische Landschildkrte. Wird bis 26 cm laug und lebt in Sdeuropa, mit Ausnahme von Spanien. Ihr Fleisch wird in manchen Gegenden gegessen. Testudo geometrica. Eine kleine 15 cm grosse Art, die in Sdafrika, Madagascar und Mauritius lebt. Testudo nigrita. Schwarze Riesenschildkrte. Wird bis 80 cm lang und lebt anf den Galapagosinseln. Pyxis arachnoides, Spiunenschildkrte. Wird 17 cm lang und findet sich in Ostindien und Madagascar. Cinixys erosa, Gezhnelte Gelenkschildkrte. Lebt in Westafrika und wird bis 33 cm lang. Cistudo Carolina, Nordamerikanische Dosenschildkrte. Wird 15 cm lang und lebt im sdlichen Nordamerika. Die Eier werden gegessen. Eniys lutaria. Europische Sumpfschildkrte. Diese bis 26 cm lange Art kommt in Deutschland vor. Sie ist in ganz Mittel- und Sdcnropa, im nrdlichen Afrika und westlichen Asien verbreitet. Ihr Fleisch wird gegessen. Sie ist der Fischzucht schdlich und hlt Winterschlaf. Clemmys caspica, Caspische Wasserschildkrte. Wird 26 cm lang und lebt in Sdosteuropa. Clemmys picta. Lebt in nordamerikauischen Smpfen und wird 18 cm lang. Sechste Familie: Chelonidae. Chelone mydas, Suppenschildkrte. Wird bis zu 2 m lang und lebt im atlantischen Ocean. Nhrt sich haupt- schlich von Seetaug. Das Fleisch wird sehr geschtzt. Chelone imbricata, Carettschildkrte. Wird einen Meter lang, lebt im atlantischen, stillen und indischen Ocean. Aus den Platten des Rckenschildes wird das sogenannte Schildpatt gewonnen. Thalassochelys caretta. Wird ber einen Meter lang. Lebt im Mittelmeer und atlantischen Ocean. Weder ihr Fleisch noch das Schildpatt tiudet Verwendung. Siebente Familie: Pelomedusidae. Sternothaerus derbianus. Lebt in Westafrika. Sie stsst kurze abgebrochene Laute aus. Achte Familie: Chelididae. Chelys finibriata, Matamata. Eine der der Gestalt nach merkwrdigsten und hssliehsten Schildkrten. Sie wird ber 2 Meter lang, lebt in Guyana und Brasilien. Das Fleisch wird von den Eingeborenen sehr geschtzt. Hydromedusa tectifcra, Schlangeuhalsschildkrte. Ihr Panzer wird 20 cm lang. Sie lebt in Sdamerika. Neunte Familie: Trionychidae. Trionyx ferox, Bissige Schildkrte. Wird ber P/a m lang und lebt in Flssen des sdlichen Nordamerika. Ntzt durch Fressen junger Krokodile. Trionyx triunguis, Nilschildkrte. Lebt in Afrika und lebt wie vorhergehende Art. Cyclodcrma frenatum. Lebt in Mozambique. Emyda granosa, Bungoma, Flussschildkrte. Lebt in Ostindien. Vierte Reptilienordnung. Eidechsen, Sauria. Der Krper der Eidechsen ist beschuppt oder be- scliildert und hat 4, 2 oder keine Gliedmaasseu. Die Zhne verwachsen mit ihrem Sttzkuochen. Der Schulter- grtel ist stets vorhanden. Die Kloakenffnung bildet eine Querspalte. Die Kopfplatten der Thiere werden mit besonderen Namen belegt. Bei vielen Arten sind vor dem After und an der Unterseite der Oberschenkel Drsenffnungen in einer Reihe angeordnet, sie werden After- und Schenkclporen genannt. Die Ausbildung der Gliedmaasseu ist bei den Eidechsen eine sehr verschie- dene. Ausser den Eidechsen mit vollentwickelten Glied- maasseu, die 5 wohlentwickelte Zehen haben, giebt es solche mit schwachen, aber noch vollentwickelten Glied- maasseu. Ferner beginnen die usseren Zehen zu schwin- den, dann smmtliche, sodass nur noch Ober- und Unter- schenkel vorhanden sind. Endlich knnen auch diese gauz verschwinden, und das Individuum erlangt so das Aussehen einer Schlange. Immer aber bleibt dann bei den Thieren noch ein Theil des Brustgrtels erhalten. Auch dadurch unterscheiden sich die Gliedmaassen der Eidechsenarten von einander, dass sie entsprechend der Arbeit, die sie auszufhren haben, eine besondere Aus- bildung zeigen. So unterscheidet man Greif-, Klammer-, Lauf- und Schreitfsse, dagegen kennt man Eidechsen mit Grabfssen niclit, weil die Arten, welche vorwiegend im Boden leben, keine oder nur verkmmerte Extremi- tten besitzen. Sie bedrften der Gliedmaassen nicht, denn sie bohren sich vorwiegend durch Krperbewegungen in den Boden ein, wobei der Kopf als Schaufel dient und desshalb als Whlorgan ausgebildet ist. Der Lebens- weise angepasst ist auch die Zunge der Thiere und dess- halb ist auch sie von grosser Verschiedenheit. Man unterscheidet: Kurz-, Dick-, Wurmzngler u. s. w. Die Nahrung der Eidechsen besteht besonders in lusecten und Wrmern. Pflanzenfresser giebt es unter ihnen wenige, omnivore Individuen garnicht. Die Eier haben eine lederartige Schale und werden an feuchten Orten abge- legt. Die Eidechsen gehren vorwiegend den warmen und heissen Gegenden an. Sie sind Laudthiere, nur eine 16 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 2 Art lel)t auch im Wasser. viele Familien ein. Man tlicilt die Eidechsen in Erste Familie : Haftzeher, Geckonidae. Sie sind durch den Ilaftapparat an den Zehen aus- gezeichnet, vermittelst dessen sie an glatten Wnden und Decken herumlaufen knnen. Hemidactylus tauricus, Scheibenfinger. Wird bis 10 cm lang und lebt im Sden Europas. Ptychozoon homalocephalum, Falteugecko. Ist durch Hantfalten, die beiden Krpersciten ansitzen, aus- gezeichnet. Er wird 20 cm lang und lebt auf Malakka und den grossen Sundainseln. Tarentola mauritanica, Mauergecko. Er wird bis 16 cm lang und lebt in den Mittelmeerlndern. Zweite Familie: Schuppenfsser, Pygopodidae. Ihr Krper ist schlangenfrmig. Die Vorderglied- niaassen fehlen vollstndig und die hinteren sind zu flossen- artigen Gebilden geworden. Pygopus lepidopus, Flosseufuss. Wird 58 cm lang. Er lebt in Australien und Vau Diemensland. Dritte Familie: Agamen, Agamidae. Die Gestalt ihres Krpers ent- spricht der je- weiligen Lebens- weise der Thiere. Die Boden be- wohnenden ha- ben einen von oben nach unten, die Baumbewoh- ner einen seit- lich zusammenge- drckten Krper. Die meisten sind Insectenfresser, Uromastix nhrt sich von Frch- ten und Krutern, und einige andere Aganicn lieben gemischte Nahrung. Draco volans, Flugdrache. Er ist durch eine Flug- haut zu beiden Seiten des Krpers ausgezeichnet, die er durch die Rippen ausbreiten kann. Seine Lnge be- trft 21 cm ^'^" '"'"* ""'' '' >-;".-i": Erdagameu. Er nhrt sich ausschliesslich von Pflanzen- kost. Sein Fleisch wird von den Beduinen gegessen und er zeigt wie der verwandte Stellio vulgaris einen gewissen Farbenwechsel. Eine der wunderbarsten Formen, deren Krper von Stacheln starrt, der aber ein ganz harmloses Thier ist, ist der australische Moloch, Moloch horridus. Er wird 22 cm lang. Vierte FamiHe: Leguane, Iguanidae. Diese Familie vertritt die Agamen in Amerika. Ausser- halb dieses Continents kommen Vertreter nur noch auf Madagaskar, den Fitschi- und Freuudschaftsinseln vor. Ebenso wie bei der vorigen Familie kann man hier von Baum- und Erdleguanen sprechen. Dementsprechend ist auch die Krperform verschieden. Als Vertreter mgen erwhnt werden: Anolis carolineusis, Rothkehlanolis, wird bis 22 cm lang und lebt im sdlichen Nordamerika und auf Cuba. Die Anolisarten sind sehr hufig, leben auf Bumen, Struchern u. s. w., sind sehr beweglich, zutraulich und leicht zhmbar. Sie haben, wie die Chamleons, die Fhigkeit, ihre Farbe zu verndern. Basiliscus americanus, Helmbasilisk. Ein durchaus harmloses Ge- schpf, das mit dem fabelhaften ungeheuer der alten Griechen und Rmer nichts zu tbun bat. Auf dem Hinterkopf hat er einen Fig. Calotes 4 1 cm lang Baumthier. Er lebt auf den Sundainseln und 3Ialakka. versicolor, Blutsauger der Singalesen, wird und lebt in Sdasien. Auch er ist ein Agama Lnge Ein von im Leben 35 cm und lang den colonorum, Siedleragame sehr buntes Thier, erreicht eine lebt in West-Afrika. Agama armata, Stachelagame, wird 25 cm und bewohnt Sdafrika. Sie ist ausgezeichnet durch Nacken- und Rckenkamm. Agama stellio, Sehleuderschwanz. Diese Art kommt auch in Europa vor. Sie lebt in der Trkei, auf den Inseln des gischen Meeres, in Kleinasien, Syrien, Nordarabien und Aegypten. Ihre Lnge betrgt 28 cm. Chlamydosaurus kingi, Kragenechse. Besitzt an jeder Seite des Halses eine grosse gefaltete, kragen- artige Hautausbreitung, die sie bewegen kann. Sie ist eine Baunieidechse und bewohnt Queensland, Nord- und Westaustralien. Sie wird bis 81 cm gross. Lophura amboincnsis, Segelechse. Ist durch den segel- g erweiterten Rckcnkannn auf dem Schwnze aus- gezeichnet und bewohnt einen Theil der asiatischen Inseln. Uromastix spinipcs, Dornschwanz. Er gehrt zu den artig dreieckigen und auf Rcken und Schwanz je einen gewhnlichen Hautkamm. Er wird 80 cm lang und lebt in Pa- nama und Costa- rica. raniscodon umbra, Stelzeuechse. Diese schn gezeichnete Eidechse lebt in Sdamerika und wird 30 cm lang. Amblyrrhyuchus cristatus, Meerechse. Diese Eidechse steht dadurch im Gegensatze zu allen anderen, dass sie ins Meer geht, um ihre Nahrung zu suchen. Mit Hilfe des starken, seitlich zusannnengedrckten Schwanzes bewegen sie sich im Wasser fort. Diese Art wird beinahe IV2 hi lang und bewohnt die Galapagosinseln. Conolopbus subcristatus, Drusenkopf. Dies ist die zweite der die Galapagosinseln bewohnenden Eidechsen. Sic wird ber 1 m lang. guana tuberculata, Leguan (Fi - 2). Meter. Das Thier erreicht eine Lnge von ber Vj., Meter. Es besitzt einen ber Rcken und Schwanz hinreichenden Kamm und einen grossen, seitlich zusammengedrckten Kehlsack. Das Fleisch und die Eier werden gegessen. C}'clura carinata, Wirtelschwanz. Lebt auf den Ba- hamainseln, Cuba und .Jamaika und wird 1,3 ni lang. Phrynosoma cornutum, Krtenechse. Ist der Ver- treter der Dornsehwnze unter den Leguanen. Lebt in Nordamerika und Mexiko und wird 13 cm lang. Trotz des sonderbaren Aussehens es ist mit zaidreichen Stacheln, besonders am Hinterkopfe versehen ist das Thier doch ganz unschdlich. Es soll aus Nase und Augen eine blutrothe Flssigkeit absondern, die es auch einige Centimeter weit wcgschleudern kann. XII. Nr. 2. NiituiwisBCUscliaftliche Woclieuschntt. 17 Fnfte Familie: Grtelschweife, Zonuridae. Sie bewohnen Afrika vom Kap bis zur Saliara, bevor- zugen steinigen Boden und sttzen sich bei ihren lang- samen Bewegungen wahrscheinlich auf ihren Stachel- schwanz. Es mge nur erwhnt werden der Zouurus cordylus, Grtelschweif, der eiue Lnge von 18 cm erreicht. Sechste Familie: Schleichen, Anguidae. Ophisaurus apus, Scheltopusik. Ein schlangenhn- liches, 1,1 m langes Thier, das keine Vorderfsse und nur Stummel von Hinterfsseu neben dem After besitzt. Es bewohnt Sdosteuropa, Kleinasien und Nordafrika. Ophisaurus ventralis, Glasschleiche. Diese Art wird nur 80 cm lang und bewohnt das stliche Nordamerika und Mexiko. Der Schwanz bricht bei der Berhrung auffallend leicht ab. Anguis fragilis, Blindschleiche, eine deutsche Art, die ausserdem noch in fast ganz Europa vorkommt. Sie wird bis 43 cm lang. Ebenso wie bei der vorigen Art bricht ihr der Schwanz sehr leicht ab.l Zu einer besonderen sechsten Familie gehrt: Heloderma horridum, Krusteneidechse, Gilathier. Sie wird 60 cm lang und bewohnt Mexiko. Sie ist die einzig wirklich giftige Eideche. Die Zhne des Unterkiefers sind denen der Schlange hnlich gebaut, gekrmmt, ge- furcht, unten etwas dicker, aber ohne hohle Wurzeln. Die Unterkieferdrsen sind sehr entwickelt. In der Er- regung fliesst ihr der Geifer ans dem Maule, der sehr giftig wirkt. Kleinere Thiere, ja selbst Menschen, werden durch ihren Biss getdtet. Siebente Familie: Warane, Warneidechsen, Varanidae. Zu ihnen sowie zur folgenden Familie gehren unsere grssten Eidechsen. Zu bemerken sind: Varanus niloticus, Nilwarau. Wird P/i m lang und lebt in Afrika an Flssen.^ Varanus salvator, Bindenwaran. Vertritt den Nil- waran in Indien und auf den indischen Inseln. Wird 2V4 m lang. Sein Fleisch wird gegessen. Varanus griseus, Wstenwaran. Bewohnt die Wsten Nordafrikas und Westasiens und wird 1,3 m lang. Varanus albigularis, Kapwarau. Bewohnt die sd- afrikanische Wste und wird auch ca. 1,3 m lang. Achte Familie: Schieneuechsen, Tejidae. Tupinambis teguixin, Teju. Lebt in Sdamerika und wird fast einen Meter lang. Wird dadurch schdlich, dass er in Hhnerhfe eindringt. Sein Fleisch wird ge- gessen. Ameiva surinamensis, Ameive. Lebt wie die vorige Art; ist aber nicht schdlich und wird nur 53 cm laug. Neunte Familie: Ringelechsen, Amphisbaenidae. Zu dieser Familie gehren sehr wunderbare Formen. Sie sind extreme Grabthiere, die mit der Schnauze whlen und deren Fsse entweder sehr verkmmert sind oder fehlen. Hierzu gehren: Chirotes canaliculatus. Handwhle. Sie besitzt nur zwei Vorderfsse, die zwar stummelhafte, aber Krallen tragende Zehen besitzen. Die Art lebt in Mexiko und Califoruien und wird 20 cm lang. Amphisbaena alba, Ibijara. Wird 52 cm lang und lebt in Brasilien, ohne Beine. Amphisbaena fuligiuosa, Gefleckte oppelsehleiche, lebt in Sdamerika und Westindien und erreicht eine Lnge von 39 cm. Blanus cinereus, Netzwhle. Lebt auf der iberischen Halbinsel, in Marokko und Algier unter Steinen und in Ameisenhaufen. Sie wird 22 cm lang. Zehnte Familie: Echte Eidechsen, Lacertidae. Zu dieser Familie gehren alle deutsche Eidechsen. Die hervorragendsten Vertreter sind: Lacerta ocellata, Perleidcchse. Lebt in Spanien, Sdfrankreicli und Italien und wird 61 cm lang. In anderen Mittelmeerlndern kommen Abarten dieser Ei- dechse vor. Lacerta viridis, Smaragdeidechsc. Wird bis 43 cm lang und lebt in Sdeuropa. Kommt auch in Deutsch- land vor und ist selbst bei Berlin gefunden worden. Lacerta agilis, Zauneidechse. Eine unserer gemeinsten Eidechsen. Wird bis 25 cm lang. Lacerta vivipara, Bergeidechse. Fast ebenso hufig wie vorige Art. 18 cm lang. Lacerta muralis, Mauereidechse. Lebt vorwiegend in den Mittelraeerlnderu und wird in Sddeutschland l und im Sden 24 cm lang. Psammodromus algirus, Kielechse. Lebt in Sdwest- europa und Nordafrika und wird bis 27 cm lang. Acanthdactylus vulgaris, gemeiner Franzenfinger, kommt in einer sdeuropischen und nordafrikanischen Spielart vor. Wird 20 cm lang. Elfte B\amilie: Whlechsen, Seincidae. Sie leben in allen Welttheilen, sind aber in Europa und Amerika schwach vertreten. Sie leben auf oder in der Erde. Klettern knnen sie nicht. Trachysaurus rugosus, Stutzechse. Eine 36 cm lange, einem Tannenzapfen hnliche australische Art. Ablepharus pannonicus, Natterauge, Johannisechse. Metallglnzend, 11 cm laug, in Ungarn lebend. Sciucus ofticinalis, der gemeine Skink, der Chaumcl" der Bibel, wurde frher auch bei uns als Heilmittel ver- wendet. Sein Fleisch wird von den Arabern gegessen. Wegen seiner Geschwindigkeit, mit der er durch den Sand gleitet, wird er auch Sandfisch genaunnt. Chalcides tridactylus. Erzschleiche. Sehr lang ge- streckt mit kurzen Fssen. Wird 26 cm lang und lebt in den Lndern um das Mittelmeer. Zwlfte Familie: Chamaeleontidae, Chamleons. Diese Thiere sind wegen ihrer sonderbaren Krper- form, ihrer vorschnellbaren Zunge und der Fhigkeit, die Farbe zu wechseln und die Augen nach verschiedenen Richtungen zu drehen, bekannt, ausserdem haben sie Klammerfssc und die meisten einen Greifschwanz. Die Mnnchen tragen oft hornartige Fortstze am Kopf.^ Chamaeleon vulgaris, Chamaeleon. Wird 28 cm lang. Wohnt in Nordafrika und im stlichen Mittelmeer- gebiet. (Schluss folgt.) Das angebliche Hren eines Glockenzeichens durch die Fische stellt A. Kreide auf Grund seiner Versuche, die er an verschiedenen Fischen im Fischteiche zu Krems- mnster in Obersterreich angestellt hat, in Abrede. (Archiv f. d. ges. Physiologie Bd. 63.) Die Fische haben zwar einen ausgezeichneten Haut- und Gesichtssinn, ver- mgen aber den Ton einer Glocke nicht zu hren. Wenn die Fische scheinbar auf ein Glockenzeichen oder auf Pfeifen zur J'tterung konnnen, so beruht dies darauf, dass sie erstens den Fischer, der sie fttert, sehen, dass sie ferner durch die Erschtterungen des Bodens und des Wassers beim Kommen des Fischers aufmerksam gemacht werden, und dass sie endlich, wenn sie hungrig sind, sehr gerne auf den geringsten Reiz hin zur gewohnten Futterstelle kommen 18 Naturwissenschaftliehc Wochenschnft. XII. Nr. 2 Zweifellos spielt aiicb 1 bis V/2, 17 S V/2 bis 2 und einer noch ber doppelte Seh- schrfe. C. erinnert an die fabelhafte Sehschrfe der Natur- vlker. Alexander von Humboldt erzhlt von den In- dianern in Chillo unfern Quito, dass sie seinen Reise- begleiter Bonpland, der auf einer Expedition nach dem Vulkan Piehiuchra begriffen war, in 37,0 geographischen Meilen Entfernung als fortbewegenden Punct frher er- kannten mit blossem Auge, ehe ihn Humboldt mit dem aufgestellten Fernrohr auffand. Es entspricht das unge- fhr einer fnffachen Sehleistung.'' Directe Sehprfungen bei Naturvlkern sind bisher nur selten, einige bei gelegentlicher Anwesenheit solcher in Breslau, Mnchen, Hamburg, von Cohn, Seggel, Kotel- mann u. A. angestellt. Dieselben ergaben, dass bei den uncivilisirten Vlkern die Sehleistung im Allgemeinen eine grssere ist. Cohn beabsichtigt den Kriegsminister wie den Unter- richtsminister zu ersuchen, dass dieselben unsere ganze Armee und smmtliche deutschen Schulkinder auf ihre Sehleistung prfen lassen. Die Untersuchung kann auch von Laien in krzester Zeit ausgei'hrt werden. Der Be- richt schliesst mit den nicht genug zu beherzigenden Worten: Mchten unsere Bestrebungen fr die Hygiene des Auges das tretfliche Sehvermgen der noch von Kurzsichtigkeit und Sehschwche verschonten Deutschen auch fr die Zukunft erhalten bleiben!" Mz. Ueber die Entwlckelung des Gesichtssinnes. Form und Farbe, das unerschpfliche Gebiet unseres Seh- organs, scheinen erst zu einer vorgerckten Zeit des Erden- daseins ihre grosse Mannigfaltigkeit angenommen zu haben. Zwar war zur Steinkohlenzeit das Leben schon lngst vor- handen; indessen lassen weder Pflanzen noch Thiere aus damaliger Zeit in Form und Farbe einen nhereu Vergleich mit den heutigen zu.*) Blumen gab es noch nicht. Die Steinkohlenbume, die eine enorme Hhe erreichten und grossartige Wlder bildeten, boten nicht die anmuthige Abwechslung, die wir au der heutigen Natur bewundern. Erst in der darauffolgenden Aera traten die Phanerogamen mit ihren gefrbten Blthen und Frchten auf, und es kann mit Sicherheit angenommen werden, dass der Gesichtssinn sich nur nach Maass und in Wechselwirkung mit der sich vermehrenden und vervielfltigenden Pflanzenwelt ent- wickelte. Ein Analogen der damals aufeinander folgenden Perioden bietet das Nebeneinander der heutigen Schpfung. So werden die niederen Thierformen der damaligen Zeit, wie auch heut noch, nicht viel mehr als eine Licht- empfindlichkeit, bezw. soweit ihre Haut von dunklen Pig- mentflecken bedeckt war, ein Hautwahrnehmungsvermgen" besessen haben. Einen Krper nmlich, der das Licht als solches unverwandelt, ohne es zu absorbiren, weiterleitet, nennen wir durchsichtig". Absorbirt ein Krper das Licht, ist er also empfindlich dafr, so nennt man ihn undurchsichtig". Die lebendige Substanz ist in ihrer ursprnglichen Erscheinung nahezu farblos und durch- sichtig. Soll sie fr Lichtstrahlen empfindlich gemacht werden, so kann dies nur durch Beschrnkung der Durch- sichtigkeit, durch Einlagerung von Pigmentstoft'en bewirkt werden. Geschieht dies in P'orm eines oder einiger kleiner umschriebener Pigmentflecke, Farbstoffkrnern, so ist da- mit die Vorbedingung zur Entstehung eines bestimmt localisirten Sehorgans gegeben. Die geschwrzte Stelle wird sich zu einem immer vollkommeneren Lichtempfindungs- apparat weiter entwickeln, indem sie der brigen Krper- oberflche die Ausbildung anderer Sinnesorgane berlsst. Wird dann, auf einer hheren Stufe, die Lichtempfindlich- keit der geschwrzten Stelle durch Einlagerung einer Sammellinse in das Pigment verstrkt, so ist damit nicht nur die Mglichkeit der Zusammenfassung und Concentri- rung der Lichtstrahlen, sondern auch der Fixirung einer Sehrichtung gegeben. Bei den hchsten Formen tritt dann noch der Accomodationsapparat hinzu zur Rege- lung der Intensitt, mit der die Lichtstrahlen ins Auge fallen sollen, und zur Einstellung des letzteren auf ver- schiedene Entfernungen. Wir haben aber schon erwhnt, dass bei den ersten resp. anderen Lebewesen nur von einem allgemeinen Lichtempfindungsvermgen die Rede sein kann, und zwar stehen auf dieser Stufe die ein-, wie auch mehrzelligen Thiere : Infusorien, Schwmme, Clenteraten, Echinodermen. Mit den Wrmern treten schon Sehfleckchen mit licht- brechenden Krpern und Eichen auf. Im Ganzen giebt es kaum eine Gruppe des Thierreichs, die so viele ver- *) Nheres darber findet man in dem hchst interessanten Buche von Grant Allen: Der Farbensinn. Sein Ursprung und seine Entwickeluug." Deutsche Ausgabe (Leipzig, Ernst Gnther's Verlag). 30 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 3. schiedene Entwickelungsstufeu eines speciellen Sinnes- organs aufweisen, als die Wrmer. Nach Darwin wissen die Regenwrmer, obwohl sie keine Augen besitzen, dennoch rasch zwischen hell und dunkel zu unterscheiden. Dagegen besitzen gewisse pelagische Formen der Ringel- wrmer sogar hochentwickelte Sehwerkzeuge, die mit den Augen der hheren Thiere vergleichbar sind. Es bewhrt sich hier, wie durch die ganze Schpfung, in physischer wie psychischer Bezielnmg, dass die niederen Stufen eines hheren Stammes wohl ihrem Typus, nicht aber ihrer Ausbildung nach hher stehen, als die hchsten Stufen des vorhergehenden niederen Stammes, so dass derselbe Typus in mehreren Stufen der Ausbildung bestehen kann, und umgekehrt dieselbe Ausbildung in mehreren Typen erreicht wird. Von den Weichthieren besitzen manche Muscheln und Schnecken Augen, die mit Linse, Glas- krper und Netzhaut ausgestattet sind und fast die Voll- kommenheit des Wirbelthierauges erreichen. Die Facettenaugen der Gliederthiere sind in Wahrheit eine Vereinigung vieler Augen. Bei einigen lngst ausgestorbenen Trilobiten frherer geologischer Schichten glaubt man eine Zusammensetzung von 15 bis 30 000 Linsen annehmen zu drfen, deren jede eine Nervenabzweigung besass. Bei den Insecten liegen die Augen meist im Kopfe; manche Spinnen tragen sie je- doch an beiden Krperseiten und einige Krebsarten an der Spitze der Krperanhnge (gestielte Augen). Einige Gliedertiere besitzen ausser ihren Facettenaugen noch sogenannte Nebenaugen, die einem einfachen Element der zusammengesetzten entsprechen. Die Augen der Spinnen und Scorpione endlich stellen eine Mittelform zwischen jenen beiden dar: sie sind nmlich umfang- reicher, als die Nebenaugen, haben aber nur eine ein- zige Facette und sind daher als zusammengesetzte Augen mit einfacher Cornea zu bezeichnen. Die meisten fliegenden Insecten sehen besser als die kriechenden. Sehr gut sehen die Libellen, sehr schlecht die Ameisen und bei diesen das Mnnchen besser als das Weibchen. Sorgfltige Versuche haben ergeben, dass die Insecten hauptschlich die Bewegung der usseren Gegenstnde, jedoch nur sehr unsicher deren Gestalt sehen, wie denn auch die Entfernung, aus der grssere Krper unterschieden werden, ziemlich gering ist. Sie betrgt fr Schmetterlinge nicht mehr als 2 m, fr Fliegen 6070 cm. Auf dieser Stufe werden indessen schon die ver- schiedenen Farben des Spectrums wahrgenommen. Bienen scheinen eine Vorliebe fr Blau zu haben; Ameisen sind usserst empfindlich gegen Violett, doch scheinen die Empfindungen, welche die Farben bei diesen Thieren hervorrufen, andere zu sein als bei uns, wie wir uns denn von ihrer Art des Wahrnehmens kaum eine Vor- stellung zu machen vermgen. Bei den Fischen ist der Gesichtssinn ziemlich gut entwickelt, wie auch kein Angler an dem Farbensinn derselben zweifeln wird. Der Gesichtssinn der Reptilien bietet nichts bemerkenswerthes, ausser dass die Krystall- linse bei ihnen ein geringeres Lichtbrechungsvermgen hat, wie bei Fischen. Wenn nun auch das Sehorgan der obigen Thier- klassen, die im Wesentlichen die Lebewelt des primren und secundren Zeitalters bildeten, verhltnissmssig gut eingerichtet war, so ging es doch erst von der Tertir- zeit ab seiner grsseren Vervollkommnung entgegen, denn erst in dieser Epoche begann die Herrschaft der Vgel, deren Augen sich der schrfsten Sehkraft erfreuen. In der That hat das Thierreich nichts, was sich dem Seh- organ so mancher hierher gehriger Arten au die Seite stellen kann, sei es das Auge eines Falken, welches aus ge- waltiger Hhe ein schtzlich gefrbtes Thier von der ihm stark hnelnden Bodenoberflche zu unterscheiden vermag, oder das Auge einer ussardgans, die im Stande ist, lOOFuss in der Luft noch einen mehrere Faden tief im Wasser schwimmenden Fisch zu erblicken. Man kann Fische durch Angelkder, der nur aus Federn gemacht ist, tuschen, man kann Eidechsen fangen, wenn man sie in vorgehal- tene Grashalme beissen lsst, und die hungrige Schlange, die wthend auf einen Frosch strzt, sich ruhig wieder hinlegen sehen, wenn sie das Thier verfehlt hat und dieses sich nun still verhlt (einen unbeweglich dasitzenden Frosch erkennt die Schlange nicht als das eben ihr entgangene Beutethier wieder), aber einen Vogel tuscht man auf diese Weise nicht; lernt doch der kleiuhirnige Sperling rasch die Vogelscheuche vom lebenden Menschen unter- scheiden. Die KrystalUinse bei den Vgeln ist bald flach, wie bei den weitsichtigen Falken, bald convexer, wie bei den wegen ihrer Kurzsichtigkeit bekannten Eulen, whrend sie bei Wasservgeln, ihrer Lebensweise ent- S])rechend, fast kugelig erscheint. Schliesslich theilt das Vogelauge mit dem der Sugethiere, einschliesslich des Menschen, noch den merkwrdigen Vorzug, das Gefhl der Furcht und der Freude, des Hasses und der Zuneigung auszudrcken. Das Rebhuhn, wie die Robbe am Meeres- ufer und das Reh unserer Wlder haben in dem Augen- blick, da der Jger sich anschickt, ihnen den Tod zu bringen, ein so sanftes Auge, dass jener hufig eine Art Gewissensbisse darber empfindet, da harmlose Thier zu morden. - Alberts. lieber die gefhrlichsten Krankheiten der Seiden- raupe, die Flacherie und die Grasserie, hat der rus.sische Gelehrte Isaak Krassilstschik zu Kischenew in Bess- arabien eingehende Studien gemacht und das Resultat deiselben der franzsischen Academie der Wissenschaften vorgelegt. Er hat alle Microben, welche in gesunden und kranken Seidenraupen leben, genau untersucht und dabei zwei Arten gefunden, welche er als Erzeuger der oben genannten Krankheiten ansieht. Der erste Bacillus ist ein Streptococcus, welchen er Strept. pastorianus nennt und dessen unbewegliche Coccen 1 1,1 n Durchmesser haben. Am hufigsten erscheinen sie unter der Form eines Diplococcus; dieselben verlngern sich in der Lngsachse, bis sie EUipseuform haben und 1,5 fi in der Lnge und 1 /x in der Breite messen. Dieser Krper zerfllt dann in zwei gleiche Theile, indem er sieh in der Mitte, senkrecht zur grossen Achse, einschnrt. Der Strept. pastorianus verflssigt' die Gelatine nicht; er findet sich niemals in dem Verdauungskanal gesunder Raujien, stets aber in solchen, welche von der Flacherie befallen sind. Im Laufe der Krankheit nimmt die Zahl der Streptococcen bedeutend zu; spter treten dieselben in den Blutkreislauf ein und bilden daselbst Colonien, whrend saprophytische Pilze ihre Stelle im Verdauungs- kanal einnehmen. Der Bacillus der Grasserie ist Micrococcus lardarius Krass., welcher 0,50,6 p Durchmesser hat und im Gegen- satz zum vorigen die Gelatine verflssigt. Er fehlt niemals bei der Grasserie. Ini Beginn der Krankheit findet er sich stets im Darmtraetus, von wo er spter ins Blut eindringt. Hier bildet er vollstndig reine Culturen, aber diese Culturen werden unrein, wenn die Krankheit schon weiter fortgeschritten ist oder wenn die Flacherie hinzu- kommt, y. Seh. Ueber die Zubereitung des Opiums bringt die Populr Science Monthly" nach einer Mittheilung des englischen Consuls zu Ispahan folgende Notiz. Bekannt- XII. Nr. 3. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 31 lieh wird das Opium durch Anritzen der Kapseln des Schlafmohns (Papaver somniferum L.) gewonnen. Die Ernte geht Anfang Mai vor sich. Man schneidet am Nach- mittag die Mohnkpfe mit einem scharfen Messer au und lsst den Saft, welcher in kupfernen Gefsseu aufgefangen wird, die ganze Nacht fliessen. Derselbe wird nun einer etwas weitlufigen Behandlung unterworfen. Nachdem er etwas verdickt ist, was schon in kurzer Zeit geschieht, nimmt der Arbeiter etwa 400 Gramm aus dem kupfernen Gefss und bringt die Masse auf ein glattes, weiches Brett von etwa 60 cm Lnge und 30 cm Breite, auf dem er sie ausbreitet, indem er den klebrigen Stoff fest gegen das Brett driickt. Dann wird das Brett mit der Opium- schicht zum Trocknen zehn Minuten in die Sonne gestellt, hierauf setzt sich der Arbeiter mit dem Brett in den Schatten und zerreibt das Opium mit einem kleinen, spatenhnlichen, eisernen Instrument, bis es eine ziemlich trockene Masse bildet; diese bringt man nun kurze Zeit ber eine kleine Flamme von Holzkohlen, um dem Opium eine gewisse Plasticitt zu geben. Dann wird es in sehr kleinen Quantitten noch einmal auf das Brett gebracht und von neuem geknetet, bis es die gewnschte Con- sistenz und eine schne, goldgelbe Farbe erhalten hat. Hierauf wird es in Packeten zu 400 Gramm in Zinnkst- eben verpackt, welche man noch mit Leinwand oder Per- gament umwickelt, und so in den Handel gebracht. S. Seh. lieber den geologischen Ban des Glrnisch sprach Prof. A. Rothpletz in der Sitzung vom 2. XIL v. J. der Deutscheu geologischen Gesellschaft in Berlin. Redner hob zunchst den theoretischen Einfluss hervor, welchen der Glrnisch mit seinem verwickelten Baue sowohl an sich auf unsere Anschauungen ber liegende Faltenbildung, als auch, als Theilstck der Glarner Alpen, auf die Begrn- dung der sog. Glarner Doppelfalte gewonnen hat.*) Nach kurzer Darstellung der Ergebnisse, zu welchen Baltzer 1873 in seiner auch heute noch fr unsere Kenutniss dieses Gebietes maassgebenden Monographie des Glrnisch gekommen war, wird gezeigt, dass dessen Hypothese, wonach das Massiv aus 3 bezw. 4 grossen liegenden Falten bestehe, obwohl von den dazu erforderlichen Sattel- und Mulden - Umbiegungen nichts zu sehen ist, zwei von Baltzer selbst festgestellte Thatsachen unerklrt lasse. Die erste dieser Thatsachen besteht darin, dass sich im Sockel des Glrnisch-Massives die Jurahorizonte zwar'2- bis 3 mal bereinander wiederholen, aber stets in nor- maler, niemals in verkehrter Lagerung, wie es doch bei einem liegenden P^altensystem zu erwarten wre. Die zweite Thatsaehe ist die merkwrdige Auflagerung der oberen Neocommergel (Drusbergschichten) lngstes ganzen oberen Firnbandes auf den Berriasschichten, ohne dass die 100 200 Meter mchtigen Kieselkalke des unteren Neocomes dazwischen liegen. Freilich ist diese letztere Thatsaehe immer sehr zweifelhaft gewesen, weil die stratigraphische Gliederung der Kreide, auf welche sich Baltzer hierbei gesttzt hat, dem Palaeontologen schwere Rthsel aufgicbt. Wenn z. B. die Schichten mit Pygurus rostratus als jnger wie diejenigen mit Toxaster complauatus angenommen werden, so suchen wir vergeblich nach einer Begrndung dieser ungewhnlichen Annahme und wenn wir in den Fossil- listen der unteren Valangien Desmoceras Matheroni, diffi- cile und Phylloceras calypso ohne weitere Bemerkung nebeneinander aufgefhrt sehen, so kann es uns nicht anders erscheinen, als dass hier entweder unrichtige Be- *) Vergleiche Naturwissenscliaftliclie Wochenschrift Band V (1890) Seite 391 S. Stimmungen oder Aufsammlungen aus ganz verschiedenen Horizonten vorliegen. Revision des Baltzer'schen Materials wre jedenfalls sehr wnschenswerth. Redner theilt nun die Gliederung mit, welche er durch seine Untersuchungen am Glrnisch fr das Neocom gewonnen hat. Zu unterst direct auf den Mergeln und Kaiken der Berriasstufe mit Terebratula hippopoides liegen die unteren Valangienmergel mit stets un- verkieselten Gehusen von Exogyra Couloni, Ostrea rectan- gularis, Mytilus Couloni und Gilleroni, Terebratula val- densis, Rhynchonella multiformis und Hoplites cf. ambly- gonius, darber liegen die oberen Valangienkalke hufig mit verkieselten Petrefacten: Pygurus rostratus, Terebratula acuta, Spongien etc. Darauf ruhen die Kieselkalke mit Toxaster complauatus, in denen sich zu oberst einige glaukonitische und sehr fossilreiche Bnke und zuletzt auch weichere Mergel einstellen. Besonders zu oberst werden Gehuse von Exogyra Couloni wieder hufig, sie sind aber stets verkieselt. Dieser obere Mergel mit den glaukonitischen Bnken, in denen Burck- hardt in der Nachbarschaft des Glrnisch Barreme- Ammoniten gefunden hat, drfte zur Barremestufe gerechnet werden, die sich allerdings nicht sehr scharf gegen die tieferen Kalke des Hauterioien abgrenzt. Darber folgen dann die massigen Schrattenkalke mit eingelagerten Mergeln, die hufig voll von Orbitulina lenticularis, Heteraster oblongus u. s. w. sind. Linthal Oberblagi so. Bchistock Steinthlistock Klnthal Q,uer8cbnitt durch das GtlSrnisch-Massiv. s Sernitit r Rthidolomit d Dogger !, Malm 'a Tithon'iUDd errias c, Neocom C3 Aptian (Schrattenkalk) c^ Obere Kreide* e Eocn Oligocn Auf Grund dieser Gliederung lst sich die angeblich 5 fache Wiederholung der Kreideschichten mit theils nor- maler, theils verkehrter Lagerung in eine nur zweifache Wiederholung auf, wobei smmtliche Glieder in jeder der zwei Reihen normal gelagert sind. Die obere Serie liegt aber nicht concordant auf der unteren Serie, die Trennungs- fiche fllt vielmehr ziemlich steil nachNW ein und schneidet je nachdem verschiedenalterige Schichten sowohl in der oberen als auch in der unteren Serie an. Sie ist eine echte Ueberschiebungsflche. Das Gleiche gilt aber auch fr die Trennungsflchen zwischen den dreifach sich ber- einander wiederholenden Juraserien im Sockel des Glr- nisch, so dass dieses ganze Massiv aus 4 Ueberschiebungen entstanden erscheint, wie die beistehende Figur zeigt. Zu Unterst liegt gefalteter ogocner Flysch. Darber geschoben erscheint zuerst eine Serie von Rthi- Dolomit, Dogger, Malm, stellenweise auch Neocom und Schratten- kalk mit zu oberst eingefaltetem Nummulitenkalk. Dann eine weitere Schubnlasse von Sernifit und Dogger, darber von Neuem eine Serie von Lias, Dogger, Malm, Tithon und Kreide und endlich die letzte eberschiebungsmasse, fast nur aus Kreide bestehend, die zu oberst am Stein- thlistock zu einer liegenden Falte zusammengebogen ist, als einzige Mulde, die sich in den Gipfelschichten des Glrnisch stratigraphisch wirklich nachweisen Hess. Neben diesen flacheren Ueberschiebungen treten im 32 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 3. Glrnisch-Massiv auch noch eine Reihe von steileren Quer- verwerfungen auf, von denen eine grssere sich ganz im Westen ungemein deutlich bemerkbar macht, durch welche das Gebiet der Steppelwand vom Milch blanken- stock abgetrennt wird. Eine andere liegt ganz im Osten, ist aber, obwohl von grosser orographischer Bedeutung, doch durch Schutt und Mornenbedeekung stark verdeckt. Zum Schluss weist Redner darauf hin, dass, wenn Baltzer seinerzeit die Kreide richtiger gegliedert htte, er die Hypothese liegender Falten zur tektonischen Er- klrung wohl nicht aufgestellt haben wrde, und dass dann spter auch die bekannten Faltungstheorien Heim 's wahrscheinlich eine etwas andere Fassung erhalten htten. (X). lieber das Bebirin" theilt M. Scholtz in den Ber. D. Chem. Ges. 29,2054 folgendes mit: In der Rinde von Nectaudra Rodici (Heimath: Britisch Guyana) hat Mac- lagau im Jahre 1843 zwei Basen, das Sepeerin, einen braunen und harzartigen Krper und das Bebirin, ein gelbes, amorphes Pulver nachgewiesen. Spter wurden das im Buxbaum aufgefundene Buxin und das aus der Wurzel von Cissampelos Pareira ge- wonnene Pelosin mit dem Alkaloid Bebirin identificirt und von Bdeker die Formel CigHiNOg ermittelt. Alle Autoren betonen die Unfhigkeit des Bebirins zu krystallisiren oder krystallisirte Salze zu bilden. Das heute als Bebirinum purum in den Handel kommende Prparat besteht nur zum kleinen Theile aus der reinen Base und enthlt vermuthlich hauptschlich Oxydationsproducte derselben. Aus diesem Handels- producte lsst sich das Bebirin durch wiederholtes Aus- ziehen mit sehr viel Aether als gelbes, amorphes Pulver erhalten, das sich leicht in Chloroform, Alkohol und Aceton lst, um sich beim Verdunsten wieder amorph abzuscheiden. Auch in kaltem Methylalkohol lst er sich mit Leichtig- keit, scheidet sich aber merkwrdigerweise nach einer Minute so lebhaft in wohlgestalteten, farblosen Prismen aus, dass alsbald die ganze Flssigkeit zu einem Krystallbrei gesteht. Die Krystalle schmelzen bei 214", sind schwer in heissem Methyl- und Aethylalkohol lslich und fallen beim Erkalten wieder krystallinisch aus. Die Analysen- werthe stinmien ndt der von Bdeker aufgestellten Formel berein. Mit Jodmethyl erhitzt, bildet die Base ein Jodmethylat von der Formel: CigHoiNOs CH;jJ, das bei 208-270 schmilzt und in glnzenden Nadeln krystallisirt. Die Existenz einer Monoacetyl- und Monobenzoyl- verbindung von der Zusammensetzung: C.sHooNOg COCH3 (Schmpkt.: 147-148") CisHooNOg . COCeHj (Schmpkt.: 139140) beweist das Vorhandensein einer Hydroxylgruppe. Durch Oxydation mit Ferricyankalium in alkalischer Lsung und spteren Zusatz von Chlorammonium erhlt Verfasser einen basischen Krper, der aus Alkohol kry- stallisirt, ohne zu schmelzen oberhalb 260" verkohlt und die Formel: CiyH,s,N04 besitzt. Das Bebirin dreht die Polarisationsebene stark links. Dr. A. Sp. Die kanadische Mineralprodnction (siehe L Jahrg. S. 419) bewcrthcte sich nach den Aufstellungen der Geo- logischen Landesuntersuchung zu Ottawa im Jahre 1895 insgesammt auf 22,5 Mill. Dollars, sie war also bedeu- tender als in irgend einem Vorjahre, und berstieg ins- besondere diejenige von 1894 um 1,6 Mill. Doli. Die Goldfrderung stieg 1894 bis 1895 von 954 451 Doli, auf 1 910 921 Doli., sie verdoppelte sich also wieder, nach- dem sie lange Zeit stagnirt und nur noch etwa 25 pCt. von derjenigen zu Anfang der sechziger Jahre ausgemacht hatte. Einen ganz betrchtlichen Aufschwung nahm in den beiden letzten Jahren auch die Silberfrderung (von 409 000 Doli, auf 1 158 633 Doli.). Die Ausbeute an Kupfer steigerte sieh dagegen nur massig (von 806000 Doli, auf 949 229 Doli, oder von 8482 Centner auf 8789 Ctr.), und diejenige von Nickel ging sogar bedeutend zurck (von 2 061120 Doli, auf 1360 984 Doli.), whrend die Platinausbeute (1891 fr 10 000 Doli.) wieder ganz auf- hrte. Die Kohlenproduction ging im Zusammenhange mit der allgemeinen Geschftskrisis ebenfalls gegen das Vorjahr zurck (von 3,9 Mill. Tonnen auf 3,5 Mill. T.) und desgleichen auch die Eisenerzproduction (von 112 000 T. auf 103 000 T.) sowie die Petroleumproduction (von 829 104 Fass auf 802 573 F.). Asbest wurde fr 368 175 Dollar (8756 Tonnen) gewonnen, Phosphat aber nur noch fr 9565 Doli. (1822 Tonnen). E. Deckert. Wetter-Monatsttbersicht. Innerhalb der ersten Hlfte des vergangeneu December wiesen die Witterungs- verhltnisse in Deutschland betrchtliche Schwankungen auf, welche im Norden und Sden mehrmals entgegen- gesetzt verliefen; anhaltend trbe und unfreundlich aber war das Wetter gegen Ende des Monats. Whrend in Sddeutschland die Temperaturen in den ersten December- tagen bis zum 8. fast ununterbrochen anstiegen, trat im Norden zunchst eine starke Abkhlung ein, der eine ebensolche Erwrmung folgte. Der sinkende wie der steigende Theil der Temperaturcurven zeigen sich in der beistehenden Zeichnung weniger steil fr die nordwest- lichen Landestheile als fr diejenigen stlich der Elbe, wo in den Nchten zum 3. und 4. December die niedrigsten Temperaturen des ganzen Monats vorkamen. Dieselben gingen in den Provinzen Ost- und Westpreussen bis 16 oder 17" C. herab, und wenn auch im Laufe beider Tage, bei hellem Sonnenschein und massigen Sdost- winden, der Frost sich bedeutend milderte, so blieb doch die durchschnittliehe Temperatur der nordstlichen Sta- tionen auch Mittags 5 Grade unterhalb des Gefrierpunktes, wogegen dieser in Nordwest- und Sddeutschland an jedem Decembertage mit Ausnahme des 17. und 18. ber- sehritten wurde. XII. Nr. 3. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 33 Vom 8. December bis Mitte des Monats herrschte in ganz Deutschland Tliauwetter, wobei die Temperaturen sich im Norden sehr langsam und gleichmssig ernie- drigten, im Sden liingegen mehrfach hin und her- schwankten. Dann erfolgte berall eine bedeutendere Ab- khlung, welche abermals in den nordostdeutschen Laudes- theilen am strksten war. Seit dem 17. fand in Sd- deutschland, zwei Tage spter auch im Norden eine neue Erwrmung statt, und whrend des letzten Mou.itsdrittels befanden sich die Temperaturen in der Regel Nachts etwas unter, am Tage ber dem Gefrierpunkte, ohne sich im Laufe des Tages oder von einem Tage zum anderen sehr erheblich zu ndern. Auch die Abweichungen von den Normaltemperaturen waren nur an wenigen Tagen des December betrchtlich. Im Monatsmittel deckte sich sogar die Morgentemperatur der sddeutschen Stationen genau mit ihrem normalen Werthe, whrend sie an den nordwestdeutschen um einen halben, an den nordost- deutschen um 1,2 Grad niedriger als der letztere war. Die Niederschlge, welche in der ersten December- hlfte hauptschlich in der Form von Regen, in der zweiten mehr als Schnee auftraten, waren in Nord- deutschland bei ungewhnlich hohem Feuchtigkeitsgehalte der Luft ziemlich gleichmssig ber den ganzen Monat Hlit dei-NiidersthUg^e (n Dcjlsclilandi ah jednn I)tcfmlifTtd6f 1696'. 1 Dec. 6 li iSumme imBtcembtr 189695W_939531_90 18 9(, 95 9'! 93 92 91 90 vertheilt. Blieben nach beistehender Zeichnung auch nur sehr wenige Tage von ihnen gnzlich frei, so waren sie doch im allgemeinen nicht besonders ergiebig. Ihr vier- undzwanzigstndiger Ertrag erreichte im Mittel der nord- westdeutschen Stationen keinmal volle drei und st- lich der Elbe nur an zwei Tagen fnf Millimeter. In Sddeutschland, wo der Monat trocken begann, fanden um Mitte desselben strkere Regen- und Sehneeflle statt, die am 15. durchschnittlich 9,3, am liJ. durchschnittlich 6,6 Millimeter lieferten. Die Monatssunnne der Nieder- schlge, welche sieh im Durchschnitt fr ganz Deutsch- land auf 37,5 Millimeter belief, ist im gegenwrtigen Jahrzehnt bereits viermal im December bertroffen worden, freilich bertraf sie diejenige des ungewhnlich trockenen December 1890 noch um mehr als das Sechsfache. Die bedeutendsten Niederschlge kamen an der nordstlichen und der sdwestlichen Grenze des Reiches vor: nmlich zu Memel betrug ihre Summe im vergangenen December 80 Millimeter, von denen 38 am 17. und 18., zu Ml- hausen i. E. 76 Millimeter, von denen 25 allein am 19. ge- messen wurden. Whrend zu Beginn des Monats Deutschland einem Gebiete hohen Luftdruckes angehrte, drang sehr langsam eine tiefe Barometerdepression vom atlantischen Ocean ostwrts vor. Nachdem dieselbe zwischen dem 4. und 7. December an der englischen, franzsischen und italienischen Kste heftige Strme verursacht hatte, gelangte am 8. ein Theilminimum bis zur Ostsee, worauf sich bald ein anderes auf der Nordsee zeigte. Nach einigen sehr nebeligen Tagen eilte vom 14. bis zum 15. December ein weiteres Minimum in Begleitung neuer Weststrme vom Canal durch Sddeutschiand nach Bhmen und wandte sich sodann nach Ostpreussen, wo es die ersten Schneeverwehungen dieses Winters zur Folge hatte. Die nchsten von Westen kommenden Depressionen schritten auf etwas sdlicherer Strasse durch Frankreich und Italien nach Osten fort, so dass in Deutschland stliche Winde herrschend wurden, die aber wiederum sehr feuchte Luft und dichte Be- wlkung mit sich brachten; so war nach den Registri- rungen der Station Uslar in der Provinz Hannover whrend der 8 Tage vom 18. bis 25. die Sonne ununterbrochen durch Wolken verhllt. Noch unerfreulicher gestaltete sich das Wetter, als in den Weihnachtstagen ein Minimum sein Gebiet ber die scandinavische Halbinsel ausbreitete, was fr Deutschland bis zum Jahresschlsse dampfge- sttigte Sdwestwinde und etwas reichlichere Nieder- schlge zur B''olge hatte. Whrend somit die ganze westliche Hlfte Europas im vergangenen December von zahlreichen Depressionen heimgesucht wurde, befand sich der grsste Theil von Russland meistens in einem hohen Barometermaximum, das sich weit nach Ostsibirien er- streckte. Dort, wo die hohen Maxima im Winter aller- dings zu Hause sind, stieg der Luftdruck am 19. bis zu einer doch ungewhnlichen Hhe empor und erreichte am 20. December zu Irkutsk am Baikalsee bei einer Klte von 40" C. um 7 Uhr Morgens 808,4 Millimeter, wahrscheinlich den hchsten Barometerstand, welcher auf der ganzen Erde je gemessen worden ist. Dr. E. Less. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Ernannt wurden: Der Neurop.-ithologe Prof. Dr. Albert Euleuburg in Berlin zum Geh. Medicinalrath; der ausserordent- liche Professor in der medicinischen Fakultt zu Berlin und Director der Controllstation fr Diphterieheilserum Dr. Paul Ehrlich zum Geh. Medicinalrath; der ordentliche Professor der Anatomie Dr. Karl von Kupffer und der Honorarprofessor der Geologie Dr. Wilhelm von Giimbel in Mnchen zu Geheim- rthen; der Professor der Hygiene an der technischen Hochschule zu Dresden Fr. Renk zum Medicinal-Referenten im Ministerium; die ordentlichen Professoren der Hygiene bezw. pathologischen Anatomie in Giessen Dr. G. Gaffky und Dr. E. Bostroem zu Geheimen Medicinalrthen; der Privat-Docent der Chirurgie in VVrzburg Dr. A 1 b e r t H o f f a zum Professor ; der Privat-Docent der Kinderheilkunde in Innsbruck Dr. Johannes Loos zum Professor; der Director des knigl. Naturalienkabinetts in Bamberg Dr. Georg Fischer zum Professor; der Privat-Docent fr Kinderkrankheiten in Mnchen und Director der Universitts-Anstalt fr Kinder- krankheiten Dr. Karl Seitz zum Professor; der Privat-Docent der Physik an der technischen Hochschule zu Berlin-Charlotten- burg Dr. S. Kalischer zum Professor; der Privat-Docent der Chemie in Freiburg i. B. Dr. W. Autenrieth zum provisorischen Nachfolger Prof. Baumann's; der ordentliche Professor der Philo- sophie in Giessen Dr. H. Jjiebeck zum Geh. Hofrath; der Privat- Docent fr innere Medicin in Tbingen Dr. A. Dennig zum Professor. Berufen wurden: Der Director der Gothaer Sternwarte Dr. Paul Harzer als ordentlicher Professor der Astronomie und Director der Sternwarte nach Kiel; der etatsmssige Professor an der technischen Hochschule zu Aachen Dr. Friedrich Schur als ordentlicher Professor an die technische Hochschule in Karls- ruhe; der Privat-Docent der Zahnheilkunde in Bonn Dr. Boen- n ecken als ausserordentlicher Professor an die deutsche Univer- sitt Pi'ag; der ausserordentliche Professor der Physik in Jena Dr. Felix Auerbach als ordentlicher Professor nach Knigsberg; der erste Assistent au der inneren Abtheilung des Berhner Augusta- Hospitals Dr. CoUatz als leitender Arzt an das Diakonissen- Kraukenhaus in Darmstadt; der ausserordentliche Professor der Mathematik in Bonn Dr. E. Study als ordentlicher Profes-sor nach Greifswald. 34 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 3. Es habilitiiten sich: Der Generalsecretr der deutschen Che- mischen Gesellschaft Prof. Dr. Paul Jacobson fr Chemie in Berlin; Dr. Franz Nissl fr Anatomie in Heidelberg; Dr. Walther fr Chemie an der technischen Hochschule zu Dresden. Aus dem Lehramt scheidet: Der Professor der Kinematik an der technischen Hochschule zu Braunschweig P. Pfeifer. Es starben: Der ehemalige ordentliche Professor der Anatomie in Erlangen Dr. Josef von Ger lach; der Anatom Dr. Karl Heitzmann in Rom; der Professor der Forstwirthschaft in Mnchen Dr. von Baur; der leitende Arzt der stdtischen bak- teriologischen Anstalt in Danzig Dr. Theodor Lickfett; der bekannte langjhrige Badearzt in Wildbad Dr. Wilhelm von Renz; der Generalarzt und knigl. Leibarzt Dr. Christian Jacobi in Dresden; der Professor der Geometrie an der tech- nischen Hochschule zu Charlottenburg Dr. F. Buka. L i 1 1 e r a t u r. A. Sprockliofif's Grundzge der Botanik. Ein Lehrbuch fr den Schulgebrauch und zum Selbstunterricht. lo. wesentlich erweiterte Auflage. Mit 242 Abb. Carl Meyer (Gustav Prior) Hannover 1897. Preis 4 M. Das fr den ersten Schul-Unterricht brauchbare Buch wird vom Pdagogen gern zur Hand genommen. Es bringt, wie der ausfhrliche Untertitel besagt, Einzelbilder mit Bercksichtigung der Kulturpflanzen und ihrer Feinde, der Wechselbeziehungen zwischen Blumen und Insecten, wie der wichtigsten Arznei- und Giftpflanzen, Vergleichungen, Gruppenbilder und Anordnungen der Pflanzen nach dem Linne'schen und dem natrlichen System, Uebersichten nach dem Standort, der Blthozeit u. s. w., Gliede- rung, Bau, Leben und Verbreitung der Pflanzen, Anleitung und Uebung im Bestimmen. Ausserdem sind auch vom Schler zu beantwortende Fragen eingeschaltet. Das Buch umfasst 488 Seiten. H. von Helmholtz, Handbuch der physiolog^ischen Optik. Zweite umgearbeitete Auflage mit 254 Abbildungen im Text und 8 Tafeln. Verlag von Leopold Voss. Hamburg und Leipzig. 1896. Preis 51 M. Die zweite Auflage des in seiner Art einzigen von Helm- holtz'schen Werkes ist jetzt in 17 Lieferungen als ein stattlicher Band von 1334 Seiten vollstndig erschienen und wird das Ent- zcken aller Derjenigen erregen, denen die physiologische Optik keine terra incognita ist. Seit dem Erscheinen der ersten Lieferung sind mehr als zehn Jahre vergangen, und inzwischen ist am 8. September 1894 der grosse Physiker selbst der Wissen- schaft durch den Tod entrissen worden. Aber ein treuer Schler, Herr|Dr. Arthur Knig, hat das Werk seines Meisters nicht im Stiche gelassen und die Herausgabo desselben nunmehr zu glck- lichem Ende gefhrt; und wenn er auch in den letzten Lieferungen aus Piett gegen den Verstorbenen den Text der ersten Auflage im Wesentlichen unverndert lassen musste, whrend von Helm- holtz selbst, bei dem whrend der erneuten Beschftigung mit der physiologischen Optik das Interesse an dem Gegenstande zu der alten Intensitt erwachte, sicher wie bisher grssere Aenderungen und Einschaltungen gemacht haben wrde, so hat er doch den Schluss des Werkes durch eine nach dem Inhalt geordnete, von echt deutschem Fleisse zeugende Litteraturbersicht gekrnt, welche allein auf ca. 300 Seiten 7833 Litteraturangaben umfasst. Die Ausstattung ist eine des grossen Werkes wrdige; von den beigegebenen Tafeln ist besonders schn die zweite, deren ei-ste Figur, die Netzhaut des Auges darstellend, nach einer von Herrn Professor Uhthofi' hergestellten Zeichnung ausgefhrt worden ist. Dr. Georg Wallenberg. Die natrlichen Pflanzenfamien, begrndet von A. Engler und K. Prantl, fortgesetzt von A. Engler. Lief. 142 145. Wilhelm Engelmann. Leipzig 189t;. Preis ii Lieferung in Subscription 1,. 50 (sonst ?,) M. Die Lieferung 142 bringt von den Algen den Schluss der Chaetangiaceen, die Golidiaceen, die Acrotylaceen, die Gigartinecn, die Rhodophyllidacoen und den Anfang der Sphaerococcaceen, bearbeitet von Fr. Schmitz und P. Hauptfleisch. Die Lieferungen 143145 bilden zur Freude des Abonnenten eine fertige Abthoilung: die erste Abtlieilung b. dos I. Theiles des Gesammtwerkes. Diese Abtheilung enthlt die Peridiniales (Familien: Gymnodiniaceae, Prorocentraceae, Peridiniaceae) und die Bacillariales (Bacillariaceae), beide Gruppen bearbeitet von F. Schutt. Die Abtheilung enthlt 696 Einzelbilder in 282 Fi- guren und umfasst incl. Register 153 Seiten; sie hat ein be- sonderes Interesse auch fr den Zoologen und durch die Bacillaria- ceeu auch fr den Palaeontologen. Prof. Dr. A. Bauber, Die Regeneration der Krystalle. Zweite Untersuchungsreihe. Mit 393 Abbildungen. Eduard Besold (Arthur Georgi). Leipzig 1896. Die erste Untersuchungsreihe der bedeutsamen Unter- suchungen Rauber's ist eingehend in Bd. XI No. 12 besprochen worden. Wir zeigen hier das Erscheinen der zweiten Unter- suchungsreihe an, ohne nher auf dieselbe einzugehen, weil wir bei der Bedeutung der Arbeit Raubers hinsichtlich der Ver- gleichung der Verhltnisse bei der Regeneration der Krj-stalle mit dem Wachsthum u. s. w. der Organismen beabsichtigen, in einem besonderen Artikel auf den Gegenstand nher einzugehen. Wir bemerken hier nur noch, dass im Verlage des Photo- graphen W. Staden in Jurjefi' (Dorpat) ein Atlas, 1. Heft mit 18 photographischen Tafeln erschienen ist, der sich mit der Um- bildung der Kugel beschftigt, zur Illustration der Experimente des Verfassers. Ehlers, Otto E., Im Osten Asiens. Berlin. 7,60 Mark. Geologische Karte von Ungarn. Budapest. 12 Mark. Helmholtz, H. v., Handbuch der physiologischen Optik. Ham- burg. 54 Mark. Kerntier, Frz., Die elektrodynamischen Grundgesetze und das eigentliche Elementargesetz. Budapest. 2 Mark. Loewenberg, Dir. Dr. Geo., Lehrbuch der Mathematik. Leipzig. 4,50 Mark. liOdge, Prof. Oliver J., Neueste Anschauungen ber Elektricitt. Leipzig. 10 Mark. liittrow, Wunder des Himmels oder Gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems. Berlin. 14 Mark. Otten, Prof. Dr., Der Grundgedanke der Cartesianischen Philo- sophie, aus den Quellen dargestellt. Freiburg i. B. 3,20 M. Briefkasten. Herrn B. R. Auf die gestellte Frage ber die Nieder- schlagsverhltnisse im Kreise Teltow ist folgendes zu antworten. Die Niederschlagsverhltnisse der Teltower Gegend sind durchaus dieselben wie in der ganzen brigen Mark. Die Jahressumnie wird im Durchschnitt sieh zwischen 550 und 600 mm Niederschlag halten, wenngleich die bisherigen Beobachtungs- reilien sich allenthalben erst ber wenige Jahre er.-^trecken. In Friedenau z. B. brachte das niederschlagsreichste Jahr seit neun Jahren (1891) 677, das niedersclilagsrmste (18. '5) 416 mm Nieder- schlag. Im allgemeinen sind die langjhrigen Berliner (Berlin SW) Beobachtungsreihen, welche einen Mittelwerth von 596 mm er- geben, ziemlich massgebend fr die ganze Umgegend in weitem Umkreise. H. Herrn Dr. R. A. in Ch. Fr den von Ihnen ausgesprochenen Zweck knnen wir Ihnen sehr empfehlen: Krass und Landois, Lehrbuch fr den Unterricht in der Zoologie, 4. Aufl., Herder'sche Verlagsbuchhandlung. Freiburg im Breisgau 1895. Preis 3,30 Mk. und Vit US Grab er, Leitfaden der Zoologie. F. Tempsky in Prag und Wien und G. Freytag in Leipzig. Es sind beides kurze, gewissenhaft ausgearbeitete Bcher, die in jeder Hinsicht ver- lsslich sind. Herrn 0. D. Umfragen bei hiesigen' hervorragenden Zoologen haben nicht viel ergeben. Ausser den von Ihnen genannten Bchern Parker, Vorlesungen ber elementare Biologie" und Semper, Die natrlichen Existenzbedingungen der Thiere", sind ber thierische Biologie (im engeren Sinne) noch zu vergleichen Bergmann und Leuckert, Anatomisch-physiologische Ueber- sicht des Thierreiches'', ein noch immer gutes und lteres Buch, ferner Brehms Thierleben", Pagenst echor's Zoologie", die viel biologisches Material enthlt, Lubbock's Schriften, Die Sinne der Thiero" und Ameisen, Bienen und Wespen." Inhalt: Emil du Bois Reymond f. R. Beyer, Europische Ueberpflanzen. Die zoologische S.ammlung des Kniglichen Museums fr Naturkunde zu Borlin. (Forts.) Die Sehleistungen der Helgolnder und der auf Helgoland stationirten Mannschaften der Kaiser- lichen Marine. Ueber die Entwickelung des Gesichtssinnes. Ueber die gefhrlichsten Krankheiten der Seidenraupe. Ueber die Zubereitung des Opiums. Ueber den geologischen Bau des Glrnisch. Ueber das Bebirin. Die kanadische Mineralproduktion. Wetter Monatsbersicht. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Lilteratur: A. SprockhoflF's Grundzge der Botanik. H. von Helmholtz, Handbuch der physiologischen Optik. Die natrlichen Pflanzenfamilien. Prof. Dr. A. Ruber, Die Regeneration der Krystalle. Liste. Briefkasten. XII. Nr. 3 Naturwissensehaftliche Wochenschrift. .35 $tti. fmmlcrs gfrlagslmdjljuniiluug in ttlhi SW. 12, oeBen erfd^ien: IPiffettfd?aftlicI?c (frfctttttnis unb ftttlid^e ^rctl^cii ^ammfung von "porfrgen un JlB^anfungen. (>8iertc Jolcie) Pilljdm ^ocrllcr, iigrat lUof. an ber .ouigl. U or t-cr Siiil. Sternicatte ju 290 Seiten. f\t'\i 4 Watt; clegnnt gcbuiiben 5 Wnrf. i). SReoicningSrat lUof. an ber .ouigl. UnilJevfitat unb Tiieftor bcr Siiigl. Sternicatte ju Setlin. ^ - E lektrische K raft-Anlagen " im Anschluss an die hiesigen Centralstationen eventuell unter Ankauf vorhandener Kraftmaschinen (Gasiiiotoren etc.) fhrt unter gnstigen Bedingungen aus Elektromotor" G. m. b. H. 21. Schiffbauerdamm. BERLIN NW. 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Lichterfelde (P.-B.) bei Berlin, Potsdameratrasse 35, fr den Inseratentheil: erd. Dmmlers Verlagabuchhandlung, Berlin SW. 12. Druck: G, Bernstein, Berlin SW. 12. __,>??^ Redaktion: 7 Dr. H. Potonie. Verlag : Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. XII. Band. Sonntag, den 24. Januar 1897. Nr. 4. Abonnement : Man abonnirt bei allen BuchbandlunKen und Post- lustalten, wie bei der Expedition. Der Vierteljahrspreis ist M 4. BrinKefceld bei der Post 15 -I extra. Postzeitungsliste Nr. 4954. Y Inserate : Die viergespaltene Petitzeile 40 ^. Grssere AuftrRe ent- <31S sprechenden Rabatt. Beilagen nach ebereinkunft. Inseratenannahme Jl bei allen Annoncenbureftux wie bei der Expedition. Abdruck ist nnr mit vollstndiger ((nellenansabe gestattet. Reisebriefe aus Colombia. Von Prof. Dr. Fr. Resel. Zwei Ausflge von Medellin nach dem Westen von Antioquia (im September 1896). 1. Ausflug nach Guaca. Kaum hatte ich mich in meinem vorlufigen Stand- quartier eingerichtet, eine geeignete Wohnung gesucht, meine Ausrstung ausgepackt, Fehlendes ergnzt, Schad- haftes zum Ausbessern bergeben, als sich mir auch be- reits eine gnstige Gelegenheit bot, im Westen von Me- dellin den benachbarten, Saiz und Kohlen aufweisenden Distrikt Eliconia oder Guaca kennen zu lernen: Lazara Restrepo, ein sehr angesehener hiesiger Gross- industrieller, beabsichtigte die Salzgewinnung in Guaca zu Studiren und forderte mich auf, ihn und seinen dort ein grosses Landgut besitzenden Freund Felix Jaromillo nach (iuaca zu begleiten. Wir ritten am 15. September nach dem Almuerzo (Frhstck) um 11 Uhr auf dem nchsten Wege ber zwei Gebirgsrcken, den Alto de la Barcino und den Alto de las Cruces und erreichten gegen Abend unser Ziel, das Landgut (Finca) von Felix Jaromillo ; der westliche Abhang des zweiten Alto, der die Westgrenze des Distriktes Medellin bildet, bot eine berraschend ppige und grossartige Vegetation: diese dem feuchteren Caucathale zugewandten Hnge besitzen fr die Eut- wickelung tropischer Formen viel gnstigere natrliche Verhltnisse, sind aber zum Theil wenigstens, auch noch weniger der Vernichtung durch den Menschen mittels Feuer ausgesetzt gewesen. In den tieferen Theilen zeigen sich aber auch hier berall die Spuren der Brnde, welche die urs])rngliche Pflanzendecke verniciitet haben, um Raum fr Anl)au von Kulturgewchsen zu gewinnen: neben Mais und Platanen treten besonders auch erheb- liche Kaffeepflanzungen (Cafetales) hervor. Wir machen es uns in der gut eingerichteten Finca bequem, auf deren Weide (Potrero) der Champignon (Agaricus campestris) wuchert und hier wohl zum ersten Male fr den Tisch Verwendung fand. Die Hauptmahlzeit (coraida) wird hier zu Lande um 5 oder 6 Uhr Abends eingenommen und unterscheidet sich von dem warmen Frhstck (almuerzo) nur durch grssere Reichhaltigkeit. Fast das gleiche Men wiederholt sich Tag fr Tag: whrend wir die Woche ber mglichste Abwechselung anstreben, bekommt man hier jeden Tag dieselben Haupt- gerichte vorgesetzt: eine Snppe, Eier, zwei Fleischspeisen nebst dunkelblauen Bohnen (frisoles), etwas Ssses (Dulce) Milch (lechej fr sich oder mit einem aus Mais herge- stellten Brei (mazamorra) und Kaffee oder Schokolade mit dem in ganz Colombia blichen Stck Kse. Oft wird die Schokolade auch erst spter kurz vor dem Zubettgehen als Abendbrot (cena oder merienda) genossen. Am Vormittag giebt es bald nach dem Aufstehen meist auch Schokolade mit dem landesblichen Maisbrot (crepa) und Kse, fr den Estranjero hier wird jeder Aus- lnder meist als Ingles" (Englnder) bezeichnet und mit mister" angeredet auch wohl Weizenbrod (pan de trigo) von meist sehr trockener Beschaffenheit. Vielen Ankmmlingen fllt es sehr schwer, sich an die landes- bliche Kost zu gewhnen, am meisten lsst die Zu- bereitung der Fleischspeisen (auch des Geflgels) zu wnschen. Unsere Finca gehrt jedenfalls zu den besten ihrer Art und war fr mich zur Eingewhnung daher sehr gut gewhlt; berhaupt boten die beiden liebenswrdigen Caballeros alles auf, um mir die erste Zeit meines Auf- enthalts so angenehm wie mglich zu machen. An den zwei folgenden Tagen besichtigten wir nun eingehend die Salzquellen und die Gewinnung des Salzes, sowie die Kohlenablagerungen der Umgebung von Guaca, und widmeten dabei auch den landwirthschaftlichen Ver- hltnissen unsere Aufmerksamkeit; am vierten Tage kehrten wir dann auf einem weiteren Wege ber den Alto de las Cruces und die Ortschaften San Antonio, Estrella und Itagui nach Medellin zurck. 38 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 4. Den Salzquellen von Guaca haben schon die In- dianer Tor der Conqui.sta ihre Aufmerksamkeit zugewendet und mau hat daher in diesem Thalc, einem Nebenthaie des Cauca, auch manciierlei .S])uren von ihnen g-efiinden: Der Name Guaca selbst bedeutet Grabsttte", da diclit neben der heutigen Saline eine solche aufgefunden wurde (es liegen dort noch heute zahlreiche Scherben alter Thongefsse umher). Die umliegenden Felsen sollen z. T. alte Wohnstiitten der Indianer aufweisen. Ich vermochte zunchst nur ausser einigen werthlosen Scherben nur ein hiii)sches, (leider aber zerbrochenes) Steinbeil anfzutreiben. Bereits Karl Degcnhardt hat die Salzquellen von Guaca, zusammen mit denen der Quebrada Dona Maria, welche zwischen den beiden oben erwhnten Altos liegt und denen bei Retiro (El. Qnarzo) im oberen Thale des Eio Negro kurz beschrieben (Karstens Archiv fr Minera- logie etc., Jahrgang 1839). Ich habe diese und noch eine Reihe anderer im Caucagebiete gesehen und glaube, dass dieselben wie auch die Kohlenvorkommnisse derselben Formation angehciren, wie die Kohlen- und Salzfunde in der Ostkordillere oder der Kordillere von Bogota, wo man sie der Kreide zurechnet. Whrend aber die Ostkordillere verhltnissmssig reich an gut erhaltenen und fr die Altersbestimmung wichtigen Fossilien ist, fehlen dieselben bis jetzt wenigstens in der Central- und West- kordillere fast gnzlich und es ist mir noch nicht ge- lungen, diese Lcke gengend auszufllen. Die die Kohlenablagerungen begleitenden, sie berdeckenden Sandsteinschicliten hier als pena arenisea bezeichnet, und Thonlagen enthalten zwar Blattabdrcke und sonstige Pflanzenreste, allein ich bezweifele, dass das bis jetzt von mir hier und an anderen Stellen zusannnengebrachte Material ausreichen wird, die Altersbestimmung dieser Schichten zu ermglichen. Die Einheimischen haben fr fossiles" nur sehr wenig Interesse. Die tiefere Grund- lage der Schichten bildet in Guaca der Granit, auf ihm ruhen mchtige Conglomeratsehichten von hier sehr wenig- geneigten Schichten und auch die nun folgenden, bis in .die oberen Theile des Thaies hinaufreichenden Sandstein- schichten (pena arenisea), in denen die Kohlen vorkommen, zeigen nur geringere Neigungswinkel und schneiden, wie ich am Alto de las Cruces beobachten konnte, pltzlich ab, so dass das steil einfallende, alte (Jebirge, hier aus Thonschiefer- hnlichen Schiebten bestehend, discordant von den kohlenfhrenden Sandsteinen berlagert wird. Man gewinnt den Eindruck einer nach der Aufrichtung der Kordillere vollzogenen Bildung, doch berechtigt natr- lich erst der Vergleich mit anderen kohlenfhrenden Ab- lagerungen zu allgemeineren Schlssen. Auf der gegen- berliegenden Thalseite heben sich einige feste Sand- steinbnke landschaftlich sehr scharf ab; wir besuchten die pena arenisea^' und verschiedene dort abgebaute Kohlenhorizonte, doch ist hier die Grenze der Ablagerung gegen das alte Gebirge durch Vegetation verdeckt. Die Kohle ist von ziemlieh guter Beschaflfenheit und gleicht usserlich der Steinkohle der Karbonforniation, ihr Brcnn- werth ist aber geringer; man kann sie am besten mit unseren mesozoischen Lignitablagerungen vergleichen. Zahlreiche Arbeiter und Arbeiterinnen schleppen fr ge- ringen Lohn die Kohlen hinab in die Salinen von Guaca. Diese Salinen sind ziemlieh primitiv eingerichtet, und obwohl das hier gesottene Salz nicht bel ist, leidet die ganze Production doch ausserordentlich durch die Zer- splitterung des Besitzes, welche einer nationalen Aus- beutung in grsserem Stile entgegensteht. Die 11 Salz- quellen von Guaca und den benachbarten Schluchten zhlen nicht weniger als 24 Besitzer und es findet daher vor der Gewinnung erst eine knstliche Theilung der Solen statt, um den einzelnen Besitzern ihren Antlieil an . der etwa 3 pCt. Sole zuzufhren! Diese gewinnen dann in kuchengrossen, runden Pfannen aus Kupfer ber Kohlen- feuer das Salz, welches in Schilfbltter (Cana brava) ge- wickelt, in Packeten von je Kilogramm abgewogen, durch Maulthiere hauptschlich nach Medellin geschafft wird. Guaca zhlt etwa 2000^2500 Einwohner, meist Salz- oder Kohlenarbeitern, deren Htten sich weit an den ThalHanken aufwrts ausbreiten. Die heutige leb- hafte Industrie ist hier etwa 50 Jahre alt; das Salz ent- quillt den unteren Conglomeratsehichten, die Sole wird durch Pumpwerke nach Guaca geleitet. 2. Ausflug nach Amag Titiribi, Zancudo und Sabaletas. Der zweite Ausflug galt dem wichtigen Gold- bergbaugebiet von Titiribi und Zancudo im Sd- westen von Medellin. Am 24. September brach ich mit zwei gemietheten Maulthieren und einem Peon oder Arriero letzterer wird hier gewhnlich kurz als muehacho" (Junge) be- zeichnet von Medellin auf, und gelaugte im reichan- gebauten Porcethal aufwrts ber Envigado nach Caldas und am Nachmittag ber den Alto Claro nach Amag an der gleichnamigen Quebrada, einem Zufluss des Cauca. In dem unfern gelegenen Eisenwerk La Ferreria wurde ich vom dortigen Director auf einen Empfehinngsbriet von Medellin hin sehr freundlich aufgenommen. Auch hier ist die Kohle vertreten und wird zur Verhttung von Eisen verwertbet, welches in thonigeu Concretioneu vor- konmit, die ber den Kohlenschichten auftreten. Letztere enthalten Blattabdrcke, von denen ich Proben gesannnelt habe. Sie werden gerstet und zerkleinert, um dann dem Hochofen bergeben zu werden. Die ganze Anlage liegt in einem Nebenthaie des Quebrada Ameg in der Que- brada Clara. Der Weg von Amag nach Titiribi steigt gleich hinter ersterem Orte steil an und windet sich an der Sdseite der gleichnamigen Schlucht hin um das Massiv des Alto de Corcobedo herum und die grosse Finca Los Micos dicht vor Titiribi. Parallel zu den Kohleuablagerungen von Amag und La Ferreria treten nun wieder neue auf, in deren Verlngerung diejenigen von Eliconia liegen. Die- selben streichen parallel zur Hauptgebirgsrichtung, was doch deutlich darauf hindeutet, dass ihre Ablagerung noch in die Epoche der (Jebirgsbildung hineinreicht. Durch eine Empfehlung an den Besitzer von Los Micos war es mir mglich, nicht nur die Kohlengruben zu besuchen, sondern auch die hier recht bedeutende Kafifeegewinnung in Augenschein zu nehmen, sowie eine Indianerinschrift auf einem grossen, von ppiger Vegetation bedeckten Stein- block zu photographiren. (Von letzterem giebt bereits Dr. Uribe Angel in seiner Monographie von Antioquia eine ziemlich richtige Abbildung). (Spter erhielt ich in Medellin eine krzlich von einem Ingenieur sorgfltig aus- gearbeiteten Plan dieser schnen mit tropischen Cultureu wie Weiden und Waldungen reich ausgestatteten Finca.) In Titiribi wurde ich von einem hier seit 37 Jahren ansssigen Deutschen, Reinhold Wolf, gastfrei aufgenommen und nach den Westen von Sitio Viejo und der Mine von Zancudo begleitet. Letztere zu besuchen, musste jedoch fr diesmal aufgegeben werden, da Sonnabend Nachmittag (Zahltag) und Sonntag hierzu nicht geeignet sind; dieser erste Besuch beschrnkte sich daher auf eine Besichtigung der Schmelzwerke von Sitio Viejo und eine Recognos- cirung von Zancudo, sowie am folgenden Tage (Sonntag) auf die eingehendere Besichtigung der bei Titiribi gele- genen gokireichen Otra Mina" (die andere Mine), an welcher Wolf selbst Antheil hat, und dem fast vollendeten, nach kalifornischem Muster von ihm erbauten Stampf- XII. Nr. i. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 39 werk zur Verkleinerung des goldhaltigen Gesteins. Am Montag schloss sich hieran noch ein Ausflug zu den zwei Stunden sdlich von Titiribi gelegenen .Schmelzwerken von Sabalatas. Dienstag Nachmittag war dann Medellin wieder ziemlich auf dem alten Wege ber Amag er- reicht und somit dieser erste selbststndige Ausflug von sechs Tagen ohne Unfall beendigt; nur am letzten ^Morgen hatte es mein Reitthier vorgezogen, die heimathlichen Gefilde bei Medellin ohne Reiter aufzusuchen und war bereits fnf Stunden vor uns richtig auf seiner Weide eingetroffen. Ich konnte mir jedoch ein anderes Thier verschaffen und erlitt durch diesen kleinen Zwischenfall am Morgen nur etwa zwei Stunden Aufenthalt. Die Maulthiere werden, wenn es irgend angeht, nach vollen- deter Tagesleistung auf einen benachbarten Potrero ge- trieben und Morgens vom Peon wieder eingefangen. Bis- weilen sind aber die Potreros nicht gengend abge- schlossen, so dass die Thiere den Weg ins Freie finden. [landschaftlich bot diese Excursiou viele herrliche Eindrcke: bis Caldas geht der Weg ziemlich eben am Porcefluss entlang. Letzterem ist vor Caldas an einer Stelle durch einen Hgel ein neues ett gegraben, weil man im alten Bett Gold zu finden hoff'te. Caldas zeigt, wie die smmtliclieu Stdte und grsseren Orte des Landes, rechtwinkelig sich kreuzende Strassen, welche in der Mitte eine grosse Plaza mit der Hauptkirche, den Haupt- geschften und dem Hotel" freilassen. An Stelle des letzteren giebt es selbst in grsseren Orten oft nur eine sehr bescheidene Unterkunft oder ..Hospedaje'-. Der Gebirgsstock zwischen Caldas und Amag ist stark ent- waldet. Amag liegt auf einer geneigten Ebene und ge- whrt einen annuithigen Anblick. Der Weg nach Titi- ribi bietet herrliche Ausblicke nach dem Cauca zu, weiter- hin auf den Cerro Bravo bei Fredonia und die herrliche BasaUpyramide des Cerro Tusa. Von dem Hause der Finca, Los Micas erffnet sich ein grossartiger Blick ber den raucherfllten, tiefen Kessel von Zancudo und Sitio Viejo hinweg nach den hohen Gipfeln der Westkordillere, dem Cerro Plateado, dem Cerro de San Juan und den P'arellones de Citaro, Titiribi liegt sehr malerisch auf hohem Wieseni)lan und ist mit dem tieferen, viel heisseren und fieberschwangeren Grunde von Zancudo durch einen schlimmen, gepflasterten Weg verbunden. Der ganze Ab- hang des Sitio Viejo und Zancudo bergenden Kessels ist mit Wohnungen der Arbeiter bedeckt. Die reichen und weitverzweigten Goldminen von Zancudo werden schon seit lngerer Zeit in rationeller Weise ausgebeutet und seit ungefhr 100 Jahren bearbeitet. Namentlich hat der Englnder Moore sich um die Er- schliessung der Goldschtze verdient gemacht; Titiribi lag ursprnglich an der Stelle von Sitio Viejo und wurde erst in diesem Jahrhundert an den heutigen ge- sunderen Platz verlegt, nur ein kleinerer Theil der Be- wohner blieb an der Stelle der alten Siedelung (Sitio viejo) zurck, welche durch die hier augelegte Schmelz- htte Bedeutung erhielt. Spter wurde durch den schle- sischen Ingenier Reinhold Paschkc eine ConcurrenzhUtte in Sabaletas erbaut, .jetzt sind aber alle Anlagen in den Hnden einer Gesellschaft: das reiche Erz (mineral rico) \iin Zancudo wird durch Maulthiere direct nach den fnf Hochfen aufweisenden Sehmelzwerken von Sabaletas geschafft, das minder reiche in Zancudo und Sitio Viejo in QuarzmUhlen zerkleinert, das Gold mglichst herausge- waschen, der Rest in den Concentrier- Anstalten gereinigt, nach dem Erzgehalt sortirt und ebenfalls ausgcschmolzen. Ungefhr 3000 Menschen finden direct oder indirect diVch diese vereinigten Werke ihren Unterhalt. Fr die bessere Ausbeutung der Otra Mina oberhalb Titiribi hat R. Wolf eine neue Stanipfmhle (Molina) von voraussichtlich sehr grosser Leistungsfhigkeit gebaut mit 18 Stempeln oder Pisonen. In einem starken Metallrohre fllt das Wasser 165 Fuss herab und setzt das Rad in Bewegung. Die Mine hat in ihrem oberen und unteren Theile sehr gold- reiche Gnge, doch ist auch das zwischenliegende Gestein mit Goldtheilchen imprgnirt, so dass es hauptschlich darauf ankommt, recht viel Gestein zu zermalmen, um dann die Goldtheilchen herauswaschen zu knnen. Die zoologische Sammlung des Kniglichen Museums fr Naturkunde zu Berlin. Die Auiphibieii-Schausamniluiig. *) Von Dr. Toruier. AHge meines. Die Amphibien - Schausammlung des Museums fr Naturkunde zerfllt in drei Abtheilungen: in die systema- tische Abtheilung, in eine anatomische und in eine dritte Abtheilung, welche die einheimischen Amphibien enthlt. Die systematische Abtheilung umfasst den grssteu Theil der Amphibienschausammlung und ist aufgestellt nach Boulenger's Catalogue of Batrachia salientia and gradientia. In diesem Abschnitt des Fhrers durch die Schau- sammlung der zoologischen Sammlung sind nur solche *) Wer sieh fr Amphibien interessirt, findet Genaueres ber deren Lebensweise in Brehm's Thierleben (dritte Auflage) Bd. VII. Leipzig 1S92. Das wichtigste ber ihre Anatomie enthlt das Lehrbueli der Zoologie von Leunis (zweite Auflage) Bd. 1. Zu emjjfehlen sind ferner 1. das in Lieferungen erscheinende Werk: Deutschlands Amphibien und Reptilien von Bruno Drigen. Magdeburg, Creutz'sche Verlagsbuchhandking; 2. Bedriaga's Lu'reh- fauna Europas. Moskau 1891; 3. die mit Bestimmungstabellen ver- sehene Herpetologia europaea von Schreiber. Braunschweig 1875, die leider schon in manchen Punkten veraltet ist; 4. das ebmifalls mit Bestimmungstabellen versehene, sehr schne Werk: Reptilien und Amphibien Oesterreich-Ungarns von Franz Werner. Wien 1897. Thiere erwhnt, welche in der Schausammlung aufgestellt sind. Ferner entspricht die Anordnung des Stoffs in dem Fahrer der systematischen Aufstellung der Thiere in der Sammlung. Wer also die systematische Abtheiluug der Amphibienschausammlung des Museums betritt, schlage den Anfang des Fhrers auf, und vergleiche die Capitel- berschriften mit den Abtheilungsschildern der Sanmilung, dann findet er mhelos die Thiere, welche im Fhrer er- whnt sind. Es ist daher auch nur dann in der systema- tischen Abtheilung des Fhrers augegeben, dass ein Ob- ject in der Schausammlung enthalten ist, wenn dieses nicht in der systematischen, sondern in der anatomischen Abtheilung oder in derjenigen steht, welche unsere ein- heimischen Kriechthiere enthlt. Systematische Abtheilung. Die Amphibien oder Lurche sind wechselwarme Thiere, d. h. ihre Blutwrme richtet sifli im wesentlichen nach der Temperatur, der sie ausgesetzt sind. Sie athmen ohne Ausnahme in der Jugend durch Kiemen, im Alter entweder gleichzeitig durch Kiemen und Lungen oder nur durch Lungen. Jene Amphibien, welche im Alter nur durch Lungen 'athmen, sind anatomisch vollkommener, als die anderen und stehen deshalb den Reptilien nher. Bei 40 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 4. allen Lurchen gelenkt das Hinterhaupt an der Wirbel- sule mit zwei Hckern. Von sonstigen Eigenschaften, die allen Amphibien ge- meinsam sind, wren noch zu erwhnen: Bei ihnen allen beobachtet man, wie bei den Reptilien, einen periodisch auftretenden Hautwechsel, wobei die Oberhaut zusammen- hngend oder in Fetzen al)gestossen und durch eine neue ersetzt wird, die bereits vorher unter der abgestossenen vorhanden war. Die Amphibienhaut selbst ist sehr reich an Drsen; und zwar bedecken kleine Drsen den ganzen Amphibienkrper, grssere hufen sich ausserdem an ein- zelnen Krperstellen an; auf diese Weise entstehen z. B. die Ohrdrsen der Krten und Salamander, usserlich kenntlich als dicke Hautwlste in der (Tegend der Ohren. Das Amphibienherz besitzt, gleich dem der meisten Reptilien, nur eine Kammer, aber einen rechten und linken Vorhof. Fast alle Amphibien durchlaufen Reihe Formvernderungeu; sie heissen Metamorphose Kaul- quappen, athmen dann nur durch Kiemen, ha- ben zuerst keine Glied- maassen, wohl aber als Hauptbewegungs- organ einen seitlich zusammengedrckten, mit einem Flosseu- saum versehenen Ru- derschwanz und be- sitzen an den Krper- seiten eigenthmliche Grbchen , die in Lngsreihen der whrend Jugend enie dieser angeord- net sind. Es sind die Organe eines sechsten Sinnes, der auch den Fischen zukommt und stellen Geschmacks- becher zur Prfung des Froschentwickelung. Di Wassers dar. Ausser- dem besitzen viele Kaui(|uappen eine Saugscheibe, mit welcher sie sich an (Gegenstnden festsaugen knnen. Erst wenn die Kaul- ([uappcn eine ansehnliche Grsse erreicht haben und ihre Lungen ausbilden, konmien auch ihre Gliedmaassen zum Vorschein, whrend bei allen alsdann die Seiteu- organe, bei vielen auch der Schwanz und die Kiemen verkmmern. Das weitere Wachsthum der Thiere geht sehr langsam von statten: Frsche z. B. erreichen ihre Wachsthumsgrcnzc erst mit dem zweiten Jahre und werden erst im fnften Jahre fortptlanzungsfhig. Die Amphibien leben theils im Wasser, theils auf dem Lande, dann aber nur an feuchten Orten, denn ihre Haut bedarf der Feuchtigkeit, weil die Thiere durch die- selbe nicht nur dem Krper Wasser zufhren, sondern sogar at Innen knnen. In ihrer Jugend leben alle Amphi- bien im Wasser, wenn auch die Eier zuweilen im Trocknen abgelegt werden. Sie ernhren sich fast ausschliesslich von Insecten, Wrmern und Schnecken, und halten in der gemssigten Zone einen Winter-, in heissen Gegenden einen Sommerschlaf. Sie sind fast ber die ganze Erde verbreitet, denn sie fehlen weil ihr Wrmebedrfniss Auch findet man sie nur im Man schtzt die Anzahl 1200 Arten und theilt sie nur in den ridargcgendcn, hier nicht befriedigt wird, sssen Wasser. der lebenden Ani])iiibien auf Ordnungen ein, m drei in Froschlurche, Anura, SchwanzlurchCjUrodela und Sciileichcn- lurche, Gymnophionen. 1. Ordnung: Frosch-Lurche, Anura. Die Froschlurche haben einen kurzen, gedrungenen Krper, der auf vier Beinen ruht und schwanzlos ist; ihre Hintergliedmaassen sind dabei krftiger entwickelt als die vorderen. Hinten haben die Froschlurche fnf Zehen, vorn nur vier Finger, der fnfte fehlt. Ihre vorquellen- den Augen, die vor- und zurckgezogen und natrlich auch nach allen Seiten bewegt werden knnen, haben gewhnlich nur ein oberes Augenlid und eine Nickhaut. Die Wirbelsule der Froschlurche ist sehr kurz, in sich fast gar nicht beweglich und besteht aus 10 Wirbeln, wovon einer, Kreuzbein genannt, an seinen Querfortstzen das Becken trgt. Die Form dieser Querfortstze ist fr die Unterscheidung der Froschfamilieu von Wichtigkeit, denn sie knnen dnn oder sehr verbreitert sein. An das Kreuzbein der Anuren heftet sich ausserdem ein auffallend langer Schwanzknochen an, er wird Steissbein I genannt. Kncherne Rippen besitzen die Frsche nicht, hchstens Knorpel- stuckchen an Stelle derselben. Die Mnnchen un- terscheiden sich meist durch krftigere Stim- me und durch den Besitz einer Daumen- schwiele von den Weib- chen (Prparate davon sind in der Sammlung). Die Fortpflanzungs- zeit der Frsche ist der Frhling oder Sommer- anfang. Die beiden Unter- ordnungen der Fr- sche heissen Phane- roglossa, d. h. Fr- sche mit Zunge, und Aglossa, Frsche ohne Zunge. Bei den meisten Zungenfr- vorn an den Gaumen angewachsen en von Insecten mit ihrem Hinterende werden. Ausserdem mnden bei den Zungcnfrscheu die Ohrtrompeten ge- trennt in den Mundhimmel, whrend sie bei den zungen- losen mit einer gemeinsamen Oelfnung den Mundhiuunel durchbrechen. Die Zungenfrsche theilt man ein in solche, deren Brustgrtel eine in sich geschlossene, bewegungslose Knochenplatte bildet: Gruppe Starrbrustfrsche, Firmisternia, und in solche, bei welchen die Brustbein- knochen jeder Krperseite zwar unter sich, aber nicht mit denen der anderen Krperseite verwachsen sind, so- dass die beiderseitigen Brustbeinplatten in der Mittellinie des Krpers gegeneinander verschoben werden knnen, wodurch den Thieren eine freiere Bewegung der Glied- maassen ermglicht wird: Gruppe der Schiebbrust- frsche, Areifera. In der Samndung zeigen Skelette mit Erklrungen diese Skeletteigenthndichkeiten. Die Starrbrustfrsche theilt man dann ausserdem nach der Bezahnung und der Form der Kreuzbeinwirbelfortstze in Familien ein. Erste Familie: Zipfclfrsche, Ceratobrachi- dae. Ober- und Unterkiefer dieser Thiere tragen Zhne und die Querfortstze ihrer Kreuzbeinwirbel zeigen keine Ver- breiterung. Zu dieser Familie gehrt nur eine Gattung und Art: Ziihlen bezeichnen die Entwickelungsstufen. sehen ist die und kann zum Fan Zunge aus dem Maul herausgeschlagen XII. Nr. 4. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 41 der Zipfelfrosch, Ceratobatrachus guentheri. Er lebt auf den Salomonsiuseln, also auf deutschem Schutzgebiet, doch hat das Museum noch keinen Vertreter dieser Art. Zur zweiten Familie der Starrbrustfrsche ge- hren die echten Frsche, Ranidae. Nur ihr Ober- kiefer trgt Zhne und ihre Kreuzbeinwirbelfortstze sind cylindrisch oder sehr wenig- verbreitert. Man findet sie in allen Lndern mit Ausnahme Australiens. Sie sind fast alle Wasserbewohner, einige leben indess auch auf Bumen, wie die echten Laubfrsche, von denen sie sich alsdann auch in der usseren Gestalt kaum unterscheiden. Unter den Gattungen und Arten, welche zu dieser FamiHe gehren, sind folgende die wichtigsten: Die Gattung der Wasserfrsche, Rana, umfasst gegen 140 Arten in allen Welttheilen, darunter 4 deutsche Arten, die spter besprochen werden. Zu dieser Gattung gehren die grssten P>sche, welche die Gegenwart kennt, so der nordamerikanische Ochsenfrosch (Rana catesbyana). Ebenso grosse Thiere leben auf den Salomonsiuseln. (Beide in der Sammlung.) Die zweite Ranidengattung bilden die Flugfrsche, Racophorus, bei welchen an Vorder- uud HinterfUssen zwischen den verlngerten, mit Haft- scheiben versehenen Zehen sehr grosse Hute ausgespannt sind, welche das Thier befhigen, bei gespreizten Fingern und Zehen von Ast zu Ast ohne Schaden hinabzuschweben. Die dritte Gattung der echten Frsche wird gebildet durch die Greiffinger, Chiromantis. Sie erhielten ihren Namen, weil die zwei inneren Finger ihrer Hand den zwei usseren in der Weise gegenbergestellt werden knnen, wie beim Menschen der" Daumen den brigen Fingern. Sie leben im heissen Afrika auf Bumen. Zu den ebenfalls auf Bumen lebenden Vertretern dieser Familie, welche in Afrika unsere Laubfrsche er- setzen und daselbst in zahlreichen Arten und in unend- licher Farbenmannigfaltigkeit vorkommen, gehren erstens die Vertreter der Gattung Hylambates, "mit vertikaler Pupille, mit Zhnen an den Gaumenbeinen und grossen Haftscheiben an Fingern und Zehen. Es sind die grssten uuter den afrikanischen Laubfrschen; dann gehren dazu die weseutlich kleineren Arten der Gattung Rappia mit runden Pupillen und ohne Zhne am Mundhimmel, und die Arten der Gattung Megalixatus mit senkrecht stehender Pupille und ebenfalls ohne Zhne am Mund- himmel. Eine vierte Familie der Starrbrustfrsche umfasst die Baumsteiger, Dendrobatidae, des tropischen Amerika und Madagascar mit zusammen 10 Arten. Sie haben keine Oberkieferzhnc und nicht verbreiterte Kreuzbein- wirbelfortstze; sie haben ferner keine Schwimmhute, dafr aber grssere oder kleinere Saugscheiben an den Spitzen der Finger und Zehen wie alle baumbewohnenden Frsche. Einige von ihnen zeichnen sich durch prchtige Frbung, leider aber auch durch Giftikeit aus. Ein Beispiel schner Frbung liefert der gescheckte Baum- steiger (Dendrobates tinctorius), der in zahlreichen Farben- spielarten gefunden wird. Er ist in Mittelamerika sehr hufig. Die aumsteiger tragen ihre Jungen, welche sich an sie ansaugen, von einer Pftze zur andern. Die fnfte Familie der Starrbrustfrsche wird gebildet durch die Engmuler (Engystomatidae). Sie haben keine Oberkieferzhue und verbreiterte Kreuz- beinwirbelfortstze. Sie leben gewhnlich auf dem Boden und einige besitzen grosse Grabfhigkeit. Eine Gattung Hemisus grbt sogar mit den Hnden. Bei vielen dieser grabenden Arten ist der Mund ausserordentlich eng, die Schnauze spitz, der Leib sackartig aufgetrieben und die Ghedmaassen fast in der Haut verborgen. Am weitesten ist in dieser absonderlichen Krperbildung fortgeschritten der afrikanische Mopskopffrosch (Breviceps mossambicus). Die extremsten unter diesen Grbern leben ausschliesslich von Termiten, die sie bei nchtlichen Wanderungen aus- scharren. Eine hchst eigeuthmliche Art der Brutpflege zeigt uns ein chilenischer Frosch aus dieser Familie, die Rhino- derma darwini. Beim Mnnchen dieser Art ist der Kehl- sack in eine Bruttasche umgewandelt, in welche das Junge hineingesteckt wird. Die Tasche wchst mit den Jungen, bis sie zum Schluss die ganze Bauchflche be- deckt. Die zweite Gruppe der Zungenfrsche umfasst, wie schon erwhnt, die Schiebbrustfrsche (Arcifera). Die erste Familie der Schiebbrustfrsche, die Cystignatiden, entsprechen durchaus den Wasser- frschen unserer Gegenden, die sie in einem grossen Theil von Sdamerika und in ganz Australien auch wirklich vertreten, Ihr Oberkiefer ist mit Zhnen ver- sehen und ihre Kreuzbeinwirbelfortstze sind cylindrisch oder nur sehr schwach verbreitert. Zu diesen Frschen gehren die Blattfrsche (Hylodes). Es sind die Laub- frsche des tropischen Amerika; ber 50 Arten sind davon bekannt. Zu ihnen gehrt der Antillenfrosch, Hylodes martinicensis; er ist ein kleines, unscheinbares Thierchen, welches seine Eier in baumwollenartigen Hllen auf Blttern befestigt. In diesen Hllen entwickeln sich die jungen Thiere ohne Metamorphose sofort zu einer Form, die nur dadurch von der der Erwachsenen abweicht, dass die ausgeschlpften Jungen noch einen Schwanzstummel tragen, der indess in kurzer Zeit vom Krper eingesaugt wird. Zu den Mitgliedern dieser Familie gehren auch die Hornfrsche (Ceratophrys); Thiere von betrchtlicher Grsse, absonderlicher " Gestalt und grosser Schnheit. Ihr Kr]ier ist gedrungen und krftig, ihr Kopf ist krtenartig, gross und breit und ihr Rachen sehr weit. Ihren Namen haben sie daher, weil eigenthmliehe, zipfel- artige Auswchse ber ihren Augen befestigt sind. 11 Arten kennt man davon aus Sdamerika. Der brasilianische Hornfrosch (Cerato])lirys cornuta) ist der am schnsten gezeichnete, wie die Abbildung in der Schausammlung zeigt, und doch verdankt das Thier diese Farbenpracht nur seiner sorgfltigen Anpassung an seine Umgebung: halb vergraben in "der grasbewachsenen Erde, von der es trotz seiner Frbung kaum zu unterscheiden ist, wartet das Thier auf seine Beute. Zu derselben Gattung ge- hrt der Buchstabenfrosch (Ceratophrys boiei) und der Schmuckfrosch (Ceratophrys ornata). Beide haben ihren Namen von ihrer Zeichnung. Zu dieser Familie der Schiebbrustfrsche gehren auch die Pfeiferfrsclie (Leptodactylus). Sie sind Wasser- frsche ohne Schwimmhute, leben an der Ostkste Brasiliens und haben ihren Namen, weil sie pfeifen, etwa wie man einem Menschen oder Hunde pfeift.'" Diese Frsche legen ihre Eier nicht in das Wasser, sondern in selbst- gegrabene Hhlen dicht an Flssen, hier entwickeln sich die" Jungen und gelangen erst in die Flsse, wenn die- selben nach Regengssen zu steigen beginnen. Die bekanntesten Thiere aus der Unterordnung der Schiebbrustfrsche sind die Krten (Bufonidae). In ihrer usseren Gestalt durch ihre einheimischen Vertreter Jedermann hinreichend bekannt, unterscheiden sie sich von anderen Familien dieser Gruppe durch den gnz- lichen Mangel an Zhnen und durch sehr aufgetriebene Kreuzbeinwirbelfortstze. Sie sind ausgeprgte Nacht- thiere, die sich nur ausnahmsweise am Tage sehen lassen. Ihr Gang ist schwerfllig, Sprungfhigkeit besitzen sie nicht, auch schwimmen sie schlecht, rennen aber sehr hurtig. Sie sind sehr ntzlich, weil sie Ungeziefer aller Art, "besonders Wrmer, Schnecken, Kerbthiere in grossen 42 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 4 Jlengeu verzehren. Dcslialb ist, wer sie verfoli;t. ein einfltiger Tropf. Ihre Eier legen sie in Schnren ab. In Sd- und Mittehimerika wohnt der Riese unter den Krten, die Meerkrte, Bufo marinus. Mit dem Meer hat sie indess niclits zu thun, der Name sollte wohl nur bezeichnen, dass sie eine berseeische Krte ist. In Deutschland giebt es drei Arten: die Erdkrte, die Wechsel- und Kreuzkrte, welche im vaterlndischen Theil dieses Fhrers besprochen werden. Zu den Krten gehrt ferner die Nasenkrte (Rhino- phrync dorsalis), ein Thier, dessen Zunge im Gegensatz zu der der anderen Frsche hinten festgewachsen ist und eine l)cwcgliche Spitze besitzt. Die Pupille dieses Frosches steht senkrecht und sein Brustbein ist ver- kmmert. Er grbt vorzglich und lebt ausschliesslich von Termiten, die er mit der Zunge aufleckt. Zu einer anderen Familie der Schiebbrustfrsche vereinigt man die echten Laubfrsche, Hylidae, von denen auch Deutschland einen wohlbekannten Vertreter be- sitzt. Sie haben bezahnte Oberkiefer, verbreiterte Kreuzbein- wirbelfortstze und Haftscheiben an den F'ingern und Zehen. Sie sind Baumthiere, von denen man 10 Gattungen mit etwa 200 Arten unterscheidet. Laubfrsche von riesiger Grsse beherbergt Neu Guinea. Zu den Laubfrschen gehrt der amerikanische Sc'iimuekfrosch (Chlorophilus ornatus) mit zirkelrunder Zunge und schner Zeichnung. Er lebt auf trocknem Lande. Ferner gehrt dazu der Heusehreckenfrosch (Acris gryllus). Seine Stimme hnelt dem Schwirren der Laubheuschrecken, er lebt auf Bschen und Pflanzen in der Nhe des Wassers. Ferner gehren dazu die echten Laubfrsche (Gattung Hyla), deren typischer Vertreter unser Laubfrosch ist. Diese echten Laubfrsche haben eine quergestellte Pupille, Zhne am Mundhimmel, sowie Schwimmhute und Haftscheiben an Fingern und Zehen. Indem sie mit vorgestreckten Hnden und Fssen an einen Gegenstand anspringen und dann Hnde und Fsse am Gegenstand entlang ziehen, pressen sie den Haftballen fest an den (Segenstand und zugleich, mit Untersttzung von Muskeln, aus den Sohlen- drsen der Haftballen Flssigkeit aus. Diese Flssigkeit fllt die Rume zwischen Haftballcn und Gegenstand aus, was ein Festkleben des Thieres am Gegenstand zur Folge hat. Das Haften des Laubfrosches an glatten Gegenstnden wird also bedingt durch Haften (Adhsion) seiner (Jliedniaassen an der Wand und nicht dadurch, dass der Luftdruck seine Haftscheiben an die AVand anpresst. Die Laubfr(ische steigen bis in die Baumwipfel hinauf und knnen ziendich lange an trockner Luft leben. In der Gefangenschaft fttert man sie mit Mehlwrmern, Fliegen, Schaben und anderen lebenden Insecten, ge- tdtete Insecten verzehrt das Thier nicht. Man stecke sie in Glser, deren Boden mit Wasser bedeckt ist und bringe die mit dem tzenden Saft ihrer Hautdrsen ver- um-einigten Finger nicht an die Augen. Sehr schn gefrbt ist der amerikanische Laubfrosch, Hyla leucophyllata. Ein sehr grosser Laubfrosch ist der amerikanische Kolbcnfuss, Hyla faber, auch Schmied genannt, weil seine Stinune dem Klange gleicht, den geschlagenes Metall erzeugt. Ein sehr merkwrdiger Vertreter dieser Familie ist dann noch der in Ecuador und Peru heimisciic Tascbcn- froseh (Nototrema marsupiatum); dessen Weibchen hat auf dem Rcken eine Tasche, in welche das Mnn- chen die Eier streicht. Die Jungen bleiben in dieser Tasche so lange, bis sie die Gestalt ihrer Eltern erreicht haben. Eine weitere Familie der Schiebbrustfrsche sind die Krtenfrsche, Pelobatidae, welche bezahute Oberkiefer, stark verbreiterte Kreuzbeinwirbelquerfortstze und einfache Zehen haben, whrend ihnen Rippen voll- stndig fehlen. Sie sind vorwiegend grabende Thiere. Es giebt grosse Arten unter ihnen, Megalophrj's maximus z. B. und Leptobrachium. Die letztere Gattung ist sehr merkwrdig, weil sie die einzigen Froscharten enthlt, deren Mnnchen den Menschen angreifen, indem sie das Maul weit aufreissen und unter lautem Schreien gegen den Angreifer losfahren. Zu den Krtenfrschen gehrt auch unsere heimische Knoblauchskrte, Pelobates fuscus. Sie entsteht aus riesengrossen Larven, die zuweilen ber- wintern, whrend sonst die Larven der Frsche bereits in dem Sommer ihre Entwickelung vollenden, in welchem sie geboren wurden. Als letzte Familie der Schiebbrustfrsche seien die Scheibenzngler,Discoglossidae, genannt : Sie haben bezahnte Kiefer, verbreiterte Kreuzbeinwirbelfortstze und kurze Eijipen. Bei ihren Larven liegt die Athemndn-e in der Mitte der Brustgegend. A'on ihren Vertretern kommen in Deutscidand vor die Gattung Unke, Bombinator, mit den beiden Arten: Gelbbauch- und Rothbauchunke. Beide sind ausgesprochene Wasserthiere. Zu dieser Familie ge- hrt anch die Geburtshelferkrte, Alytes obstetricans, deren Mnnchen den vom Weibchen abgelegten Laich um die Hintergliedmaassen wickelt und sich damit in die Erde vergrbt. Sprengen die Jungen die Eischaale, dann ver- lsst das Mnnchen seine Erdhhle, begiebt sich ins Wasser und setzt die Kaulquappen darin ab, sich nicht weiter um sie bekmmernd. Den Vertretern der zweiten Unterordnung der Frsche, den Zungenloseu, Aglossa, fehlt nicht nur die Zunge, sondern sie haben auch keine Rippen, ausserdem sind ihre Wirbel an der hinteren Flche ausgehhlt, ihr dritter und vierter haben sehr lange Querfortstze, die ihres Kreuzbeinwirbels sind sehr verbreitert und ihr Kreuz- bein ist mit dem Steissbein verwachsen, sodass aus all diesen Grnden von ihrer Wirbelsule Seitenbewegungen nicht ausgefhrt werden knnen. Die Larven, welche zu dieser Unterabtheilung gehren, besitzen abweichend von denen der Zungenfrsche zwei Kiemenlcher, nm- lich an jeder Kc'irperseite eins. Die Zungenfrsche zerfallen nach der Art ihrer Ober- kieferbezalmung in zwei Familien. Die Vertreter der ersteren, die KrallenfrschC; Dactylethridae, haben Zhne im Oberkiefer. Nur eine Gattung gehrt dieser Familie an: Der Krallenfrosch, Xenopus. Die wenigen Arten dieser Gattung, die in Afrika leben, sind die ein- zigen Frsche, deren Gliedmaassen Krallen tragen, und zwar sind nur ihre drei inneren Zehen auf diese Weise ausgezeichnet. Die Vertreter der zweiten Familie der zungenlosen Frsche, die Pipak rten, Pipidae, haben gar keine Zhne. Man kennt davon brigens nur eine Gattung und Art: die Wabcnkriite, Pipa americana. Sie lebt in Guyana und dem troi)ischen Brasilien. Sie hat lange Hinterbeine mit kurzen Schwinunhuten und schmchtige Vorderbeine, deren Fingerendglieder sternfrmig gespalten sind, wes- halb das Thier von den Eingeborenen den Namen: .,Strahlentinger" erhalten hat. Sehr merkwrdig ist seine Fortpflanzung. Die Jlnnchen streichen den Weibchen die Eier auf den Rcken. Die Haut des weiblichen Kckens wchst darauf zuerst zwischen den Eiern empor, dann auch ber dieselben hinweg, sie zum Sehluss vllig ein- kapselnd. In diesen Kapseln vollenden nun auch die Jungen ihre Entwickelung, sprengen die Kapseln und ge- langen ins Freie. Die Fetzen der Ilautkapseln, welche dabei zurckbleiben, werden von den Weibchen an Steinen und harten Gegenstnden abgerieben. XII. Nr. 4. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 43 2. Ordnung: Schwanzlurche, Urodcla. Die Eigenschaften, welche die Schwanzlurchc charak- terisiren, sind folgende: Bei allen .Schwanzlurchen, welche Gliedinaassen haben, sind dieselben nur schwach ent- wickelt und daher nur wenig leistungsfhig. Die Maxinial- zahl der Finger ist bei ihnen 4, die der Zehen 5. Schvvanzlurche mit 5 Fingern kennt man bislier nicht; dagegen haben gewisse Schwanzlurche weniger Zehen und Finger. Alle Schwanzlurche haben ferner einen langen, vollentwickelteu Schwanz, der bei ihnen, wenn sie Wasserbewohner sind, seitlich zusammengedrckt ist, bei den Landbewohnern einen rundlichen Querschnitt hat. Trommelfell, Paukenhhle und Ohrtrompete fehlen allen Schwanzlurchen. Ihre Haut ist schuppenlos und schleimig. Die auf ihrer Haut vorkommenden Warzen sind Er- hebungen, unter denen Drsen liegen, die einen tzenden Schleim absondern. Alle Schwanzlurche athmen in der Jugend durch Kiemen, und ein Theil behlt whrend des ganzen Lebens die Kiemen bei, whrend die anderen sie verlieren, wenn sie erwachsen sind. Die Schwanzlurche leben entweder im Wasser oder an feuchten, schattigen Orten auf dem Lande. Feuchtig- keit ist zu ihrem Wohlbefindeu nothwendig. Ihre Nahrung besteht aus kleinen Thieren: Schnecken, Wrmern, In- secten und anderen. Trotz ihrer Gefrssigkeit knnen sie lange hungern. In der Gefangenschaft ernhrt man sie am besten durch Ameiseneier, Regenwrmerj lebende Daphnien u. a. Sie kommen nur nrdlich vom Aequator vor. Am hufigsten sind sie in Nordamerika. In den Tropen und in Australien fehlen sie ganz. Alle sind Nachtthiere. In der gemssigten Zone halten sie einen Winterschlaf, in heissen Gegenden einen Sommerschlaf. Sie haben durchweg eine grosse Lebenszhigkeit und ihr Krper hat die Fhigkeit, verloren gegangene Theile zu regeneriren d. h. neu hervorwachsen zu lassen. Sie schwimmen gut, sind mit Ausnahme zweier Gat- tungen auf dem Lande langsam und schwerfllig und knnen nicht klettern. Man hat die Schwanzlurche in 4 Familien getheilt. Die erste dieser Familien ist die der Molche, Salamandridae. Es sind Thierc mit langgestrecktem, eidechsenartigen Leib ; ohne Kiemen im Alter, mit langem Schwanz, mit gut entwickelten Augen, welche Augenlider besitzen, mit deutlich abgesetztem Hals, mit 4 verhltniss- mssig gut entwickelten Beineu, an welchen Finger und Zehen in der Maximalzahl vorhanden sind. Bei vielen von ihnen hufen sich die Hautdrsen hinter den Ohren zu sogenannten Olirdrsen an. In beiden Kiefern haben sie Zhne. Ausserdem haben sie kleine Zhne oben am Mundhimmel (an den Gaumen, Pflugschaarbeinen und Parasphenoidkuochen) in verschiedener Anordnung. (Eine Tafel mit Kpfen von Schwanzlurchen, an welchen die Zhne rothgefrbt sind, ist in der Schausammlung in einem Fensterpult aufgestellt.) Man theilt die Molche in echte und Querzahu- molche ein. Bei den echten Molchen stehen die Gaumenbeine in zwei Lngsreihen, welche gegen den Rachen hin ausein- anderweicheu. Man kennt 6 Gattungen und 27 Arten. Dazu gehrt die europische Gattung, Salamandra, mit drehrundem Schwanz. Ihre europischen Arten sind der Feuersala- mander, Salamandra maculosa, und der Alpensalamander, Salamandra atra. Beide gebren lebendige Junge. Zu den echten Molchen gehren ferner die Tritonen oder Wassermolche mit seitlich zusammengedrcktem Schwanz und ohne Ohrdrseuwlste. Es giebt'davon vier deutsche Arten, die spter besprochen werden. Zu ihnen gehrt ferner der schnste europische Molch: der Mar- mormolch, Molge marmorata, dessen Hautfarben: schwarze Flecke auf grnem Grunde sind. Dazu gehrt auch der Pippenmolch, Molge waltli. Bei diesem Thier durchbrechen zuweilen die laugen Kippenspitzen die Haut und ragen dann frei nach aussen hervor. Dann gehrt zu den echten Molchen der Briliensaian\ander, Salamandrina peripicillata. Er hat vorn und hinten nur vier Zehen, ist auf dem Rcken mattsehwarz und trgt auf dem Kopf einen gelb- rthlichen, brillenartig geformten Fleck. In Italien an der Westseite und in Sardinien. Zu den Querzahnmolchen gehrt die Gattung Ambly- stoma. Die Haut ihrer Vertreter ist glatt, der Rumpf besitzt eine Anzahl senkrechter Hautfalteu. Sie haben vorn 4, hinten 5 Zehen. Die beiden Reihen ihrer Gaumen- zhne stossen in der Mittellinie zusammen und bilden des- halb eine einzige Querreihe. Ihre Wirbel sind vorn und hinten ausgehhlt, und von ihrer Zunge ist nur der Vorder- rand frei. Sie knnen whrend des ganzen Lebens im Larvenstadium verbleiben und als Larven geschlechtsreif werden, knnen sich aber auch zu Landthieren meta- morphosiren. Man zhlt 20 nordamerikaniscbe Arten, von denen einige bis Mexico verbreitet sind. Nur eine Art lebt nicht in Amerika, sondern in den Gebirgen von Siam. Unter den Vertretern der Gattung Amblj'stoma ist der Axolotl, Aniblystoma tigrinum der bekannteste, weil er von Aquaricnliebhabern berall gezchtet wird. Er hat eine sehr lange Gaumenzahnreihe, und zwischen den Gliedmaassen an den Krperseiten 12 parallel laufende Querfalten. Sein Kopf ist i)iump, das Maul gross. Als Larve ist er grau mit schwarzen Flecken, als geschlechts- reifes Thier hat er in dunkler Grundfarbe viele kleine gelb- lich weisse Flecken. Es giebt brigens auch farblose Larven (Albinos). Eine andere Art, Amblystoma punctatum, gebraucht ihren Schwanz fast wie einen Wickelschwanz zum Fest- halten. Die zweite Familie der Schwanzlurche sind die Aalmolche, Amphiumidae, mit lauggestrecktem Leib und mit so sehwachen Gliedmaassen, dass sie zum Gehen wenig oder garnicht mehr verwendbar sind. Den Tiiieren fehlen die Augenlider. Ihre Nasenhhle endet nicht in den Mund. Ihre Zunge ist so sehr mit dem Gaumen ver- wachsen, dass nur ilir Vorderrand frei bleibt. Die Ver- treter dieser Familie haben innere Kiemen, das heisst solche, die von der Krperhaut bedeckt sind. Ihre Wirbel sind vorn und hinten ausgehhlt. Die Thiere besitzen gleichzeitig Lungen und Kiemen und leben ausschliesslich im Wasser. Zu dieser Familie gehrt der japanische Riesen- salaniander, Megalobatrachus maximus, ein Thier von salamanderartigem Aussehen, welches am Rumpf an der Seite einen dicken Drsenwulst trgt. Ist das Thier er- wachsen, dann fehlen ihm sowohl Kiemen wie Kiemenlcher. Seine Gaumenzhne liegen in einer den Kieferrndern parallelen Reihe. Der Riesensalamander wird ber einen Meter lang, ist der grsste lebende Schwanzlurch und lebt in Japan in Gebirgsbchen. Sein Fleisch ist eine sehr gesehtzte Speise der Japaner. Die Art kommt brigens auch im Westen Chinas vor. Dem Riesensalamander in der Gestalt sehr hnlich ist der Hellbender oder Schlammteufel der Nordamerikaner, Cryptobranchus alleghaniensis. Er unterscheidet sich aber von dem vorigen dadurch, dass er aiich im erwachsenen Zustande ein offenes Kiemenloch aufweisen kann. Seine Mittellinie des Rckens hat ausserdem einen Hautkamm; und seine Finger, Zehen und Gliedmaassen sind an der 44 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 4. Aussenseite mit einem stark entwickelten Hautsaum ver- sehen. Die Familie fhrt ihren Namen nach der Gattung Amphinma. liu- einziger Artvertreter, der Aaimolch. Amphiuma nie ans, hat einen aalartigen Leib mit winzigen, sehr weit auseinandergerckten Gliedmaassen, an welchen nur 2 oder 3 Finger und Zehen vorhanden sind. Die verkmmerten Augen dieses Thieres sind von der Leibeshaut berzogen. Ausser den Zhnen in den Kiefern hat es noch Zhne am Gaumen, die in spitzem AVinkel zusamnienstossen. Mau unterscheidet zwei Al)- arten, den zwei- und den dreizehigen Aalmolch. Beide schwimmen unter schlangenartigen Windungen wie die Aale und whlen mit der Schnauze im Schlamm. Die dritte Familie der Schwanzhirche wird durch die Olme, Proteidae, gebildet. Sie haben whrend des Lebens an jeder Seite des Halses ussere Kiemen. Es fehlen ihnen Augenlider und Oberkieferknochen. Ihr Krper ist langgestreckt und hat vier schinchtige Beine. Es giebt von ihneu nur zwei Gattungen mit je einer Art. Eine dieser Arten ist der Grottenolni, Proteus auguinens. Er hat nur 3 Finger und 2 Zehen, besitzt eine hecht- artige Schnauze und verkmmerte, von der Haut ber- deckte Augen. So lange dieses Thier, wie in der Natur, im Dunkeln gehalten wird, hat es keine Hautfarbe, sondern ist durch- scheinend tieischfarbig; wird es aber gezwungen, unter Beleuchtung zu leben, dann wird es braun oder schwarz- fleckig. Es folgt als vierte und letzte Familie der Schwanz- lurche die der Arminol ehe, Sirenidae. Sie behalten die Kiemen, so lange sie leben. Es fehlen ihnen Ober- kiefer und Augenlider und sie haben nur an den Pflug- schaarbeineu Zhne, dagegen an den Kieferknochen Horn- scheiden. Sie haben nur Vordergliedmaassen. Man kennt von ihnen eine Gattung mit 2 Arten aus Nordamerika, Siren lacertina mit 4 Fingern und Siren striata mit 3 Fingern. 3. Ordnung: Schleichmolche, Gymnophionen. Bei allen Thieren, die zu dieser Ordnung gehren, ist der Krper wurmfrmig. Ausserdem haben sie keine Gliedmaassen und keinen Schwanz. Ferner ist ihre Haut von parallelen Querfurchen durchzogen, die um den ganzen Krper ziehen; in der Haut verborgen stecken bei vielen Schleichmolchen kleine Knochenschuppen. Durch die Querfurchen sieht die Haut der Thiere geringelt aus. Hire Mundspalte ist klein und liegt an der Schnauzen- unterseite. Die Nasenlcher der Thiere liegen vorn an der Schnauze und in ihrer Nachbarschaft liegt je eine kleine Grube, in welche ein vorstreckbarer Taster in der Ruhe zurckgezogen wird. Die Augen aller Schleichmolche sind verkmmert und unter der Haut versteckt. Trommel- fell und Paukenhhle fehlen ihnen. Hire Afterftnung liegt, da ihnen der Schwanz fehlt, unmittelbar am Krper- ende. Zhne haben die Thiere am Oberkiefer, Unter- kiefer und Mundhimmel und zwar an den Gaumenbeinen. Ihre Zunge ist ganz mit der Schleimhaut des Mundes ver- wachsen. In der Jugend athmen die Schleichmolche durch Kiemen, spter ausschliesslich durch Lungen. Sie leben in feuchter Erde nach Art der RegenwUrmer und ernhren sieh von lusectenlarven und Wrmern. Einige von ihnen schwimmen vermittelst schlangenartiger Bewegungen des Leibes. Ihre Heimath sind die heissen Zonen der alten und neuen Welt. In Australien und Madagascar fehlen sie jedoch. Nur eine Familie gehrt zu dieser Ordnung, die der Bliudwhlen, Caeeiliidae. Man unterscheidet davon 14 Gattungen und etwa 37 Arten. Unterscheidungs- merkmale liefern: die Form der Hautschuppen, die Aus- bildung der Augen und die Form und Stellung ihres Tasters. Bei den Ringelwhlen, Siphonops, liegen in der Haut keine Schuppen, die Augen sind deutlich erkennbar und der Fhler steht dem Auge nher als dem Nasen- loch. Dazu gehrt als Art die Lochwhle, Siphonops annulata, welche vorwiegend in Peru und Brasilien ge- funden wird und fusstief unter der Oberflche in morastiger Erde lebt. Bei der Gattung Wurmwhle, Caeeilia, liegen Rundschuppen in der Kr])erhaut, ihre Augen sind weniger gut entwickelt uud der Fhler steht gerade unter dem Nasenloch in einer hufeisenfrmigen Grube. Ausser- dem zeichnen sich die meisten der zu dieser Gattung ge- hrigen Arten durch sehr langgestreckten Leibesbau aus. Dazu gehrt als Art die schlanke Wurmwhle, Caeeilia gracilis, aus dem nrdlichen Sdamerika. Als dritte Gattung der Blindwhlen wre dann noch die Gattung Ichthyophis zu erwhnen. Die Gattung hat einen kegligen oder messerartigen Fhler, der nahe der Mundspalte zwischen Auge und Nasenloch gelegen ist. In ihrem Unterkiefer stehen zwei Reihen von Zhneu. Eine Art, die ceylonische Blindwhle, Ichthyophis giutinosus, lebt in feuchten Bachufern, etwa einen Fuss tief unter der Oberflche. Beim Kriechen berhrt sie mit den Fhlern abwechselnd den Boden. Ihr Haut- schleini ist giftig. Die ceylonische Blindwhle legt Eier in Hufchen in unmittelbarer Nhe des Wassers. Das Weibchen liegt dann zusammengeringelt auf ihnen, bis die Jungen ausschlpfen. Die Eier knnen merkwrdiger- weise, indem sie Wasser und die flssigen Ausscheidungen des mtterlichen Krpers aufsaugen, whrend der Bebrtung wachsen und sind am Ende der Brutzeit 4 mal so schwer als am Anfang. Die jungen Thiere haben, so lange sie in den Eiern liegen, Kiemenbsehel und ein grosses, gut- entwickeltes Auge. Sobald sie auskriechen, verschwinden die Kiemenbsehel und verkmmert das Auge. Die Jungen gehen dann zuerst ins Wasser und spter auf das Land, wo sie sich in sumpfiges Erdreich einbohren. Anatomische Alithciluug. Die Objeete, welche in der anatomischen Ab- theilung der Amphibienschausammlung uud zwar in zwei Glasschrnken und in einem Fensterpult aufgestellt sind, werden hier nur kurz aufgezhlt, weil in der Sammlung selbst bei allen Erklrungen zu finden sind, die zum Theil durch Zeichnungen noch besonders erlutert werden. Das Fensterpult enthlt neben anderen Objecteu ein Holztfelehen mit Schdeln, deren Zhne mit rother Farbe durchtrnkt sind. Diese Prparate sollen zeigen, in wie verschiedener Weise bei den geschwnzten Am- phibien die Mundhimmelzhne angeordnet sind. In dem- selben Pult liegt ein zerlegter Schdel des grnen Wasser- frosches Rana esculeuta, dessen Knochen mit Nanten bezeichnet sind. Daneben findet man den Metallausguss der Mundhhle eines mnnlichen Wasserfrosches, Rana esculenta, welcher zugleich alle Hohlrume aufweist, welche mit der Mundhhle des Thieres in Verbindung stehen; es sind die Nasenhhlen, die Ohrtrompeten (Tu- bae eustachi), die Schallblasen, die Luftrhre und die Speiserhre. Dasselbe Pult enthlt dann noch Wirbel verschiedener Amphibien. In dem ersten Schrank, welcher der Anatomie der Amphibien gewidmet ist, sind aufgestellt: Das Modell des Blutkreislaufes der Frsche mit Bezeichnung der ein- zelnen Blutgefsse: Roth gefrbt sind die Gefsse, welche vom Herzen weggehen, blau diejenigen, welche ins Herz hineinfuhren. JJauebcn steht links der Krper einer Xir. Nr. 4. Naturwissenschaftliche Wocheuschrift. 45 g-riinen Krte (Biifo viridis Laur.), dessen vom Herzen ausgehenden Blutgefsse mit rotlier Masse ausgespritzt sind, und rechts der Krper eines Axolotls (Amblystoma tigrinum) mit in gleicher Weise behandelten Blutgefssen derselben Art. In einer Anzahl von Glsern enthlt dann der Schrank noch die innere Anatomie des grnen Wasserfrosches (Rana esculenta) imd die des gefleckten Salamanders (Salaniandra maculosa). Endlich beherbergt dieser Schrank auch noch Wachsmodelle, welche dar- stellen, wie sich der grne Teichfrosch vom Ei aus ent- wickelt, bis er die Gestalt einer Kaulquappe erlangt hat. Etiquettes, welche neben jedem dieser Entwickelungs- stadieu stehen, erklren dasselbe in eingehendster Weise. Bestimmungstabelle der einheimischen Lurche. A. Frsche: Lurche ohne Schwauz. 1. Finger- und Zehenspitzen sind zu Saugscheiben erweitert : Hyla arborea, Laubfrosch. 2. Finger- und Zehenspitzen oliue Saugscheiben. a) Bauch der Tliiere graublau mit Itleinen orangerothen Flecken und weissen Punkten. Oberseite meist mit dunklen Flecken. Rckenhaut mit runden, glatten Warzen: Bombiuator igneus, Rothbauclinnke. b) Unterseite gelb mit graublauen oder dunklen Flecken oder solcher Marmorirung. Oberseite meist einfarbig. Haut oben von spitzigen Warzen rauh: Bombinator igneus, Gelbbaiichuiike. c) Bauch der Thiere weiss oder weiss mit dunklen Flecken. Gruppe I. Rckenhaut der Thiere stark warzig. Hinter jedem Trommelfell ein dicker gi-osser Wulst, (Ohrdrse genannt): Krten, 3 Arten. Erste Art. Sehr kurze Schwiminhiiute zwischen den Zehen. Der Zwischenraum zwischen den Augen hchstens so breit als ein oberes Augenlid. An der Unterseite des vierten Zehs unter den Gelenken zwei nebeneinander liegende Wlste; Trommelfell und Ohr- drse klein: Bufo calamita, Kreuzkrte. Zweite Art. Der Zwischenraum zwischen den Augen wenigstens so breit als ein oberes Augenlid, Trommel- fell halb so gross wie das Auge, deutlich. Vierter Zeh unter den Gelenken mit nur einem Wulst. Auf dem Rcken gewhnlich grne Flecke: Bufo viridis, Grne Krte. Dritte Art. Der Zwischenraum zwischen den Augen bedeutend breiter wie ein oberes Augenlid. Trommel- fell klein. Ohrdrsen stark vortretend. Die Gelenk- wlste unter dem vierten Zeh doppelt. Oben gewhn- lich einfarbig grau: Bufo vulgaris. Gemeine Krte. Gruppe II. Haut auf dem Rcken glatt, oder nur wenig rauh (das letzte nur bei Pelobates fuscus). Hintei'beine lang. Das Maass des ausgestreckton Hinterbeins, von der Ansatzstelle des Beines am Krper bis zur Fusswurzel ge- nommen, ist grsser als der Zwischenraum zwischen Auge und Ansatzstelle des Beines am Krper. Abtheilung 1. Kein schwarzer Schlfenfleck hinter dem Auge. Zehen mit ganzer Schwimmhaut. Grundfarbe des Rckens grn: Rana esculenta, Teicbfroscli. Abtheilung 2. An den Schlfen hinter dem Auge ein dunkler Fleck. Schwimmhute nicht die Zehenspitzen ver- bindend. 4 Arten. Erste Art. Hinterbeine massig lang. Das Maass des ausgestreckten Hinterbeins von der Ansatzstelle des Beines am Krper bis zur Fusswurzel gemessen ist hchstens so lang wie der Zwischenraum zwischen der Schnauzenspitze und der Ansatzstelle des Beines am Krper. Schnauze stumpf; Hcker an der Innen- seite des Fusses rundlich. Unterseite des Thieres meist rothbraun und gelb gefleckt, Oberseite braun: Rana temporaria, Moorfroscli. Zweite Art. Beinlnge wie bei der ersten Art, aber Schnauze zugespitzt, dreieckig, Hcker an der Innen- seite des Fusses zusammengedrckt. Unterseite rein weiss: Rana arvalis, Grasfroscli. Dritte Art. Hinterbeine lang. Das Maass des ausgestreckten Beines von der Ansatzstelle des Beines am Krper bis zur Fusswurzel gemessen, ist lnger als der Zwischen- raum zwischen Schuauzeuspitze und Ansatzstelle des Beines an dem Krper. Trommelfell fast so gross wie das Auge. Unterseite weiss: Rana agilis, Spriiigfrosch. Vierte Art. Beinmaass wie bei der dritten Art. Trommel- fell noch deutlich. Zehen mit halben Schwimmhuten: Alytes obstetricans, Geburtshelferkrte. Fnfte Art. Beinmaass wie bei der dritten Art. Trommel- fell garnicht oder sehr undeutlich sichtbar. Zehen mit ganzen Schwimmhuten. Rckenhaut fast ganz glatt. Hiuterfsse an der Innenseite mit einer gelb- braunen, scharfen, grossen Hnrnplatte. Bauch weiss- licli, mitunter dunkel gefleckt: Pelobates fuscus, Knoblauchskrte. B. Schwanzlurche: Amphibien mit Schwanz. 1. Schwanz drehrund; Ohrdrsen stark entwickelt. Zwei Arten. Erste Art. Thier einfarbig schwarz: Salamandra atra. Schwarzer Salamander. Zweite Art. Thier schwarz und gelb gefleckt: Salamandra maculosa. Gefleckter Salamander. 2. Schwanz seitlich zusammengedrckt; Ohrdrsen nur wenig entwickelt. Drei Arten. Erste Art. Bauch einfarbig, Orangeroth : Molge alpestris, Alpenmolch. Zweite Art, Bauch dunkel gefleckt. Haut krnig. Oberseite einfarbig schwarz : Molge cristata, Kammmolcli. Dritte Art. Bauch dunkel gefleckt. Haut glatt. Mnn- chen im Frhling mit hohem, welligen Rckenkamm, lappig verbreiterten Zehen und grossen, runden Flecken auf dem ganzen Krper. Kopf mit 7 schwarzen Lngsstreifen. Weibchen mit kleinen Flecken auf der Unterseite, mit braunen Lngsstreifen an den Rumpfseiten: Molge vulgaris, Teichmolch. Ueber die Wirkung des Tliees berichten Emil Kraepelin und August Hoch aus Heidelberg im 2. Heft der Psychologischen Arbeiten" (Leipzig, Engel- mann). Im Thee sind zwei wirksame Stoffe vorhanden: Coffein und therische Oele, Die angestellten Uuter- suchungen haben nun gezeigt, dass das Coffein auf das Muskelsystem wirkt, indem es die Muskeln zu hheren Kraftleistungen befhigt, die mittelst des Ergograpben gemessen wurden. Die therischen Oele vermindern die Muskelkraft, erhhen aber die geistige Thtigkeit, so dass z. B. die bei den Versuchen verwandten Personen schwierigere Additionen viel leichter und schneller aus- zufhren im Stande waren als sonst. So ist der Thee als ein stimulirendes Mittel anzusehen, welches sowohl auf den Geist als auf den Krper wirkt. Der angenehme Allgemeinzustand, welchen viele Personen, die den Thee gern und oft trinken, nach dem Gensse empfinden, ist den therischen Oelen zuzuschreiben; wer seine geistige Tiitigkeit erhhen will, muss also Thee mit mglichst wenig Coffein, aber reicherem Oelgehalt nehmen. S. Seh. Die Wellenlnge der Bntgenstralilen zu bestimmen, hat L. Fomm in Mnchen unternommen, worber er in einem kleinen Aufsatze in Wiedemann's Annalen (1896, No. 10) berichtet. Da die Rntgenstrahlen keine nennens- werthe Zurckwerfung und Brechung aufweisen, musste die Beugung benutzt werden, um die Wellenuatur der- sell)en nachzuweisen und die Wellenlnge zu messen. Die benutzte Hittorf 'sehe Rhre zeigte an der der Kathode gegenberliegenden Glaswand einen intensiv grn leuch- tenden Fluorescenzfleck, an weichem Rntgenstrahlen aus- treten. Es wurde nun mit Hlfe eines Spaltes eine feine Lichtlinie ausgesondert, und die Strahlen mussten dann noch einen zweiten Spalt (Beugungsspalt) passiren, iiinter dem sich eine hochempfindliche photographische Platte 46 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII Nr. 4 befand. Das photographisclie Spaltbild zeigt an den Seiten keine Interferenzstreifen, dagegen ist das Innere desselben von hellen und dunkeln Streifen durchzogen, woraus die Wellennatur der Rntgenstrahlen erhellt. Aus den Messungen dieser Streifen hat Dr. Fouim eine Wellenlnge von A ^ 0,000014 mm berechnet; die Wellen- lnge ist also etwa 15 mal kleiner als die bisher unter- suchte kleinste Wellenlnge im Ultraviolett. Dabei ist der gefundene Werth nur als eine obere Grenze fr die Wellenlnge der Rntgenstrahlen zu betrachten. G. Je trouve dans votre vol. XI, No. 51, pp. 615 616, une lettre Ein Beitrag zur Kciiiitniss unseres Mondes" signee Ph. Fautli in Landstuhl, coneernant la veritication que j'ai faite d'un petit cratere situe au bord N. du cratere d VO des Mts. Riphees. Dans cette lettre M. Fauth repete ce qu'il a dej aftirrae dans d'autres journaux savoir, que ee cratere n'a pas d'existence reelle sur la lune. II fait con- naitre de plus k vos lecteurs les raisous sur lesquelles il s'appuie pour faire cette allegation. Je pourrais me borner ici rappeler a M. Fauth qu'il n'a pas tenu compte des avis que j'ai donnes, dans l'Astr. Nachr." Nr. 3310, tous ceux qui se proposeraient de faire des verifications de ce genre et attendre, par con.se- quent, qu'il fournisse une suite d'observations plus confor- raes aux conditions requises pour ce genre ile verifications. Jes veux bien, neanmoins, examiner les raisons qu'il alle- gue et autres arguments qu'il avance contrc la valeur de la Photographie lunaire. J'espere montrer que, jusqu'ici, ses eft'orts sont restes inipuissants. Quand j'ai fait ma veritication le terminateur passait 3 l'O. du cratere d. ()r, parnii les 35 observations que M. Fauth cito l'appui de sa negation, il n'y en a qu'une seule, celle du 10. XII. 95 qu'il a faite lui- meme, qui offre, peut-ctre, quelques chances de succes. J'ignore si, quand le terminateur est l'E. de d, comnie dans Celles du 14. V. 94, du 22. IV. 96 et du 28. IX. 95 cette veritication au telescope est possible. II ne reste donc q'une seule et unicpie Observation plus ou nioins pro- bable, M. Fauth, et il s'imagine ainsi qu'il est suifisam- raent fonde pour nous assurer que le compaguon du cra- tere d n'existe pas sur la lune! Mais cette unique Observation serait-elle sffisante pour decider cette question? Evidcmuieiit non, car les varia- tions de la position du terminateur ne sont pas la seule cause qui puisse afteeter la visibijite d'un cratere de ee genre. On sait, en efl'ct, conibien iiombreux et coniplexes sont les mouvements reeiproques de la lune et de la terre par rapport au soleil. Ce ne sera donc que lorsque M. Fauth aura observc le cratere qui nous oceupe pendant ce long cycle de variations, et la condition que pendant chii(|ue Observation les inconstances atniospiiuriques lui nuront etc favornblcs, (pi'il pourra, non ])as affirmer que ce cratere n'existe pas, niais senlcment dire que, d'apres lui, il est fort probable que son cxistence est douteuse, par la raison qu'on pcut lui montrer, par les travaux qu'il a dej publies, qu'il aura pu se tromper ici conune il s'est trompe lii. Ajdu- tons (pie ce compagnon du cratere d est fort petit et (pi'il est peut etre peu profoud ainsi que le sont la phipart des cratcres decouverts par la ])liot()grapbie, ee (pii renilrait, par conscquent, sa visibilite autele.scope de fort courtednree. Si M. Fauth s'etait borne dire qu'il n'a pas pu voir cc cratere, je n'aurais eertainenient rien eu dire mon tour, et je n'aurais ))as repete dans Sirius" ce (pie j'avais eerit l'Astr. Naciir. Nr. 3310". Mais M. Fauth est alle bien plus loin (jue eela en se prononeant dune nniniere alisdlue sur une (jucstion de fait attestee par deux photo- graphics et par ma propre veritication. II est vrai que M. Fauth nous assure que la Photo- graphie nous egare et wie schon oft!" On dirait l'en- tendre que ses mains sont pleines de preuves l'appui de cette nouvelle affirmation. Commeut se fait-il donc qu'il n'en donne aucune? Un assez graud nombre de verifi- cations ont dej ete faites; laquelle de ces verifications est-elle une erreur? J'ai dit dans l'Astr, Nachr. que la plaque etant absolument passive, si eile recoit une itu- pression quelconque ce ne peut etre que parceque l'objet qui l'a produite existe reellement sur la surface lu- naire." M. Fauth veut-il se eharger de refuter ce jn'in- cipe? II est vrai qu'il ajoute que berichtet Prof. Prinz, die Objecte seien auf keiner einzigen seiner Mondplatten zu erkennen." Admettons que la chose soit ainsi; niais com- nient eela prouve-t-il que eet o])jet n'est pas visible sur les deux plaques qui sont Prague? Le raisonnement de M. Fauth sur la valeur de mon tele- scope marche de pair avec ceux qui precedent die von mir und den anderen eitirten Beobachtern benutzen Instrumente sind nach Ausweis ihrer Leistungen . . . ohne Zweifel in opti- scher Hinsicht besser als der lOzlligeReflector Gaudiberts." En verite, je me creuse le cerveau pour savoir o et quand M. Fauth a fait l'epreuve de mon telescope et l'a compare avec ceux des astronomes indiques sur sa liste. Je me garderai bien de dire ce que vaut mon instrunient en com- paraison d'autres que je ne eonnais pas. Mais si M. Fauth veut savoir ce qu'il peut faire, je lui dirai (jue, par son nioyen, j'ai pu suivre le compagnon d'une etoile double k moins de 0,2" de distance quand on ne pouvait pas le voir Chicago avec la grande lunette de 18 pouces. Enfin pour nous montrer la superiorite de l'observation optique sur la Photographie lunaire, M. Fauth nous apprend que, pendant le courant de l'ete passe, il a decouvert 3000 objects qui ne sont pas sur la Carte de Schmidt. Sa com- ])araison entre les deux methodes d'observation n'ost pas faite dans des conditions e([uitables paree qu'il n'est i)as tenu compte du temps employe ni du degre de perfection des resultats. Les eliches lunaires sont pris dans une demi seconde de temps et ils nous donnent tous les objects que la lunette employee peut definir pendant ce court espacc de temps sur la lune et eela avec une perfection de tous genres qui sont le propre de la Photographie. Si donc M. Fauth veut savoir ce qu'il est capable de faire, (pi'il mette son oeil sa lunette pendant une demi seconde seulement. Qu'il fasse ensuite un dessin de tont cc qu'il aura vu, et puis ipi'il compare son travail, plus ou nioins cutache d'erreurs inevitables, avec une photographie re presentant la nieme region. II pourra alors nous dire en (juoi consiste la su])eriorite de la mcthode optique. Qu'il soit bien entendu que je ne nie pas qu'il nous semble voir bien niieux et plus nettement quand nous re- gardons la lune au telescope ipic lorsque nous regardons ])ar exenqde un cliche agrandi 20 ou 30 fois. Gui, il nous sendde que nous voyons micux. Mais la raison en est que nous employons beaueoup plus de temps, quelque fois des heures entiercs, pour faire nos observations. Mais c'est justement pareequ'clles exigent i)lus de temps (|u'elles sont moins exactes, moins sflres. moins parfaites et nujins digncs de notre confiance. Pendant ce temps la lune et nous-memes nous ne eessons de nous mouvoir dans l'espaee, et la surface lunaire change continueUement d'aspeet. Le connuencement de nos observations ne correspond ni au milieu ni la fin. Une foule d'objects minutieux nous eehappent reelle- ment, et quand nous voulons transmettre nos observations sur le i)apier nous sommes en prcsence de toutes les erreurs inseparables de la nature humaine mcme la niieux douee. Par contre, la plaque enregistre tous les objects visil)les ])endant son exposition et eela avec une perfection de position.s, de grosseurs relatives, de distances et meme XII. Nr. 4. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 47 de Couleurs, sans parier dinnonibrables ondulations du sol luuaire, absolunient inaliordable au\ nieilleuris dessins op- tiques faits la uiain. Disous pour terniiuer que M. Fauth pense que l'oii pourrait introduire les 3000 objects qu'il a deeouverts, sur uue Carte basce sur la photograpliie. Je pense qu'uue pareille Carte ne se fera j'amais. n prefcrera la Carte photographifjuc elle-memc qui scra coniposee d'un iioiubrc plus ou nioins grand de feuilles selou l'echellc a laquelle on agrandira les cliebes. Or, introduire des observatious optiqucs sur une pareille Carte se serait quelque eliose de seniblable ce que ferait un peintre qui, sous le pretexte de vouloir la perfectionner, donnerait ici et l des eoups de piuceaux sur les petales dune rose (|ui se serait evanouie au soleil. C. M. Gaudibert (Vaison [V^vucluse]). Aus dem wissenschaftlichen Leben. Ernannt wunlen: Drr Piivatdocent der Zoologie in BiTn Ur. Ludwig Plate zum l'rofessor; der Privatdocent fr Kinder- krankheiten und Vorsteher der Universittsklinik fr Kinder- kranklieiten in Mnclien Dr. Seitz zum Professor; der Leiter der chemischen Ab tli eilung l)eirn Physikalischen Verein zu Frankfurt a.M. Dr. Martin Freund zum Professor. Berufen wurden: Der ordentliche Profossor der physiologischen Chemie an der technischen Hochschuh^ in Mnchen Dr. Kiliaui nach Froibnrg als Nachfolger Prof. Baumanns; der Privatdocent der Mathematik in Gttingen Dr. Burk hard t als Professor nach Zrich. Es starben: Der ordentliche Profossor der Mineralogie in Gicssen Dr. August Streng; der Laryngologe Dr. Isaak Michael in Hamburg; der Geh. Sanitatsrath und Stabsarzt a. D. Dr. Ludwig Stahmann in Charlottenburg. Der Balneologenkongress wird vom 11. 15. Mrz in Berlin tagen. .Sitzungen linden im pharmakologischen Institut statt. Vorsitzender Gelieimratli Liebreich, Generalsekretr Dr. Brock. L i 1 1 e r a t u r. Dr. E. Laurent, Eie Zwitterbildungen, Gynkomastie, Femi- nismus, Hermaphroditismus. Mit 17 Tafeln. Autorisirte Aus- gabe mit einer Einleitung von Dr. Hans Kurella. Bibliothek fr Socialwissenschaft. G. Band. Georg H. Wigand's Verlag, Leipzig. Preis 5 M. Die frheren Bnde der gut redigirten Bibliothek fr Social- wissenschaft" haben wir frher besprochen; es waren die inter- essanten Werke: 1. Die Vererbung, psychologische Untersuchung ilirer Gesetze, ethischen und socialen Konse([uenzen von Tli. Uib o t, 2. Natrliche Auslese und Rassenverbesserung von John B. Hay- craft, 3. Mann und Weib, anthropologische und psychologische Untersuchung der secundren Geschlechtsunterschiede von Have- lock Ellis, 4. Verbrecher und Verbrechen von Havelock Ellis, 5. Socialismus und moderne Wissenschaft von Enrico Perri. Auch der 6. Band und die ebenfalls schon erschienenen Bnde 7 und 8, die im Anschluss an den vorliegenden unten be- sprochen werden, passen trefflich in den Rahmen des Gebotenen. Die Kenntniss der Herrnaphroditen und ihrer Uebergnge zu den normalen Menschen hat abgesehen von dem Interesse, das sie teratologisch bieten, auch fr den Psychologen und Psychopatho- logen besonderen Werth und ebenso fr die gerichtliche Medicin; es wird daher siclier vielfach angenehm empfunden werden, nun- mehr einen Sammelband ber den Gegenstand zu besitzen, der, fachmnniscli und gewissenhaft zusammengestellt, verlsslich ist. Die ])sychologische Seite des Gegenstandes hat L. in den Vorder- grund gestellt; sie ist bisher vernachlssigt worden, indem der Zwitter vorwiegend nur als organographisclies Prparat betrachtet wurde. Einen breiten Raum hat Verf. der Gynkomastie zu- gewiesen, deren bester Kenner er ist. Diese Erscheinung definirt er specieller als Mann, bei dem die Geschlechtsorgane nicht zu ihrer normalen und vollkommenen Entwickelung gelangt sind, bei dem die Brste der einzige weibliche Sexualcharakter sind, den er besitzt; die Abweichung vom normalen Verhalten tritt beim Gynkomasten erst im Verlauf der Pubertt ein, whrend die Abnormitten des Zwitters angeboren sind. Die Gynkomastie wird in der ersten ganzen Hlfte dos Buches behandelt, whrend die zweite Hlfte (S. 125253) dem Hermaphroditisnms gewid- met ist. Havelock Ellis und J. A. Symonds, Das contrre Geschleclits- getilhl. Deutsche < Iriginal-Ausgabe besorgt unter Mitwirkung von Dr. Hans KnreUa. Bibliothek fr Socialwissenschaft. 7. Band. Georg H. W igands Verlag in I^eipzig. 1896. Preis 6 M. Als Grund, dass die vorliegende, gut und eindringend orien- tircnde Monographie zuerst in deutscher (anstatt in englischer Sprache) erschienen ist, giebt Verf. im Vorwort an: In England hat zwar die Inversion stets sehr geblht, aber ein wissenschaft- liches Werk ber die Sache ist bisher noch nicht verlegt worden. Es gilt als anstssig, den Gegenstand zu errtern und die heutigen englischen Verleger ziehen sich in der Regel sofort zurck, sobald eine derartige Arbeit genannt wird." Nach einer Einleitung, die im Wesentlichen das Vorkommen sexualer Inversionen be- handelt, bespricht Verf. die Geschichte der Lehre von der sexuellen Inversion, die Homosexualitt in Griechenland, das con- trre Geschlechtsgefhl beim Manne, die sexuelle Inversion beim Weibe, das Wesen der geschlechtlichen Inversion, die Theorie derselben und fasst schliesslich das Gebotene am Schluss in Er- gebnissen und Anwendungen zusammen. Enrico Ferri, Das Verbrechen als sociale Erscheinung. Grund- zge der Kriminal-Sociologie. Autorisirte deutsche Ausgabe von Dr] Hans Kurella. Bililiothek fr Socialwissenschaft. 8. Band. Georg H. Wigand's Verlag in Leipzig 189(3. Preis 7,50 M. Das geistvolle Buch wird namentlich diejenigen Juristen interessiren, die auch die wissenschaftliche Seite ihres Faches zu wrdigen verstehen und sich fr dieselbe interessiren, sei es auch nur um Anregungen fr die Praxis zu gewinnen. Es ist bekannt, dass Ferri zu der italienischen Schule der Kriminal-Anthropologie gehrt, die besonders auLombroso's Namen geknpft ist. Sie bemht sich u. a. und zwar unseres Erachtens durchaus erfolgreich die Resultate der nicht durch Special-Wnsche und Trgheit beein- flussten Naturfurschung in logischen Zusammenklang zu bringen mit den zur Zeit maassgebenden juridischen Anschauungen, die danach freilich vielfach einschneidend vernderungsbedrftig sind. Nach Besprechung der Ziele der positiven Strafrechtsschule, die auf naturwissenschaftlicher Basis steht, werden zunchst die Thatsachen der Kriminal-Anthropologie besprochen, sodann be- richtet Verf. ausfhrlich ber Kriminal-Statistik, Verantwortlich- keit und Zurechnung und ussert sich eingehend ber praktische Reformen. Dr. Julius Ziegler und Prof. Dr. Walter Knig, Das Klima von Frankfurt am Main. Eine Zusammenstellung der wichtigsten meteorologischen Verhltnisse von Frankfurt a. M. nach viel- jbrigen Beobachtungen im Auftrag des Physikalischen Vereins 'bearbeitet. Mit 10 Tafeln in Steindruck. Frankfurt^ a^ M. In Commission von C. Koenitzer's Buchhandlung (Reitz & Koehler). 1896. -- Preis 6 M. Die klimatologische Monographie, welche hier vorliegt, ist mustergltig. Barometrische, thermometrische und hygroraetrische Ergebnisse, sowie diejenigen der Wolken-, Wind-, Niederschlags- und Gewitterbeobachtungen sind in zahlreichen Tabellen, welche eine ausserordentlich becpieme Uebersicht gestatten, in der ver- schiedenartigsten Weise verarbeitet. Fr jeden Tag, jede Pentade und jeden Monat des Jahres sind aus 36jhrigen Beobachtungen (185792) die Mittel- sowie die Extrem- werthe einzelner Factoren mitgetheilt. Ausserdem findet sicli reiches p li an o logisch es Material, das man sonst in klimatologi- schen Arbeiten nicht anzutreft'en gewoluit ist. Ebenso sind Beob- achtungen ber Nordlichter, sowie ber Grund- unil Mainwasser- stand mitgetheilt. Alle Tabellen werden von eingehenden textlichen Er- luterungen begleitet und zum Schluss durch recht dankens- werthe, theilweise sehr originelle und geistvolle graphische Tafeln ergnzt. H. Briefkasten. Hr. Dr. S. Wir knnen Ihnen empfehlen: L pke Grund- zge der wissenschaftlichen Elektrochemie" 2. AuH. (Julius Springer in Berlin) 189(1. Sie finden in diesem Lehrbuch eine kurze, klare Darstellung des Wichtigsten aus der Elektrochemie; es ist eine gute Einfhrung in das Gebiet. Illiialt: Prof. Dr. Fr. Regel, Reisebriefe aus Colombia. Die zoologische Sammlung des Kniglichen Museums fr Naturkunde zu Berlin. (Forts.) Ueber die Wirkung des Thees. Die Wellenlnge der Rntgenstrahlen. Ein Beitrag zur Kenntniss unseres Mondes. Aus dem wissenschafllichen Leben. Litteralur: Dr. E. Laurent, Die Zwitterbildungen. Havelock Ellis und J. A. Symonds, Das contrilre Geschlechtsgeflil. Enrico Ferri, Das Verbrechen als sociale Erscheinung. Dr. Julius Zieglor und Prof. Dr. Walter Knig, Das Klima von Frankfurt am Main. Briefkasten. 48 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 4. R. 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Pillnaj'seheii Ilufkrierchen, jetzt umgewandelter Eiterkrjier- chen, an (einzelnen Stellen des Krpers, ganz hnlich, wie wir solche Ansammlungen auf knstlichem Wege durch chemotaktisch wirkenden Weizenkleber erzeugen knnen. Fr das Fieber endlich haben die Versuche mit fieber- erregenden Albuiiioscn ebenfalls die gesteigerte Abwelir- leistung gegen die Infectionen erwiesen. In ihrer Ge- samiiitlu'it bilden diese Erkenntnisse einen Fortschritt, der noch wenig vorerst zu })raktisclien Folgen geluhrt hat, in allgemein biologischer Hinsicht aber die grsste Bedeu- tung besitzt. Die meisten Krankheiten, als Conflicter- scheinungen zwischen Parasit und Wirth, widerlegen also nicht nur nicht, sondern besttigen die innere Zweck- mssigkeit unserer Organisation. Wo es aber keine Mikroorganismen sind, die zu Erkrankungen fhren, da sind es entweder Gifte, die von aussen kommen, Alkohol oder Blei oder Toxine, oder berhaupt ussere Schd- lichkeiten, namentlich auch Mangel an bestininiteu, un- entbehrlichen Stoffen. Iiimier ist die Entartung, das krankhafte Abnormale von aussen in den Organismus hineingetragen, ihm aufgezwungen, und sein Vorkommen widerlegt daher nicht die Naturmssigkeit des organischen Geschehens. Giebt es eine Erklrung fr die Zweckmssigkeit in der organischen Natur"? Darwin hat versucht, eine solche zu geben, die Anfangs als einfache mechanische Forniu- lirung Vielen imponirte. Alier es ist nicht so, dass der Kampf ums Dasein zwischen vielerlei mehr oder weniger zweckmssigen, zum Theil ganz und gar unzweckmssigen Hervorbringungen der Natur erst das Schiedsrichteramt zu ben htte. Die Natur verfhrt nicht etwa wie ein chemischer Quacksalber, der das unmgliche zusammen- inischt, hoftend, dass vielleicht durch Zufall sich eine ntzliche Conibination vorfinde. Die Natur scha't nicht ins Blinde hinein lauter Unzweckmssigkeiten, um dann den grssten Theil des Geschaffenen nutzlos ber Bord zu werfen. Sondern von vorn herein sind die nach eigenen inneren Bedingungen entwickelten Gebilde in sich zweck- mssig, und es kann nur darauf ankoniinen, ob sie auch den jeweiligen und vernderlichen usseren Bedingungen gengen. In dieser Hinsicht allerdings setzt dann der Kampf ums Dasein sichtend ein, und es vermag dann eine Species, eine Variett eine andere, minder gnstig fr die jeweiligen Verhltnisse ausgestattete, zu verdrngen. Aber der Kampf ums Dasein schafft keine Zweckmssig- keiten das ist doch namentlich nach Naegeli lngst klar , dieselben mssen bereits vorhanden sein, um sich im Daseinskampfe zu bewhren , und die ganze Vor- stellungsweise Darwin's, wonach kleine, zufllige Abnde- rungen durch die blosse Concurrenz der Individuen gleich- sam in der Richtung auf das Zweckmssige herangezchtet werden knnen, ist lngst als unstichhaltig erkannt, weil niemals die geringfgigen, spontanen Abweichungen ber- haupt einen Vortbeil im Daseinskampfe zu gewhren ver- mgen. Das ganze Problem der Zweckmssigkeit muss viel tiefer, viel grundstzlicher erfasst werden. Der Dar- winismus streift nur seine Aussenseite. Vor Allem mssen wir darauf verzichten, immer menschliche Zwecke und Absichten in die Natur hineinzudenken und uns dann kindlich ber die Erfllung dieser bloss erdachten Zwecke in der Natur zu verwundern. Mit der Zweckmssigkeit in der organischen Natur hngt aber noch ein weiteres Wichtigstes zusainnien. Ein Krystall kann, wenn sich die usseren Einflsse ndern, in seiner Ausbildung gehemmt werden. Ein Organismus braucht unter einer Aenderung der usseren Bedingungen nicht immer dauernd zu leiden; er kann wenn die usseren Einflsse als Reize wirken, darauf zweckent- sprechend reagiren, sich selbst verndern und dadurch die Einwirkung der Schdlichkeit ausgleichen. Solche Ausglcicheinrichtungen treft'eu wir namentlich gerade bei den hheren Thieren, bei denen schon die constantc Blut- temperatur unter den extremen usseren Wrmedifterenzen der verschiedenen Kliinate eine ganz ausserordentlich feine Regulirung voraussetzt. Allein diese Fhigkeit regulatorischer Anpassung an Aussenbedingungen zeigt sich in hohem Maasse bereits im Pflanzenreiche. So haben die sciinen Studien von Gaston Bonnier, Frheres besttigend, gezeigt, dass mit der knstlichen Versetzung von Pflanzen der Ebene auf hher gelegene Standorte unter dem Einfluss des Alpcnklinias XII. Nr. 5. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 53 eine Reihe von charakteristischen Vernderungen sich ausbildet, indem die unterirdischen Theile strker werden, die Stengel ein dickeres Rindengewebe erhalten, die Spaltftnuugen zahlreicher, die Bltter im allgemeinen kleiner, behaarter, dickei' werden und dunkleres Grn, reichlicheres Chlorophyll in sich aufspeichern. Die BliUhen sind zugleich vcrhltnissnissig viel grsser und lebhafter gefrbt. Durch alle diese Vernderungen Anpassungen, wie wir sagen, die durch die blossen physikalischen Ein- flsse des genderten Klimas, die trocknere Luft, die intensivere Belichtung u. s. w. hervorgerufen sind, er- mglicht es die Pflanze, ihre Entwickelung in der Alpen- region whrend der kurzen Jahreszeit, wo der Boden nicht mit Sclniee bedeckt ist, bis zum Ende durchzufhren und betrchtliche Reservestotfe aufzuspeichern. Gleich- zeitig schtzt sie sich gegen das rauhe Klima der Hhen- lagen durch eine strkere Ausbildung ihrer Schutzgewebc und steigert ihre Ernhrung durch iutensivcre Chloro- phyllwirkung und krftigere Entwickelnng der Wurzel- theile. Freilich werden diese Anpassungen wieder rckgngig, sobald wir die PHanze, auch nach jahrelangem Verweilen im Hhenklima, in die Ebene zurckversetzen. Aber wie wre dies anders mglich, sofern die Pflanze durch den Aufenthalt im Hhenklima ihre ursprngliche Reactions- fhigkeit fr ussere Einflsse nicht vllig verloren hatr" Ganz aus den nmlichen Grnden, aus denen zuerst das Hiienklima seine Wirkung usserte, muss jetzt das Ebenenklima, fr welches die alpine Pflanze mit ihren Besonderheiten sich weniger eignet, wiederum die frheren Eigenschatten zurckrufen. Auf diese Weise erfahren wir aus unserem Beispiel allerdings nichts ber die Entstehung erblicher neuer Eigenschaften. Wohl aber lernen wir das Bedeutsame, wie zweck- mssig angepasste Eigenschaften erworben, im Falle des Unzweckmssigwerdens aber wieder verloren werden knnen, wie nicht jede Eigenthmlichkeit der hher ent- wickelten Organismen haltbar ist, sondern manches je nach den Bedingungen einem Wechsel unterliegt, dass Krpergewebe bei hherer Inanspruchnahme strker, leistungs- und widerstandsfhiger werden, und diese Eigen- schaften unter genderten Bedingungen auch wieder ver- lieren knnen. Hat doch erst krzlich Robert Hartig die Unterschiede in der mehr oder minder dichten Gefugebildung des Holz- krpers gleichartiger Bume uns kennen gelehrt, fr den Fall, dass das lichtarme Innere des Waldes oder das freie, Luft und Licht gewhi-ende Feld oder der Waldrand ihrenStandort bilden. Die hochgradig gesteigerte Verdun.stungsleistung freistehender Bume schwcht durch das Erforderniss zahlreicher wasserfhrender Gefsse den Holzkrper, whrend der langsam im Waldesdickicht treibende Stannn ein hartes, festes Holzgefge bewahrt. Empirisch hat man das lange gewusst, und das zhe Eschenholz vom Nordabhange der Hgel das allein zum Bogen die nthige Spannkraft besitzt, findet schon in Gthe's Gesprchen mit Eckermann seine Erwhnung. Aber auch knstlich kann man den Holzkrper ver- strken, indem mau, wie Hartig gezeigt hat, den Baum zu zwei Drittheilen seines Laubes beraubt, wodurch die Verdunstungsstrke ermssigt, die Zahl der wasserfhrenden (iefsse im Holzkrper bedeutend verringert wird. Nicht jede ussere Einwirkung, auch wenn sie zu- nchst eine Schdigung zu sein scheint, braucht in jeder Hinsicht zu schaden. Der theilweise entlaubte Stannn vermag dem Sturmwind besser zu trotzen. Der nebrochene Knochen verwchst nicht nur an der Bruchstelle mit be- sonderer Festigkeit, sondern bei schief verheilten Kuochen- brehen ndert sich auch die innere Structur der porsen Substanz, jene merkwrdige Anordnung der Knochen- blkchen und -spangen in zweckentsprechender Weise, so dass aufs Neue den Richtungen der grssten Druck- und Zugbeanspruchung die maximalen Widerstnde entgegen- treten. Noch manche derartige Beispiele Hessen sich an- fhren, aber das Gesagte mag gengen, eberall sehen wir eine gewisse Vernderlichkeit der Eigenschaften, berall ein zweckmssiges Anpassungsstreben. Dies im Zusanmienhalt mit dem Grundbegrift" von Zweckmssig- keit in der organischen Natur, den wir gewonnen haben, setzt uns endlich zur Entscheidung der Frage in den Stand, ob eine positive Hygiene mglich seiV Die Antwort hierauf liegt in folgender Frage : Knnen wir glauben, dass vom menschlichen Organismus, von den kr)r]ierliehen Eigenschaften, auf die wir Werth legen und Einfluss ben knnen, von der Festigkeit des Knochen- gerstes, der Kraft von Muskeln, Sehnen, Nerven, der Gewandtheit und Ausdauer in physischen Leistungen, dass von allem diesem nichts wandelbar sei, und dass wir beruhigt vom Erbe unserer Vter zehren knnen unter Culturbedingungen. welche an und fr sieh dahin streben, die geistige Leistungsfhigkeit des Menschen ganz vor- wiegend, beinahe ausschliesslich zu Oben, ganz vorwaltend das Gehirn in Anspruch zu nehmen, dessen Grsse nach Meinert ohnehin seit .Jahrhunderten in stetigem Wachs- thum begriffen ist"? Die Frage erlaubt keinen Zweifel. Unsere Ent- scheidung ist rasch gefunden, aber es heisst dann auch unverzglich ans Werk gehen. Es giebt positive, Ge- sundheit, krperliche Kraft und Rstigkeit fordernde Ein- flsse, und diese liegen unzweifelhaft in der Uebung der Krfte. Wir mssen physische Anforderungen an unseren Organismus stellen, dann wird er auch das Entsprechende leisten, und soweit wir das im Verlaufe der letzten Cultur- entwickelung versumt haben, gilt es dringend, dieses Versumni.ss nachzuholen. Es besteht die begrndete Hoffnung, dass dies mglich sei, unsere biologische Ein- sicht berechtigt uns dazu, vorauszusetzen, dass eine Aus- gleichung der Schdlichkeiten des Culturlebens, soweit sie in verminderter allseitiger Uebung und Anspannung der Krperkrfte liegen, durch eine zielbewusste Hygiene sich erreichen lsst. Der Degeneration mssen wir eine Regeneration entgegensetzen. Der Centralausschuss zur Frderung der Jugend- und Volksspiele in Deutschland, auf dessen segensvolle Thtig- keit ich hier zum Schlsse besonders hinweisen mchte, ist sclion rstig am Werk. Turnen und S[)ortwesen frdern von ihrer Seite, und die militrische Dienstzeit l)t unsere jungen Mnner. Aber, soviel bereits an einsichtsvoller Frderung auch von Seite der Staatsregierungen, nament- lich der preussischen, der Sache der Leibesbungen zu- gewendet wurde, noch ist es nicht an dem, dass die Ver- treter der Hygiene sieh beruhigen knnten, noch ist die grosse Bedeutung der Angelegenheit nicht durchgedrungen, der Einfluss auf die Schule nicht genug zu lebensvoller Geltung gelangt. Wir mssen mehr verlangen, wir mssen unbedingt auf Gleichberechtigung der geistigen und krperlichen Jugenderziehung liestehen, und diese kann nur dann als gewhrleistet gelten, wenn der krperlichen Ausbildung ein grsserer Theil der Zeit als bisher gewidmet, wenn sie nicht mehr als Nebensache, sondern als eine Haupt- sache betrachtet wird, was schon durch die Eintheilung der Tageszeit zu kennzeichnen wre, indem die Vormittags- stunden der geistigen Arbeit, wenigstens zwei Naclimittags- stunden tglich aber regelmssigen krperlichen Uebungen gewidmet werden. 54 Naturwisseiiscliaftliche Wochenschrift. XII. Nr. 5 Die Herstellung von Abgssen von Fossilien im Geologischen Museum zn Ottingen. Von Fossilien inul anderen Gegenstnden, welche nur als Bas-Reliefs hervorragen, knnen ohne besondere Schwierigkeit Ab- drcke vermittelst einer plastischen, ev. spter erhrtenden Masse genommen werden, sei dies nun Thon, Wachs, Paraffin, Stearin, ein Harz oder Harzgemisch, Guttapercha, Leim, Gyps oder Aehnliches, und von einem solchen Nega- tiv ist ein Abguss in Gyps, Schwefel, Thon etc. leicht herzustellen. Ebenso knnen auch Ammoniten und andere rundum begrenzte Krper nach einander von beiden Seiten ab- geformt und abgegossen werden, und beide Hlften an- einander gefgt werden. Kaum zu vermeiden ist aber hierbei eine Deformation, eine zu grosse oder gelegent- lich auch zu geringe Dicke des Krpers, ebenso wie bei der Methode, das Negativ aus einer Anzahl einzelner Gypsstcke zu giessen, wie dies namentlich bei strkeren Skulpturen, Hhlungen etc. angewendet wird; zudem sind die Gussnhte oft ziemlich dick und strend, und die einzelnen Stcke der Formen zeigen nicht selten eine, wenn auch geringe Verschiebung gegeneinander. Ausser- dem wird der abzuformende Gegenstand, um das leichte Ablsen von Gyps, Leim etc. zu ermglichen, vor dem Abformen oft mit Gel, Terpentinl, Lack etc. bestrichen, und lsst sich nachher nur unvollkommen oder doch schwer wieder von diesem Ueberzug reinigen. Es ist jedenfalls besser, eine ziemlich dicke Lsung von Seife in lauwarmem Wasser zu verwenden, welche sich spter leicht und voll- stndig wieder abwaschen lsst. Einzelne sehr tchtige Prparatoren grsserer Museen oder sonstige Techniker haben nun ohne Zweifel vor- zgliche Methoden zur Herstellung von Abgssen ange- wendet, sind aber wohl gestorben, ohne ihr Verfahren Anderen mitzutheilen, oder vermeiden auch wohl, dies zu thun. Das im Geologischen Institut zu Gttingen ausgebildete Verfahren zeigte nun immer noch allerlei Mngel, konnte aber zum Theil verbessert werden in Folge ausfhrlicher Mittheilungen, welche einige Directoren anderer Museen gtigst ber die bei ihnen angewendeten Methoden machten. AVenn das hiernach verbesserte Verfahren nun hier verffentlicht wird, so gescliieht dies zum Theil in der Absicht, Anderen damit einen Dienst zu erweisen, zum Theil aber auch in der Hoffnung, von Anderen noch bessere Methoden und Handgritl'e zu erfahren. Zum Abformen wird nicht Leimgallert oder Leim mit Seifenwasscr oder Oel, sondern Glycerinleim ver- wendet, welcher besonders elastisch ist und nicht so leicht durch Verdunstung oder Aufnahme von Wasser sein Vo- lumen verndert und somit Verzerrungen der Abgsse bedingt. Der Glycerinleim wird, wie bekannt, hergestellt, in- dem man Leimtafeln im Wasser in einem kalten Raum vollstndig autVjuellen lsst, dann wiegt und nach ln- gerem Erhitzen mit 80 bis 90 Procent des Gewichtes mit Glycerin vermengt. Diese Masse kann immer wieder geschmolzen und zu neuen Formen verwendet werden, muss aber inmier so weit abgekhlt werden, dass sie sich eben noch giessen lsst, mindestens auf 30 Grad R., damit sie sich von den ab- zugiessenden Krpern leicht ablst, und diese miLssen vorher recht kalt gestellt sein, zumal, wenn sie starke Skulpturen, Spitzen etc. hal)cn. Mit diesem Glycerinleim knnen aber Ammoniten bis auf etwa zwei Drittel ihrer Dicke abgegossen werden, am ein- fachsten, indem man sie mitSeifcnlsung einpinselt, trocknen lsst, in einen nicht zu engen Ring von Oelpapier legt, dessen Boden etwa ein Glas ist, und mit Glycerinleim umgiesst; nach dem vollstndigen Abkhlen desselben in einem kalten Raum schneidet man soviel Glycerinleim von der Unterseite des abgeformten Krpers fort, dass dieser sich heraus- nehmen lsst, und giesst Gyps dafr hinein, wie spter ausfhrlicher beschrieben wird. Soll der Krper, oder sagen wir Ammonit, sehr genau ringsum abgegossen werden, so werden zunchst Guss- ksten oder Rahmen zusammengenagelt, zwei rechteckige, gleich grosse Rahmen von dnnen Brettcheu, wie Ci- garrenkistchen oder dergl., mindestens um die Hlfte breiter, lnger und tiefer, als die betreffenden Ammoniten; der Boden wird nur zu einem kleineu Theile aufgenagelt, nur eben gross genug, um die Rahmen rechteckig zu er- halten. Die oflenen Seiten der Rahmen werden aufein- ander gestellt, und auf zwei gegenberliegenden Seiten des einen wird, nicht ganz in der Mitte, aussen je eine schmale Leiste aufgenagelt, senkrecht gegen den Rand, so dass sie l)er diesen einige Centinieter auf den anderen hinwegreicht, und auf diesem werden dann auf jeder Seite der berragenden Stcke je eine krzere Leiste befestigt, so dass eine seitliche Verschiebung der Ksten unmglich wird, und diese selbst sicher immer in dieselbe Lage zu einander gebracht werden knnen. In den einen Kasten wird hierauf ein Futter von zhem Thon gestrichen, welches eine ovale Wanne bildet, doch so, dass diese die kurzen Seiten an dem offenen Rande noch eben berhrt, die langen Seiten des Kastens aber in grsserer Aus- dehnung. In diese Wanne wird dann, genau bis zum offenen Rande des Kastens, Gyps gegossen, oder event. spter ein Ueberschuss nachher wieder entfernt, und auch vor dem vlligen Erhrten eine Vertiefung ausgehhlt, welche spter den Ammoniten zur Hlfte aufzunehmen hat, so dass eine frmliche Schale entsteht. Diese wird aussen und innen wiederholt lackirt (mit einer Lsung von Schellack in Spiritus) und dann etwas mit Oel be- strichen, hierauf benutzt, um nach Entfernung des Thous an dessen Stelle in die Ksten Gypswannen zu giessen, erst in den einen, dann in den anderen, so dass diese, aufeinandergestellt, eine eifrmige Hhlung umschliessen. In den Boden dieser Wannen, welcher in der Mitte kaum 0,5 cm dick zu sein braucht, wird je ein Luftloch von 2 bis o mm Weite gebohrt und, mglichst in einer Ecke, je eine trichterfrmige Eingussffnung, welche innen etwa 1 cm weit sein kann. Beide Wannen werden dann innen gut lackirt und etwas eingelt und knnen, ebenso wie die Ksten und die Schale, immer wieder benutzt werden. In die Wanne wird dann eine entsprechende Menge von ziemlich zhem Thon gethan, und in diesen der Ammonit so tief hiueingedrckt, dass er zur Hlfte ber den Rand hervorragt, und der Zwischenraum zwischen der Wanne und dem Anunoniten wird noch sorgfltig bis zum oberen Rande der Wanne mit Thon ausgefllt und oben ganz glatt gestrichen, und dieser Thon oben mit Oel bepinselt, die freie Hlfte des Ammoniten aber mit einer ziemlich starken Lsung von Seife in lauem Wasser, be- sonders sorgfltig an rauhen Stellen und einsi)ringenden Ecken, und einigermaassen getrocknet. Dann wird die Schale in die eine Wanne gesetzt, und auf die Fuge zwischen beiden ein schmaler, aber vollstndig ununter- brochener Streifen von ziemlich weichem Thon gelegt, welcher bei dem nun folgenden Aufeinanderlegen und -drcken der Ksten und Wannen eine vollstndige Dichtung der Fugen ahgiebt. Durch die Eingussftnung der leeren Wanne wird dann hinreichend abgekhlter Glycerinleim bis oben oder fast bis oben eingegossen, und das Ganze einige Stunden an einen khlen Ok gestellt, bis der Glycerinleim mg- lichst fest geworden ist, und bei sehr behutsamer und all- mhlicher Trennung der Ksten und Wannen vermittelst XII. Nr. 5. Naturwissen.schaftliche Wochenschrift. 55 Zwischenschieben eines Messers der Ammonit nebst Tiion und Schale auf dem Glyceriuleini haften bleibt. Vor- sichtig wird nun die Sehale abgehoben und der Thon vollstndig von dem Ammoniten entfernt, und endlich dieser selbst ganz langsam und alinihlicii aus dem Glyceriuleim herausgehoben, ev. gewaschen und getrock- net, aber gleich wieder hineingelegt, mit Seifenlsung bestrichen und getrocknet, der Glycerinleim oben mit Oel, die Thondichtung wird entfernt und durch eine neue ersetzt, beide Ksten aufeinandergedrckt, und die jetzt leere Wanne ebenfalls ganz oder nahezu voll Glyce- rinleim gegossen. Wenn dieser erstarrt ist und nebst Kasten und Wanne von dem zuerst gegossenen getrennt wird, so hlt er den Aramoniten fest, und dieser wird wiederum ganz langsam und vorsichtig herausgehoben. Von einer geeigneten Stelle dieser Formen, also bei Ammoniten etwa von der Mndung aus, wird nunmehr, in jeder zur Hlfte, durch Glycerinleim, Gypswanne und Holzrahmen nach aussen eine Eingussftnung fr Gyps geschnitten, welche innen, an der engsten Stelle, nicht unter 1 cm weit ist, und daneben ein etwa 2 mm weites Luftloch von der dem Rahmen zunchst liegenden Steile der Form aus. Beide Rahmen werden nun aufeinander gelegt und zusammengebunden, durch Einschieben von Holzkeilen zwischen Bindfaden und Rahmen noch fester aufeinander gedrckt, und nun wird endlieh Gyps ein- gegossen, wobei natrlich eine Verstopfung des Luftloches zu vermeiden ist. Der gebrannte Gyps nuiss auf das Feinste gemahlen sein, so dass auch nicht das kleinste Krnchen darin zu fhlen ist, und muss vor dem Brennen gemahlen sein, nicht umgekehrt. In eine dem Ammoniten an Volumen gleiche Wasser- menge wird der Gyps in mglichst feiner Vertheilung eingestreut, bis ber dem untergesunkenen Gyps gar kein Wasser mehr steht; die Masse wird schnell umgerhrt, das Gefss einige Male aufgestossen, um Luftblasen an die (Jbertlche zu treiben, sodass sie sich zurckschieben lassen, und endlich schnell gegossen. Ntzlieh ist es, gleich nach dem Giessen den ganzen Apparat nach ver- schiedenen Richtungen aufzustossen , zumal wenn der Gypsbrei verhltnissmssig dick ist. Nachdem der Gyps hinreichend fest geworden ist, bei dem in Gttingen benutzten nach 2U bis 25 Minuten, wird das Band um die Kstchen gelst, und diese selbst werden durch Einschieben eines Messers oder dergleichen behutsam von einander getrennt, zuerst auf der Seite, auf welcher der Ammonit am dnnsten ist oder aus an- deren Grnden sich voraussichtlich am leichtesten ablst. Dann wird der in der Eingussffnung steckende Gusskopf abgeschnitten, unter den Stumpf ein flacher, rundlicher Stichel oder Hebel geschoben, um den Abguss auch aus der anderen Hlfte der Form zu lften, vorsichtig heraus- genommen und bis zum vollstndigen Erhrten zur Seite gestellt. Man kann aber auch durch das Eingussloch in den Gyps gleich nach dem Giessen ein Holzstbchen, StreicLholz oder dergleichen stecken, und an diesem den Abguss herausheben. Wird der Gypsabguss zu lange in der Form gelassen, so erwrmt er sich oft so weit, dass die Oberflche des Glycerinleims schmilzt; wird er ein wenig zu frh herausgenommen, so bleibt leicht an einzelnen Stellen eine dnne Gypshaut in der Form sitzen, und dem Abguss fehlt dann hier die Skulptur. Diese Gyps- haut bleibt brigens gewhnlich auf dem nchsten, schon besser erhrteten Abguss haften, braucht also nicht aus der Form entfernt zu werden. Die Abgsse knnen, so- bald sie sich nicht mehr kalt anfhlen, also das l)er- schssige Wasser verloren haben, erwrmt un',... und A, B. C, . . . Constanten sind. Man hat also, wenigstens fr elektrische Krfte, statt aller berhaupt denkbaren Functionen von r nur diejenigen Functionen f{r) zu untersuchen, welche vorstehende Form besitzen. Das in dieser Formel ausge- sprochene Gesetz bezeichnet der Herr Verfasser als das Ex- pouentialgesetz. Soll also fr ein System elektrisch geladener Conductoreu unter allen Umstnden ein elektrischer Gleich- gewichtszustand existiren, so mssen die elektrischen Krfte dem Exponentialgesetz entsprechen. Die weitere Untersuchung ergiebt nun ferner, dass auch umgekehrt aus der Annahme des Exponeutial gesetzes stets die Existenz eines, und nur eines elektrischen Gleich- gewichts folgt, falls die Constanten , , y, . . . smmtlich positiv und die Constanten ^4, B, C, . . . gleiches Vorzeichen besitzen. Nachdem so alle mglichen Functionen bestimmt sind, welche mit der Forderung eines elektrischen Gleichgewichtszustandes vertrg- lich sind, wendet sich die weitere Untersuchung auf die Erforschung der allgemeinen Eigenschaften dieser dem Exponentialgesetz ent- sprechenden Functionen, worauf wir jedoch hier wegen des mathe- matischen Details nicht nher eingehen wollen. Man kann natrlich nicht erwarten, dass die im vorliegenden Werke entwickelten Untersuchungen auch sogleich eine physika- lische Verwerthung finden werden. Aber die oben auseinander- gesetzte Fragestellung ist sicher fr die Physiker ebenso inter- essant als fr die Mathematiker; die Leetre des Neumann'schen Buches ist ungemein anregend. Ref. ist den Darlegungen mit grsstem Interesse gefolgt, um so mehr, als er sich in hnlichen Ideen bewegt hat. Es erscheint nicht ausgeschlossen, dass knftig vou den in der besprochenen Schrift niedergelegten Entwickelungen auch in der theoretischen Physik Gebrauch gemacht werden kann ; wir mchten in dieser Beziehung besonders auf das siebente Capitel hinweisen, in welchem das Greeu'sche Gesetz ^(j-) ^ w -2, (o;g^< 1), behandelt wird, wobei sich die Mglichkeit ergiebt, die Theorie der Elektrostatik von den unendlich dnnen Schichten" zu befreien, die man wohl stets mit mehr oder weniger Misstrauen" anzusehen hat. G. C. E. Bergling:, Stereoskopie fr Amateurphotographen. Mit "23 Figuren. Berlin, Robert (>|ipenheim (Gustav Schmidt) 1S'.)6. Preis 1,20 M. Die Anfertigung von Stereoskopbildern ist fr lien Amateur- photographen, der Sinn fr vollendete Schnheit und naturgetreue Darstellung seiner Aufnahmen besitzt, nahezu unentbehrlich ge- worden. Die Litteratur bietet ihm aber wenige Anhaltspunkte in geeigneter Form fr die Herstellung solcher Stereoskopbilder und die Beschaffung einer dazu erforderlichen Camera. Das vor- liegende Bchlein frdert diese Zwecke, indem es in klarer Weise und mit Zuhlfenahrae von erluternden Figuren auf alle Fragen eingeht, welche sich auf die Forderungen au Bilder und Stereoskop, an die Camera und an die Anfertigung der Bilder beziehen. ^ Da die Fassung des Buches eine gemeinverstndliche ist, wird es jedem Amateur von grossem Nutzen sein. Schulte. Verlag von doppelten Ostwald's Classiker der exacteu WisBensohaften Wilhelm Engdinann in Leijizig. No. 76. F. E. Neumann, Theorie der -,,, , Strahlenbrechung abgeleitet aus den Gleichungen der Mecha- nik (1832). Herausgegeben von A. Wangerin. -- Preis 0.80 M. No. 711. H. V. Helmholtz, Zwei hydrodynamische Ab- liihalt ~~ handlungen. I. Ueber A\ irbelbewegungen (1858). II. Ueber discontinuirliche Flssigkeitsbewegungen (1868). Herausgeg. von A. Wangerin. Preis 1,20 M. No.80. H. Helmholtz, Theorie der Luftschwingungen in Rhren mit offenen Enden (1859). Herausgegeljen von A. Wangerin. Preis 2 M. No. 81. Michael Faraday. Experimental -Unter- suchungen ber Elektricitt. Herausgegeben von A. J. V. Oettingen. Preis 1,.50 M. No. 82 und 83. Jacob Steiner, Systematische Ent Wicke- lung der Abhngigkeit geometrischer Gestalten von einander. Herausgeg. von A. J. v. Oettingen. 1. Theil Preis 2 M. 2. Theil Preis 2,40 M. No. 84 und 85. Caspar Friedrich Wolff's Theoria gener ationis (1759). Uebersetzt und herausgeg. von Dr. Paul Samassa. 1. Theil Preis 1,20 M. 2. TheilPreis 1,20 M. Auch die aufgefhrten 8 Hefte zeigen wieder, mit welcher Sachkenntniss und Umsicht die Auswahl der Classiker getroffen wird. Das Unternehmen kann nicht genug gelobt werden; macht es doch Abhandlungen bequem und wahrhaft billig (viele der Hefte enthalten gemss der ( )riginalarbeiten Figuren und Tafeln) zugnglich, die der ernste Forscher nicht entbehren kann und doch so oft nur unter erschwerenden Umstnden in die Hnde bekommt. In No. 76 wird die berhmte Arbeit Neu mann s aus Poggen- dorff's Annalen bequem zugnglich gemacht und trefflich commen- tirt. in der er die Gesetze der Doppelbrechung streng deductiv aus mechanischen Principien ableitete, was freilich fast gleich- zeitig, doch so, dass Neumann die Prioritt verlor, von Cauchy geschehen war. Inwiefern jedoch die Arbeit Neumann's dennoch von classischem Werth bleibt, braucht dem Fachmann nicht ge- sagt zu werden und ist fr den Interessenten aus Wangerin's An- merkungen zu entnehmen. No. 79 und 80. Die Anmerkungen zu den beiden wichtigen (No. 79) Abhandlungen von Helmholtz (welche Abhandlungen von Helmholtz wren nicht wichtig?) nehmen nicht weniger als 30 Seiten ein. Wangerin bringt hier Notizen ber H.'s Leben und Werke, allgemeine Bemerkungen ber die im Heft abgedruck- ten Abhandlungen und speeielle Noten. Auch in Heft 80 sind die Anmerknng-en (S. 87131) zum Vortheil fr die meisten, die die Abhandlung benutzen wollen, sehr reichlich ausgefallen. No. 81. Die Faraday 'sehen Experimental-Untersuchungen umfassen 30 Bnde, von denen in Heft 81 die zwei ersten ge- bracht werden, die als ein in sich geschlossenes Ganze erscheinen; es ist die Uebersetzung J. C. Poggendorff 's aber in genau revi- dirter Fassung. No. 82/83; Auch zu den Heften, die Steiner gewidmet sind, hat Wangerin verhltnissmssig ausfhrliche Zuthaten ge- schaffen, die das Verstndniss ganz ausserordentlich erleichtern, namentlich durch die trefflich gelungene Bemhung, durch Zeich- nungen den Inhalt nher zu legen. Die Hefte bringen den Haupt- theil von Steiner's berhmtem Werk. No. 84/8.5. Das sehr bekannte Werk C. Fr. Wolff's in einer gut bersetzten Ausgabe zugnglich zu haben, wird vielen Biologen sehr angenehm sein; wie oft wird es genannt, und doch: wie viele haben lneingeblickt? Wie einst Lowes, der durch ganz Berlin strmte, um ein antiquarisches Exemplar zu ergattern, hat gewiss auch jetzt mancher Biologe nach der Arbeit gesucht, freilich mit geringerem Erfolg als der englische Schriftsteller und Naturforscher. Jetzt ist sie durch die vorliegende Ausgabe leicht jedem zugnglich. Centralblatt fr Anthropologie, Ethnologie und Urge- schichte. Herausgegeben von Dr. phil. et med. G. Buschan. I. Jahrgang 1896. Breslau 1896. J. U. Kern's Verlag (Max Mller). Preis 12 Mk. Angezeigt wurde die neue Zeitschrift Bd. XI No. 8, S. 95; der nunmehr vorliegende 1. Bd. derselben von 384 Seiten bringt die folgenden Original-Mittheilungen. G. Sergi, Der Ursprung und die Verbreitung des mittellndischen Stammes. P. Orsi, Die Nekropolo von Novilara bei Pesaro und ihre Stellung in der Vorgeschichte Italiens. A. v. Trk, Ueber einige charakteristische Unterschiede zwischen Menschen und Thier- schdel. J. Villi. Hultkrantz, Ueber die Krperlnge der schwedischen Wehrpflichtigen. Ausserdem enthlt der Band eine grosse Zahl Referate zur Anthropologie, Ethnologie und Rassenkunde, sowie Urgeschichte. Schliesslich werden Versamm- luiigs- und Veroinsberichte, Notizen zur Tagesgeschichte und Biblio- graphische Uebersichten gebracht. ; 68. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte zu Frankfurt a. M., vom 21. 26. September 1896 (I.) Die Herstellung von Abgssen von Fossilien im Geologischen Museum zu Gttingen. Erreger der epidemischen Genick- starre. Neue Untersuchungen ber Abnormitten. Ein neuer fossiler Afie. Ueber die Vernderungen der Erdoberflche im Umkreis des Kantons Zrich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts. Der See Faguibine, ein neuer afrikanischer Landsee. Ueber die V eiflssigung der Luft und Untersuchungen bei niederer Temperatur. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Litterafur : C. 1. Kammelsberg, Handbuch der Mineralchemie. G. Rohrbach, Vierstellige logarithmisch-trigonometrische Tafeln. C. Neumann, Allgemeine Untersuchungen ber das Newton'sche Princip der Fernwirkungen mit besonderer Rcksicht auf die elektrischen Wirkungen. C. E. Bergling, Stereoskopie fr Amateurphotographen. Ostwald's Classiker der exacten Wissen- schaften. Centralblatt fr Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. 60 Naturwissenschaftliclio Woclicnsclirift. XII. Nr. 5. Silberne ]VIeclaille 1890 der Iiitenuitionali'ii Amateiir-Ausitellunc; Berlin. Photographlsche Apparate und Bedarfsartikel. Alleinvertrieb der Westeiidorp & \Velmer"-I*latteii (jetzt: Act.-Ocs fr Troekenplattenfabrikation vorm. W. & W.) Pillnay'sclie Lacke. Max Steckelmann, Berlin W. 8, Leipzigerstrasse 33 I. In Ferd Dmmlers Verlagsbuchhandluiig in Berlin SW. 12 orsclieineu : Mitteilungen der Vereinigung ?oii Freiiiieu fler Astrouoniie iiuil kosinisclieu Physik. Redigiert von Prof. Dr. W. Foerster zu Berlin. Jhrlich 1012 Hefte gr. 8. Preis pro Jahrgang 6 M. Man abonniert bei allen Buchhandlungen und Postaustaltou. Die Mitglieder der genannten Vereinigung erhalten obige Mit- teilungen gratis. Beitrittserklrungen sind an den Schriftfhrer der Vereinigung, Herrn Dr. P. Schwahu, Berlin Vf., Bajreutherstr. I zu ricliten. Lethaea" Geolog, u. technol. Handl. v. Dr. Monke Grlitz. Wegen Aufgabe des Geschftes Mineralien, Gesteine, Petrefacten mit 40% Rabatt. Ausfhrl. Lagerverzeichn. portofrei. In Ferd. Unimlers Verlagsbiich- haudlung in Berlin SW. 12 er-schien: Einfhrung in die Bltenbiologie auf blstorischer Grundlage. Von E. Loew, Professor am kngl. Realgymn. in Berlin. 444 Seiten gr. 8. Preis (3 M., geb. 7 M. Dnnschliffe von Gesteinen pro Stck 60 Pfg. fertigt an Theob. Botz I. Giiiisbaeh a. Glan. fRheinpfalz.) Die Insekten -Brse Internationales Wochenblatt der Entomologie bat.NachFiaqc .qebo I Tau: ist fr Entomologen und Naturfreunde das hervorragendste Blatt, Tvelchos wegen der be- lehrenden Artikel, sowie seiner internationalen und grossen Verbreitung betreffs Ankauf, Ver- kauf und Umtausch aller Objecto die weit- gehendsten Erwartungen erfllt, wie ein Probe- Abonnement lehren drfte. Zubeziehen durch die Post. Abonnements - Preis pro Quartal Mark 1.50, fr das Ausland per Kreuzband durch die Verlags -Buchhandlung Frankenslein & Wagner, Leii>zig, Salomon- strasse 11, pro Quartal Mark 2. '20 = 2 Shilling 2 Pence = 2 Fr. 7.5 Cent. Probenummern gratis uvid franco. Insertionspreis pro 4 gespaltene Borgiszeile Mark .10. Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. In unserm Verlage erschien: Ueber Tundren und Steppen der Jetzt- iiiul Vorzelt mit besonderer l'criicksielitiguni;' ihrer Fauna. Von Dr. Alfred Nehring, Professor logischen Sammlungen an iler Kniglichen landwirthsehaftlichen lloehscluile zu lierlin. M I Abbildung im Text und i Karte der Fundorte. 266 S. gr. 8". Preis 6 Mark. Die Denkschpfung umgebender Welt a US kosmogonisclien Vorstclluiigeii in Cultiir ii. Uncultiir. Mit scheniatischcn Abrissen und 4 Tafeln. Von A. Bastian. 217 Seiten gr. 8". ~ Preis 5 Mark. Hempel's Klassiker-Ausgaben. Ausfhrt. Specialverzeiclmisse gratis. Ferd. Dmmlers Verlagsbnchhandl. Ferd. Dmmlers Verlagsbuclihancllung in Berlin SW. 12. Soeben erschien: Verffentlichungen des Rnigl. stronomisclien Rechen - Institos zu Berlin. Nr. 4. Genherte Oppositions- Ephemeriden von (12 kleinen Planeten fr 1897, Januar bis August, Unter Mitwirkung der Herren A. Berberich u. Frof. Dr. P. Neugebaiier herausgegeben von J. Bauschiuger. Director des Kgl. Kecben-lnstituts. 22 Seiten kl. 4. Preis 1,20 Mark. In unserm Verlage erschien: Elementare Reclnmngcn aus der niatiieuiatisclieu deograpliie fr Freunde der Astronomie in aosgeiT.ililtcn Kapiiclu gcmcinverstlndiicli liogrudct iiuJ torgcflirt von O. Weidefeld, Oberrossarzt a. D. Mit einer Figurentafel. 64 Seiten gr- 8". l'reis 2 Mark. R,VOLKMANN/Ift?iL"o\"s^rlTs'eTd: billig, streng reell, sorgfltig, schnell. Tm Conmiissionsverlag von Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandluns in Berlin SW. 12 erschienen: Sternkarten in gnomonischer Projection zum Einzeichnen von Meteorbahnen Nordliclitstrahlen. Cometenschweifen, leuchten- den Wolken, Zodlakalliidit und anderen Himmelserscheinungen zugleich :ils Repetitlonsatlas fr von Orangit bis ber 70 ,^ ThOo, der Monazit in Stcken 3 bis 12 % ThOj bei 35 70 "/o Oxyden der Cergruppe etc. (vergl. die folgende Tabelle). Elemente, die beim ' Mineralien, aus denen ThO, Auer'scheu Gas- ' ^^^ ^j^ q^^,^^ ^^^ seltenen t?a"ht gekmme;, : Erden gewonnen werden Hauptscliliche chemische Bestand- theile derselben Gehalt in Procent der Handelswaare (hauptschl. nach L. Schmelck) an Oxyden der ; _, , seltenen Erden* " Thoroxyd Thorium Cer Yttrium Lautlian Maf!;nesium Zirkonium Nts als aus- gezeichnete Fundstellen von Fossilien etc. oder als Punkte, nach denen geologische Formationen benannt sind. Ferner sind die wichtigsten Eisenbahnen verzeichnet. Was die geologisclie Ausfhrung anbelangt, so war vor Allem der Gesichtspunkt maassgebend, dass die Karte eine Uobersichts- kartc sein sollte. Dies bedingte jedes Fernhalten von Einzel- heiten und eine Beschrnkung in der geologischen Gliederung: es konnten daher nur die Hauptabtheilungen der einzelneu For- mationen bercksichtigt werden. Alsdann war sehr grosses Ge- wicht zu legen auf die Wahl der Farben. Diese ist eine muster- giltige. Die Farben sind so gewhlt, dass das ganze Bild ein vollkommen harmonisches ist. Nirgends wird das Auge durch grelle Farbenunterschiede beleidigt, und doch stellen sich die grossen Zge des Kartenbildes dem Leser klar und bersichtlich dar. Die Vertheilung der Farben ist eine derartige, dass fr jedes System (Formation) eine Grundfarbe gewhlt ist, und die Unter abtheilungen einer jeden durch Abtnen derselben Farbe gekenn- zeichnet werden. Ausserdem trgt jedes Farben-Bild ein Buch- staben-Symbol, welches, wenn mglich, der Anfangs-Buchstabe des Formations- oder System -Namens ist, z. B. Kreide (cretace) c, Jura i, Trias t, Perm p etc. Die Unterabtheilungen der einzelnen Formationen fhren neben dem Buchstabensymbol noch eine Zahl, so dass die unterste (lteste) Abtheilung 1 fhrt, die darber- liegenden ihrem Alter entsprechend der Reihe nach die hheren Zahlen, z. B. Oberdevon d,, Mitteldevon da, Unterdevon d,. Neben diesen grossen Zgen sind aber auch besonders wichtige, mehr oder weniger local beschrnkte Ausbildungen (Facies) einzelner Formationsglieder zur Darstellung ge- bracht worden: Der im Tertir (Oli- gocaen und Eocaen) und in der Kreide auftretende Flysch wird durch blaue Punktirungund das Symbol '/ auf der betreft'enden For- matiousfarbe aus gedrckt. Durch schrge , blaue Schraft'ur mit dem Symbol